Integrierter Schaltkreis
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Einordnung: Elektrische Bauelemente
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Ein Integrierter Schaltkreis oder Integrierte Schaltung (engl. integrated circuit, abgekĂŒrzt IC) ist eine elektronische Schaltung aus Transistoren, Kondensatoren, WiderstĂ€nden und InduktivitĂ€ten, die vollstĂ€ndig in bzw. auf einem einzigen StĂŒck Halbleitersubstrat integriert ist.
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Herstellung integrierter Schaltungen
Das Grundmaterial (Substrat) der ĂŒberwiegenden Mehrzahl (mehr als 99%) der integrierten Schaltkreise ist Silizium, das gleichzeitig als aktives Material fĂŒr die Transistoren dient. FĂŒr sehr hochfrequente oder optische Anwendungen kommen auch andere Materialien wie Gallium-Arsenid zum Einsatz. FĂŒr spezielle Anwendungen wird auch Silizium auf dem isolierenden Substrat Saphir verwendet (SOS = Silicon on Saphire).
Integrierte Schaltkreise werden industriell in groĂen StĂŒckzahlen hergestellt. Die Prozessierung erfolgt in extrem sauberer Umgebung, so genannten ReinrĂ€umen mit einer sehr geringen Dichte von Staubpartikeln. Dies ist nötig, weil selbst kleinste Partikel (< 0,1 ”m = ca. halbe GröĂe eines AIDS-Virus) bereits den Ausfall eines kompletten Schaltkreises verursachen können.
ZunĂ€chst wird aus einer hochreinen Siliziumschmelze ein einkristalliner Zylinder (Ingot) gezogen. Dieser wird in 1-1,5 mm dĂŒnne Scheiben, den sog. Wafern, zersĂ€gt. Die heute in der Massenproduktion verwendeten Siliziumwafer haben Durchmesser von 6, 8 oder 12 Zoll (entsprechend 15, 20 oder 30 cm). Sie erhalten durch verschiedene Ătz-, Schleif- und Polierprozesse eine nahezu perfekte ebene OberflĂ€che mit Unebenheiten in der GröĂenordnung von wenigen nm. Die Dickenschwankungen (TTV-Werte) liegen im Bereich von wenigen ”m.
Auf diesen Wafern werden durch eine wiederholte Folge von Strukturisierungs-, Ătz-, Dotier- und Abscheideprozessen die Bauelemente und die Struktur der Schaltung erzeugt. Die wichtigsten Prozessschritte sind
- Fotolithografie: Aufbringen von Fotolack (Resist), Projektion der gewĂŒnschten Struktur mit kurzwelligem Licht durch eine Maske (engl. reticle oder mask, siehe Maske (Chipentwicklung)) und chemisches Entfernen der belichteten oder unbelichteten Lackbereiche (je nach Art des Lacks)
- Ătzen
- Chemisch-mechanisches Polieren (CMP)
- Dotieren des Halbleiters durch Ionenimplantation
- Aufbringen metallischer Schichten (sputtern)
- Thermisches Wachstum von Siliziumdioxid (SiO2)
- Abscheiden von polykristallinem Silizium (Polysilizium)
- Abscheiden von isolierenden Schichten
Die aktiven Bauelemente (Transistoren) des ICs bestehen aus unterschiedlich dotierten Halbleiterbereichen (p- und n-Halbleiter) im Substrat, einer Isolationsschicht (in der Regel SiO2) und einer PolysiliziumSchicht. WiderstĂ€nde werden durch Polysiliziumbahnen realisiert. Kondensatoren bestehen entweder aus der Schichtenfolge Substrat-SiO2-Polysilizium oder aus zwei Metallschichten mit einer abgeschiedenen isolierenden Zwischenschicht als Dielektrikum. FĂŒr die Verdrahtung der Bauelemente werden je nach KomplexitĂ€t der Schaltung bis zu zehn Lagen Aluminium oder Kupfer aufgebracht und durch Lithografieschritte strukturiert. Die Metalllagen sind jeweils durch eine abgeschiedene isolierende Schicht voneinander getrennt.
