Hundertjähriger Krieg
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Einordnung: Krieg | Mittelalter
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| Inhaltsverzeichnis |
Die Situation vor dem Hundertjährigen Krieg
| Frankreich | England | |
|---|---|---|
| Karl IV (Haus der Kapetinger) | Isabelle oo | Edward II (Haus Plantagenet) |
| ab 1322 König von Frankreich | ab 1307 König von England | |
| Philipp VI (Haus Valois) | Edward III | |
| ab 1328 König von Frankreich | ab 1327 König von England | |
| Johann II der Gute | Richard II | |
| ab 1350 König von Frankreich | ab 1377 König von England | |
| Karl V der Weise | Heinrich IV (Haus Lancaster) | |
| ab 1364 König von Frankreich | ab 1399 König von England | |
| Karl VI | Heinrich V | |
| ab 1380 König von Frankreich | ab 1413 König von England | |
| Karl VII | Heinrich VI | |
| ab 1422 König von Frankreich | ab 1422 König von England |
1328 stirbt Karl IV Er hinterlässt weder Nachkommen noch männliche Geschwister welche nach ihm die Krone von Frankreich übernehmen können. Seine Schwester Isabelle ist mit dem englischen König Edward II (gest. 1327) verheiratet. Der rechtmäßige Thronerbe ist somit (da eine weibliche Vererbung möglich ist) deren Sohn Edward III.
Kurzerhand ernennen die Franzosen jedoch den Cousin von Karl IV, Philipp VI zum König. Mit 18 Jahren stürzt Edward III seine Mutter und deren Liebhaber und erhebt Anspruch auf die französische Krone. Philipp besetzt darauf den letzten Festlandbesitz Englands, Guyenne. 1337 beginnt der hundertjährige Krieg.
Die ersten Phasen des Hundertjährigen Krieges
1339 ernennt sich Edward III selbst zum französischen König. 1346 fällt er mit seinen Truppen in Frankreich ein und die Engländer erobern Calais und Crecy. Danach wird ein Waffenstillstand vereinbart.
1355 entflammt der Krieg allerdings von neuem als der Sohn Edwards III, Edward, der Schwarze Prinz, Bordeaux einnimmt. Im September 1356 erringen die Engländer unter dem Schwarzen Prinzen bei Poitiers ihren zweiten großen Sieg und nehmen König Johann II gefangen (folgte 1350 Philipp VI. auf den Thron)
1360 beendet der Friede von Brétigny die erste Phase des Krieges. Die Vertragsbedingungen sind für England günstig; sie können den Südwesten Frankreichs, das Poitou und Calais behalten. England verzichtet dafür aber auf die französische Krone.
1372 greifen die mit Frankreich verbündeten Kastilier die englische Flotte an und vernichteten sie. Auch auf dem Festland unterliegen die Engländer den Franzosen. Edward der Schwarze Prinz stirbt 1376 und sein Vater Edward III 1377. Damit verlieren die Engländer ihre wichtigsten Heerführer. Nachdem Frankreich die meisten besetzten Gebiete zurückerobert hat wird ein Friedensvertrag für 30 Jahre geschlossen. (1396).
Die letzte Phase des Hundertjährigen Krieges
1413 wird Heinrich V englischer König und macht sofort seinen Anspruch auf den französischen Thron geltend. 1415 fallen die Engländer in Harfleur ein. Heinrich V will die gesamte Normandie erobern (911 erhielten die Normannen von König Karl dem Einfältigen die Normandie als Lehen) Am 25.Oktober 1415 kommt es zu der Schlacht von Azincourt. Heinrich V hat zu diesem Zeitpunkt bereits die Hälfte seines Heeres verloren (6.000 Mann).
Die Franzosen sind zahlenmäßig gewaltig überlegen. Aber die französischen Ritter können es nicht erwarten, sich in der Schlacht zu beweisen, stürmen nach vorne, reiten dabei auch ihre eigenen Leute nieder und werden massenweise von den Englischen Langbogenschützen niedergestreckt.
