Hofjude
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Einordnung: Sozialgeschichte | Judentum
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Ein Hofjude oder auch Hoffaktor oder Hofjuwelier war ein für finanzielle Angelegenheiten am Hof beschäftigter Kaufmann.
Hofjuden arbeiteten im 16. bis 18. Jahrhundert als selbstständige Kaufleute an Fürstenhöfen. Sie halfen den Potentaten bei der Beschaffung von Geld- und Sachmitteln zur Durchführung ihrer Interessen, aber auch bei der Beschaffung von Luxusgütern. Nicht alle Hoffaktoren waren Juden, aber sie stellten die große Mehrheit. Die Gründe dafür lagen einerseits in der langen Erfahrung in Finanzgeschäften und dem damit verbundenen Netzwerk an Beziehungen und andererseits in dem hohen Risiko derartiger Geschäfte, das viele Kaufleute nicht tragen wollten oder konnten. Kennzeichnend für die Stellung des Hofjuden war sein einerseits großer Einfluss auch auf die Politik und andererseits seine Ausgeliefertheit an die Launen seines absoluten Fürsten.
Als bekanntester Hofjude gilt Joseph Süß Oppenheimer, der am Hofe des württembergischen Herzogs Karl Alexander wirkte.
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