www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Hexe

www.infos-aus-germanien.info



Hexe (von althochdeutsch hagzissa/hagazussa – Zaun- oder Hag-Reiterin, vgl. BegriffsklĂ€rung Hagen), stammt etymologisch gesehen vom althochdeutschen "Hazissa", "Hagzussa", "Hagazussa" u.Ă€. und bedeutet "Zaunreiterin, Heckensitzerin, Hexe".

Das Stereotyp der Hexe/ "Hagazussa" umschreibt eine Person, die auf einem Besen reitet (Hexenbesen/ Hexensalbe.)/ einer Hecke sitzt.

Es handelt sich dabei aber nicht um irgendeine Hecke, sondern um jene Hecke, die die diesseitige Welt von der jenseitigen Welt trennt. Die Hexe ist demnach eine Frau (eigentlich beschrÀnkt sich dieser Begriff nicht nur auf das weibliche Geschlecht), die zwischen diesen beiden Welten vermitteln kann - somit divinatorische, aber auch heilende FÀhigkeiten und hohes Wissen besitzt.

Der Begriff Hexe ist ein Sammelbegriff der viele Ausrichtungen wie zum Beispiel Incantata (Beschwörende), Bacularia (Besenreiterin), Herberia (KrÀuterfrau), Strix (Eule) u. v. m zusammenfasst. So umfasste der Begriff Hexe von je her Heilerin, Hebamme, Orakelsprechende, Zaubersprechende, KrÀuterfrau, (Hell-) Seherin u.v.m.

Moderne Hexen können, mĂŒssen aber nicht einer Religion angehören. Die Religionszugehörigkeit zum Beispiel zum Katholikentum, Judentum, Islam, Buddhismus etc. wiederspricht nicht einem Hexe-Dasein. Es gibt auch atheistische Hexen, andere wiederum gehören dem Wicca an, welches in Amerika staatlich anerkannte Religion ist. Dennoch bezeichnet auch in der modernen Verwendung der allgemein verwendete Begriff Hexe keine (Hexen-)Religion, sondern eine Lebensphilosophie, die tiefe Naturverbundenheit und den Wunsch ausdrĂŒckt, in Harmonie mit den KreislĂ€ufen der Natur zu stehen. Der Hexenzauber meint das gezielte Versenden von Energien, um das natĂŒrliche Gleichgewicht wiederherzustellen.

Hexerei ist keine Zauberei, sondern ein Handwerk, welches neben naturreligiösem Grundwissen um Hexenrituale, HexentĂ€nze, Hexenfeiertage und auch die Historie der Hexen, Wissen um naturwissenschaftliche AblĂ€ufe ebenso wie Kenntnisse in Heilwissen, Astrologie, physikalischen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten, Körper- und Energiearbeit u.v.m. voraussetzt. Dieses Wissen in aller Breite und Tiefe zu vermitteln haben sich seit Mitte der Achtziger in Deutschland diverse Hexenschulen zur Aufgabe gemacht. Was in dem Film Harry Potter sehr mĂ€rchenhaft erscheint, ist in Deutschland nĂŒchterne RealitĂ€t, auch, wenn diese weit ab ist von dem ĂŒberlieferten und von den Medien verzerrten Hexenbild. Hexenschulen sind Lehrinstitutionen mit UnterrichtsfĂ€chern, Übungen, PrĂŒfungen, die sich nur in der inhaltlichen Thematik von staatlichen Schulen unterscheidet. Das tatsĂ€chliche Hexe-Dasein ist von vielen Vorurteilen ĂŒberschattet und doch um ein vielfaches banaler als Vorurteile assoziieren lassen.

Skeats etymologisches Wörterbuch leitet witch (Hexe) ab aus altengl. wicche, angelsĂ€chs. wicca (mask.) oder wicce (fem.): einer verderbten Form von witga der Kurzform von witega (Seher, Wahrsager), das seinerseits von angelsĂ€chs. witan (sehen, wissen) herrĂŒhrt. Entsprechend entwickelt islĂ€nd. vitki (Hexe) aus vita (wissen) oder vizkr (Kluger, Wissender). Wizard (Zauberer) stammt von normann.-französ. wischard, altfranzös. guiscart (der Scharfsinnige). Die Wörter wit (witz) und wisdom (Weisheit) stammen aus den gleichen Wurzeln.

Die Wurzeln des dt. Hexe finden sich nur im westgerman. Sprachraum: mittelhochdt. Hecse, Hesse, althochdt. Hagzissa, Hagazussa, mittelniederlĂ€nd. Haghetisse, altengl. Haegtesse - im modernen Englisch verkĂŒrzt zu Hag. Die Wortbedeutung ist bis heute nicht geklĂ€rt; der erste Bestandteil von hagazussa ist wahrscheinl. althochdt. hag (Zaun, Hecke, Gehege), der zweite ist möglicherweise mit norweg. tysja (Elfe) verwandt.

Die wahrscheinlichste Herkunft des Archetypus "Hexe" ist demnach eine Frau mit okkultem oder Naturheilwissen, die unter UmstÀnden einer Priesterkaste angehörte.