Test und Packaging
Je nach GröĂe des IC befinden sich zwischen wenigen Hundert und einigen 10000 davon auf einem Wafer. Nach der Prozessierung des Wafers wird jeder Chip getestet. Dabei werden alle wesentlichen Funktionen des ICs abgeprĂŒft. Obwohl diese Messungen auf speziellen Testsystemen vollautomatisch ablaufen, haben die damit verbundenen Kosten bei hochintegrierten Prozessorchips bereits nahezu die Herstellungskosten erreicht.
ZusĂ€tzlich zu diesem Funktionaltest, der die Aufgabe hat, nicht funktionierende Chips zu erkennen, werden parametrische Messungen auf dem Wafer durchgefĂŒhrt. Dabei werden die wichtigsten elektrischen Parameter der verwendeten Bauelemente an speziellen Teststrukturen ermittelt. Die elektrischen Parameter mĂŒssen bestimmte Spezifikationen einhalten, um sicher zu stellen, dass die Chips im gesamten zulĂ€ssigen Temperaturbereich und ĂŒber die volle spezifizierte Lebensdauer zuverlĂ€ssig arbeiten. Diejenigen Chips, die den Funktional- oder den parametrischen Test nicht bestehen, werden markiert und spĂ€ter aussortiert.
SchlieĂlich werden die integrierten Schaltkreise (Chips oder Dies) durch ZersĂ€gen des Wafers vereinzelt. Die 'guten' Chips werden in ein GehĂ€use (engl. package) eingebaut. Die AnschlĂŒsse auf dem Chip werden mit dĂŒnnen GolddrĂ€hten mit den AnschlĂŒssen (Pins) des GehĂ€uses verbunden (Bonding). Die gehĂ€usten Dies mĂŒssen anschlieĂend einen zweiten Test durchlaufen, um einerseits die Fehler zu erkennen, die möglicherweise durch das Packaging entstanden sind und um andererseits Eigenschaften testen zu können, die sich durch das Packaging verĂ€ndern bzw. deren Messung ohne GehĂ€use nicht möglich ist, wie z.B. bestimmte Hochfrequenzeigenschaften.
Geschichte der integrierten Schaltungen
Bis in die 50er Jahre wurden elektronische Schaltungen diskret aufgebaut, d.h. die einzelnen Bauteile wurden auf sogenannte Leiterplatten (Platinen) aufgelötet und miteinander durch DrÀhte oder gedruckte Leiterbahnen verbunden.
Die ersten integrierten Schaltkreise entstanden Anfang der 1960er und bestanden lediglich aus bis zu wenigen Dutzend Transistoren (Small-scale integration, SSI). Mit den Jahren wurden die Strukturen jedoch immer weiter verkleinert. Mit der medium-scale integration (MSI) fanden einige Hundert Transistoren, bei der large-scale integration (LSI) Anfang der 1970er einige Tausend Transistoren Platz auf einem Die.
Damit war es erstmals möglich, ganze CPUs auf einem Chip zu integrieren, was die Kosten fĂŒr Computer extrem reduzierte. Anfang der 1980er folgte die very-large-scale integration (VLSI) mit einigen Hunderttausend Transistoren, mittels derer man schon bald Speicherchips (RAM) mit einer KapazitĂ€t von 1 MB herstellen konnte. Aktuelle Prozessoren bestehen aus annĂ€hernd 100 Millionen Transistoren auf einer FlĂ€che von nur wenig mehr als einem Quadratzentimeter. Speicherchips haben auf der gleichen FlĂ€che bereits die Zahl von 1 Milliarde Transistoren erreicht (Stand: Herbst 2004)
- Foto einiger integrierter Schaltkreise im PlastikgehÀuse
Siehe auch: Mikrotechnik, Programmable Array Logic, RAM, ROM, EPROM, ASIC, GehÀusebauform elektronischer Bauelemente, Integrierter optischer Schaltkreis, Chipentwurf, Kundenspezifische Integrierte Schaltung(ASIC)
Personen
Jack Kilby, Robert Noyce, Jean Hoerni, Robert Widlar, Gordon Moore
Weblink
- Pioniere der IC Entwicklung
- Suche nach Integrierter Schaltkreis Infos mit: Yahoo
