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Ideologie

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Eine Ideologie (griechisch ιδεολογία - Ideenlehre) ist

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Begriff wurde 1796 von dem französischen Philosophen Destutt de Tracy geprägt. Die Schule der Ideologen verstand sich als Gegenströmung zum Rationalismus von René Descartes. Die Ideologen versuchten den Ursprung von Ideen als biologischen Prozess zu erklären, der nicht ohne sinnliche Erfahrungen auskommt. Die französischen Ideologen standen in der Tradition der Aufklärung und waren demokratisch orientiert. Unter Napoleon verloren die Ideologen an Einfluss in der französischen Geisteswelt. Mitte des 19. Jahrhunderts griffen Marx und Engels den von der Propaganda Napoleons stigmatisierten Begriff wieder auf und suchten, die bürgerliche Wirtschaftswissenschaft und Philosophie als Ideologie zu bewerten und den Kommunismus als Wissenschaft dagegen zu setzen. In ihrer praktischen Konsequenz entwickelte sich die marxistische Methode selbst zur - im ursprünglichen Sinn kritisierten - Ideologie für bestimmte Parteien und Staaten. Unabhängig davon haben Friedrich Nietzsche und der Soziologe Vilfredo Pareto (dieser als "Derivation") den Themenkomplex behandelt.

marxistischer Ideologiebegriff

Dem Marxismus zufolge manifestiert sich die Ideologie im Überbau in Gestalt von Philosophie, Religion und Recht. Ideologie wird hier nicht als bewusste Verführung, sondern als ein "notwendig falsches Bewusstsein" konzipiert, das sowohl den Beherrschten wie den Herrschenden zueigen ist. Bestandteile der kapitalistischen Ideologie sind der Lohn-, Geld-, und Warenfetisch sowie die Verdinglichung. Zusammen bedingen sie eine Verschleierung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Das Denken über die eigentlichen Probleme der Gesellschaft wird behindert und so das bestehende Wirtschafts- und Herrschaftssystem gestützt. Veränderung beginnt demnach mit Ideologiekritik. r /> Durch die marxistische Ideologiekritik wurde der Begriff endgültig negativ besetzt. Die Abwertung einer Ideologie richtet sich heute jedoch nicht mehr ausschließlich gegen den Kapitalismus. Eine wertneutrale Verwendung ist aber weiterhin selten.

Verwendung

Kritiker von Ideologien an sich verbinden mit ihnen Einseitigkeit, Intoleranz, Manipulation und Herrschaft über andere Menschen. Diese Sichtweise geht davon aus, dass eine Ideologie grundsätzlich Bezug auf das Zusammenleben von Menschen nimmt und daher schon im Ansatz die mögliche Tendenz in sich trägt, anderen eine bestimmte Sichtweise aufzudrängen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die meisten Ideologien (bzw. deren Anhänger) Grundideen als gegeben voraussetzen, mit denen die Hauptidee begründet wird. Viele Anhänger betrachten bereits ein Hinterfragen dieser Grundlagen als impliziten Angriff auf "ihre" Ideologie.

Manche Anhänger von Ideologien neigen dazu, die Freiräume der Mitmenschen dem eigenen Idealbild unter zu ordnen und durch Dogmatisierung die Individualität der Gemeinschaftsmitglieder zu verletzen.

Andererseits kann das "anything goes" einer individualistischen Ideologie von Menschen als bedrohlich angesehen werden, die eine möglichst umfassende Reglementierung des Zusammenlebens (auch für sich selbst) für notwendig halten und sich durch den empfundenen Mangel an verbindlichen Regeln verunsichert fühlen.

Der Vorwurf einer durch Ideologie bestimmten Argumentation ist häufig im politischen Diskurs anzutreffen. Damit soll ausgedrückt werden, dass ein Standpunkt schon allein deswegen als nicht stichhaltig angesehen wird, weil er auf einer Ideologie basiere. So wird eine inhaltliche Auseinandersetzung vermieden.

Beispiele

Beispiele für Ideologien der Neuzeit sind:

Nach dem Zusammenbruch der mit der kapitalistischen Ideologie konkurrierenden Hauptideologien des 20. Jahrhunderts (Kommunismus und Nationalsozialismus) gilt es heute als anachronistisch, einer formulierten Ideologie anzuhängen. Unausgesprochene Ideologeme und stark verinnerlichte Weltanschauungen wie der Protestantismus oder der Antisemitismus beherrschen deshalb die westliche Debatte, ohne dass dies in den Diskursen immer zu Bewusstsein käme.

Religionen sind der Ursprung verschiedener Weltbilder, die die Vorstellung eines monotheistischen Gottes sowie ein Weiterleben nach dem Tode (etwa als unsterbliche Seele) beinhalten. Damit ist die Religion immer kritisch auf Ideologiehaltigkeit zu überprüfen. Einige monotheistische Religionen beanspruchen zwar Allgemeingültigkeit, aber ohne diesen Anspruch mit Gewalt oder Vernichtung der Andersdenkenden durchsetzen zu wollen. Im religiösen Fundamentalismus verbinden sich weltliche Machtansprüche mit dem geistigen Absolutheitsanspruch der jeweiligen Religion. In Glaubenssystemen, die in ihrem Kern keine Aussagen über eine solche weltliche Herrschaft treffen, wie dem Christentum, befindet sich der Fundamenatlismus nur an der Peripherie, auch wenn er zeitweise durch die starke Verbindung von weltlicher Institution und Lehre zum vordergründigen Erscheinungsbild der Religion gehören kann, wie die Geschichte des Christentums im Mittelalter zeigt. Von grundsätzlich anderer Art ist dagegen ist die Ideologie des

Ideologie als Weltbild

Weitere oft oder teilweise als Ideologien bezeichnete Lehren/Weltbilder in vereinfachter Gliederung:

Philosophische Ideologien

Soziale Ideologien

Ethnische und/oder religiöse Ideologien (siehe auch Fundamentalismus):

Wesentlich durch bestimmte Personen geprägte Ideologien

Ideologien oder Weltbilder schließen einander nicht notwendigerweise aus. Beispielsweise finden sich Pazifisten in verschiedenen Religionen sowie bei Sozialisten. Auch kann man feststellen, das kommunistische Staaten nationalistische Tendenzen entwickeln.

Gegensatz zu Ideologie:

Siehe auch:

Derivation

Weblinks






(Slavoj Žižek)







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Ideologie aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.