Johannes Schenk
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Einordnung: Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Drama | Lyrik
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Johannes Schenk (*2. Juni 1941 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller.
Johannes Schenk wuchs in Worpswede auf. Von 1955 bis 1962 fuhr er als Matrose auf verschiedenen Frachtschiffen zur See. Danach übte er Gelegenheitstätigkeiten aus, u.a. war er Gärtner, Straßenarbeiter und Buchhändler. Ende der Sechzigerjahre war er als Bühnenarbeiter an der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer beschäftigt, wo er später an Theateraufführungen für junge Arbeiter mitwirkte. 1969 hatte er mit Freunden das "Kreuzberger Straßentheater" gegründet, das Schenks Stücke aufführte. Von 1986 bis 1992 betrieb Schenk in einem Fabrikgebäude in Berlin das "Schenk'sche Sonntagscafé", das vor allem durch seine literarischen Lesungen Bekanntheit erlangte. In den Neunzigerjahren zog Schenk zurück nach Worpswede, wo er in einem Zirkuswagen lebte und sich auch als Maler versuchte. Heute lebt er abwechselnd in Worpswede und Berlin.
Johannes Schenk begann als Verfasser von Theaterstücken und Lyrik in Agitprop-Manier; seine Sympathie galt den Unterdrückten und Unterprivilegierten, denen er in seinen Texten die Utopie eines anderen Lebens zu vermitteln versucht. Unter dem Einfluss ausgedehnter Lektüre nimmt in seinen späteren Gedichten und Prosawerken das Motiv der Sehnsucht und das Thema Seefahrt immer breiteren Raum ein.
Johannes Schenk ist Mitglied des Internationalen PEN-Zentrums Deutschsprachiger Autoren im Ausland. 1979 war er Writer-in-Residence am Oberlin College in Oberlin (Ohio). Er erhielt u.a. 1989 ein Autorenstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung und 1997 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.
Werke
- Fisch aus Holz, Berlin 1967 (zusammen mit Natascha Ungeheuer)
- Bilanzen und Ziegenkäse, Berlin 1968
- Zwiebeln und Präsidenten, Berlin 1969
- Transportarbeiter Jakob Kuhn, Frankfurt am Main 1972
- Die Genossin Utopie, Berlin 1973
- Das Schiff, Frankfurt am Main 1974
- Jona, Reinbek bei Hamburg 1976
- Die Stadt im Meer, Darmstadt [u.a.] 1977
- Zittern, Berlin 1977
- Der Schiffskopf, Reinbek bei Hamburg 1978
- Für die Freunde an den Wasserstellen, Reinbek bei Hamburg 1980
- Gesang des bremischen Privatmanns Johann Jakob Daniel Meyer, München [u.a.] 1982
- Die Abenteuer des Erfinders Philipp Nobalbo, Hamburg 1984 (zusammen mit Natascha Ungeheuer)
- Café Americain, Stuttgart 1985
- Bis zur Abfahrt des Postdampfers, Stuttgart 1988
- Licht im Moor, Fischerhude 1990 (zusammen mit Hans Saebens)
- Spektakelgucker, Stuttgart 1990
- Unter dem Holunderbusch, Berlin 1991
- Dorf unterm Wind, Stuttgart 1993
- Hinter dem Meer, Bremen 1998
- Segeltuch, Berlin 1999
- Überseekoffer, Berlin 2000
- Galionsgesicht, Worpswede 2002
Übersetzungen
- Aras Ören: Was will Niyazi in der Naunynstraße, Berlin 1973 (übersetzt zusammen mit H. Achmed Schmiede)
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