Die eigentliche Bedeutung der Hexenkunst, des Verhexens findet sich in einem der Ă€ltesten und heute noch von Hexen verwendetem Symbol: dem Hexagramm. Das griechische Wort hex, latn. sex, verwandt mit dem Ă€gypt. sexen symbolisiert die dreifache (Körper, Geist, Seele) Göttin in Umarmung mit dem dreifachen Gott. In diesem Bild kommt zum Ausdruck, dass nur gebĂŒndelte und vereinigte Energie, Kraft besitzt. So war es in der vorchristlichen Zeit und in vielen Kulturen durchaus Usus, dass mĂ€nnliche und weibliche Hexe/ PriesterIn sich auf allen drei Ebenen - Körper, Geist und Seele - vereinigten, um so, ihre Kraft/ ihre Energie zu vereinigen. Auch das chinesische Symbol Yin und Yang transportiert den Kern und das Ziel des Hexenglaubens: ausgeglichenes, gleichberechtigtes, sich harmonisch ergĂ€nzendes Zusammentreffen von mĂ€nnlichen und weiblichen Energien. In dieser Vorstellung wird jedes Wesen in seiner Ganzheit respektiert. Ein Glaube, der mit dem Christentum nicht kompatibel war, da selbiges mit dem SĂŒndenfall Frauen als verwerflich und damit nicht dem Manne gleichberechtigt ansahen.

Auf diesem Hintergrund, wie der fĂ€lschlichen Annahme, die von den Hexen betriebene Magie sei zu unterscheiden in weiße Magie und schwarze Magie in Form von Schadenszaubern/ bildete ein vorurteilsbeladenes Plateau, auf welchem Hexen unterstellt wurde, sie verkehrten das Christentum spiegelbildlich und damit, sie stĂŒnden im Bund mit dem Teufel. De facto gibt es im Hexenglauben keinen Teufel. Dieser Tatbestand hĂ€tte ein fingiertes Fundament auf dem ĂŒber Jahrhunderte Menschen gefoltert und eliminiert wurden, aufgelöst.

Vor und zu Beginn der Hexenverfolgung bzw. des Hexenwahns wurden Frauen, die weiße Magie in Form von medizinischem Wissen oder dem Weihen der Felder fĂŒr eine gute Ernte praktizierten, in der Bevölkerung noch durchaus geschĂ€tzt und geachtet. Die sehr körperbetonten und auf einem anderen Menschheits-/ Frauenbild aufbauenden Riten der Heiden, welche diese auch noch in den frĂŒhen Zeiten des Christentums praktizierten/ vertraten, fanden von der Kirche Ablehnung. Ihnen erschienen diese Riten barbarisch, wie teuflisch. So wurde zuerst von den KirchenoberhĂ€uptern und nach und nach von der Bevölkerung die Überzeugung verbreitet, dass alle Hexen einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hĂ€tten und damit automatisch Schadenszauber betreiben wĂŒrden. Diese fatale und falsche Überzeugung galt zunĂ€chst als das moralische und schließlich rechtliche Fundament zur Einleitung der Hexenverfolgung/ Inquisition, welche die Folter und den Tod unzĂ€hliger Menschen mitsichbrachte, die oftmals kein anderes Vergehen begonnen hatten, als ihrem Nachbarn ein Dorn im Auge zu sein.

Der Begriff "Hexereye" taucht erstmals 1419 – also erst im SpĂ€tmittelalter – in dem Prozess gegen einen Mann im schweizerischen Luzern auf. Allerdings ist schon 1402/03 in einem Rechnungsbuch von Schaffhausen von einem "hegsen brand", also einer Hexenverbrennung die Rede.

Am 4. April 1775 wird im Stift Kempten im AllgĂ€u Anna Schwegelin "wegen erwiesener Teufelsbuhlschaft" als letzter Hexe in Deutschland der Prozess gemacht. Das Urteil des FĂŒrstabt Honorius von Schreckenstein dem kraft kaiserlichen Privilegs (Campidona sola judicat...) die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit zustand wurde aber aus unbekanntem Grunde nicht vollstreckt. Noch spĂ€ter, nĂ€mlich 1782, wird als letzte Hexe der Schweiz Anna Göldi hingerichtet.

Auch mĂ€nnliche Hexen nennen sich "Hexe", wenn auch es ihnen freisteht, sich Hexer, Zauberer (in manchen FĂ€llen auch Hexenmeister) zu nennen. Die weibliche und die mĂ€nnliche Gestalt, von mit WunderkrĂ€ften begabten menschlichen Wesen, sind allerdings historisch gesehen nicht gleichen Ursprungs und rufen deswegen auch jeweils andere Assoziationen hervor. Das Bild der mit WunderkrĂ€ften ausgestatteten Hexe ist ĂŒberholt und hat nichts mit tatsĂ€chlichem Hexe-Dasein zu tuen. Wenngleich auch heutzutage in modernen MĂ€rchen wie "Charmed" altbestehende und von der Hexen-RealitĂ€t abweichende Vorurteile weiterverbreitet werden.

MĂ€rchen von Hexen finden sich zahlreich in der Sammlung der 'Kinder- und HausmĂ€rchen' der BrĂŒder Grimm. Das bekannteste ist wohl das MĂ€rchen von HĂ€nsel und Gretel, in dem die Hexe mit allen Merkmalen dargestellt wird, die ihr der Volksglaube angedichtet hat.

Im Bereich der schwĂ€bisch-alemannischen Fastnacht wie auch in der tirolischen Fastnacht treten Fastnachtshexen auf, die sich im 20. Jahrhundert vor allem im schwĂ€bisch- alemannischen Raum explosionsartig vermehrt haben. In wieweit sie sich auf die Hexenverfolgung oder die MĂ€rchenhexe zurĂŒckfĂŒhren lassen, ist in der volkskundlichen Forschung nicht ausreichend geklĂ€rt.

BerĂŒhmte Hexen

Siehe auch

Hexenhammer - Anguane - Salem (Massachusetts) - Fastnachtshexe

Weblinks



- Ein Forum ĂŒber Paranormales
- Ein Forum fĂŒr Hexen







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Hexe aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

Hunde