Idol
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Einordnung: Soziologie | Philosophie
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Das Idol (von [alt]griechisch είδωλο[ν], Ãdolo[n] - Gestalt, Bild, Trugbild, Götzenbild über lateinisch idolum ins Deutsche) bezeichnet
- in der Umgangssprache soviel wie Trugbild, ein Begriff für jedes Götterbild oder für eine kultisch verehrte Person, einen Abgott.
- ein Vorbild, dem man nacheifert.
- In seiner ursprünglichen Bedeutung heißt Idol u.a. :Bild, Gestalt, das Wesenlose, das Schattenbild der Abgeschiedenen, später jeder umgeformte oder künstlich gebildete Gegenstand (meist aus Stein, Holz u.a. in Menschengestalt).
- In der Philosophie wurde dieser Begriff von Francis Bacon (Philosoph) eingeführt. Wie er in seiner Schrift Novum Organum ausführt, wird die Erkenntnis, besonders die Naturerkenntnis des Menschen, durch vielerlei Arten von Idolen gehemmt:
- Die "Idole des Stammes" (idola tribus) sind allen Menschen eigen. Der Mensch urteilt über die Natur in Analogie zu seinen eigenen Eigenschaften. Hieraus resultiert eine teleologische Naturauffassung. Es entstehen Fehler, die sich aus der Unvollkommenheit der menschlichen Sinne unter dem Eindruck verschiedener Einflüsse und Wünsche ergeben.
- Die "Idole der Hölle" (idola specus) instehen infolge subjektiver Vorurteile der einzelnen Menschen, ihrer Sympathien und Antipathien. Sie bewirken eine Beschränkheit des Horizonts, die Angewohnheit, über alles vom Standpunkt des eigenen Ichs oder nur des eigenen Erkenntniskreises zu urteilen.
- Als "Idole des Marktes" (idola fori) bezeichnet Bacon die Gewohnheit, sich auf gängige Vorstellungen zu stützen. Sie entstehen auch durch den sprachlichen Verkehr der Menschen. Vielfach wird die Bedeutung der Wörter nicht ausgehend von der Erkenntnis des Wesens eines Gegenstandes festgelegt, sondern aufgrund völlig zufälliger Eindrücke von ihm.
- Die "Idole des Theaters" (idola theatri) stärken den Glauben an Autoritäten.
Idole sind demnach also Hindernisse, die in der Wissenschaft durch unkritisches Verhalten gegenüber falschen Auffassungen bzw. ihrem Beharren darauf entstehen. Bacons Kritik dieser Idole war von außerordentlicher methodologischer Bedeutung. Sie richtete sich gegen die Scholastik und die Wissenschaftsauffassung ihrer Vertreter und war eine notwendige Voraussetzung für die Entwicklung der neueren materialistischen Philosophie. Mit seiner Lehre von den Idolen schuf Bacon eine Vorform der Ideologiekritik.
Siehe auch: Ideal
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