Die Schlacht endet in einem Desaster: beinahe die gesamte Elite des französischen Adels und der Ritterschaft wird getötet oder gefangen genommen. Die Engländer haben kaum Verluste zu beklagen.
Heinrich V. setzt seinen Eroberungsfeldzug fort. Er erobert 1417 die Normandie. Zwei Jahre später überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. In Paris fallen die (mit den Engländern verbündeten) Burgunder ein und übernehmen die Herrschaft über die Stadt. Nachdem sich König Karl VI. und seine Gattin Isabeau auf die Seite der Burgunder schlagen, muss der erst 16 Jahre alte Thronerbe Karl VII. aus der Stadt fliehen.
Im Vertrag von Troyes erklärt Karl VI. schließlich seinen Sohn, den späteren Karl VII., für illegitim und schließt ihn damit von der Thronfolge aus. Karl VI. bekommt die Zusicherung von Heinrich V. von England, auf Lebzeiten König von Frankreich bleiben zu dürfen. Danach sollte Heinrich V. den französischen Thron erben.
Heinrich V. und Karl VI. sterben 1422 innerhalb kürzester Zeit. Die Franzosen erkennen den Vertrag nicht mehr an und rufen Karl VII. zum König von Frankreich aus. Daraufhin erobern die Engländer (mit dem erst einjährigen König Heinrich VI.) Frankreich bis zur Loire-Linie und beginnen 1428 mit der Belagerung von Orléans.
In jener verzweifelten Lage taucht nun ein junges Mädchen auf, durch das die Franzosen wieder neuen Mut schöpfen – Jeanne d’Arc. Von ihren göttlichen Visionen geleitet, überzeugt sie erst Karl VII., dass sie die Franzosen zum Sieg führen wird und hebt schließlich die Belagerung von Orléans auf (welchen Anteil Jeanne an diesem Sieg jedoch wirklich hatte, ist mehr als fraglich). 1430 wird Karl VII. in Reims endgültig zum König von Frankreich gekrönt. Es werden Friedensverträge mit Philipp dem Guten von Burgund geschlossen. Diese nützt Philipp jedoch dazu, Verstärkung nach Paris zu schaffen. Als der Angriff auf Paris dann letztendlich erfolgt, werden die Franzosen unter schweren Verlusten zurückgeschlagen.
Karl VII. untersagt Jeanne d’Arc jede weitere militärische Aktion. Jeanne d’Arc zieht nun auf eigene Faust gegen die Besatzer. Sie wird bei Compiègne verraten, von den Burgundern gefangen genommen und für 10.000 Franken (eine Lösegeldsumme für einen König) an die Engländer verkauft.
Der Prozess folgt. Man wirft Jeanne d’Arc einen Pakt mit dem Teufel, das Tragen von Männerkleidung und einen kurzen Haarschnitt vor. Am Ende wird Jeanne d’Arc der Ketzerei für schuldig befunden und am 30. Mai 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Epilog
Doch selbst mit dem Tod der Jungfrau können die Engländer die Niederlage im Hundertjährigen Krieg nicht mehr abwenden. Heinrich VI wird zwar noch im selben Jahr in Paris zum französischen König gekrönt, doch hat das nicht annähernd die politische Wirkung wie die Krönung Karls in Reims. 1435 kommt es schließlich zu einer Aussöhnung zwischen Frankreich und Burgund. Dieser Friedensschluss bedeutet für die Engländer ein Ende der burgundischen Allianz und macht ihre Niederlage auf dem Kontinent unausweichlich. 1437 zieht Karl VII - der Siegreiche wie er auch genannt wird - in die Hauptstadt Paris ein. Bis 1453 gelingt es ihm die letzten besetzen Gebiete zurückzuerobern. In der letzten Schlacht bei Castillon fällt der Feldherr John Talbot, der für insgesamt drei englische Könige gekämpft hat, im hohen Alter von 80 Jahren. Der Hundertjährige Krieg ist zu Ende, Frankreich frei und geeint.
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