Joschka Fischer
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Einordnung: Mann | Deutscher | Politiker (Deutschland) | Vizekanzler (Deutschland) | Außenminister (Deutschland) | Bundestagsabgeordneter | Bündnis 90/Die Grünen-Mitglied | Frankfurter (Main) | Geboren 1948
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Joseph Martin (Joschka) Fischer (* 12. April 1948 in Gerabronn, damals Landkreis Crailsheim) ist ein deutscher Politiker. Er ist ein führendes Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen und seit dem 27. Oktober 1998 Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er ist laut regelmäßiger Umfragen der beliebteste Politiker Deutschlands.
Bei der Bundestagswahl im Herbst 1998 verliert die CDU-FDP-Koalition unter Bundeskanzler Helmut Kohl nach 16 Jahren ihre Mehrheit. Es kommt zur Bildung der ersten rot-grünen Koalition auf Bundesebene. Fischer wird im Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder am 27. Oktober 1998 zum Vizekanzler und zum Bundesminister des Auswärtigen ernannt.
1999 unterstützt Fischer maßgeblich die deutsche Beteiligung am völkerrechtlich umstrittenen Kosovo-Krieg, wodurch erstmalig seit dem Zweiten Weltkrieg wieder deutsche Soldaten an einem Kriegseinsatz beteiligt sind. Er begründet diesen Krieg mit dem Verweis auf den deutschen Völkermord an den Juden. So sagt er bei einem Bundeswehrbesuch in Auschwitz: Um ein neues Auschwitz zu verhindern, "ist die Bundeswehr in Bosnien", und dass sie darum "wohl auch in das Kosovo gehen" werde. Auch dem Nachrichtenmagazin "Newsweek" sagt Fischer auf die Frage, ob er zwischen den Ereignissen im Kosovo und der Nazizeit eine direkte Parallele sehe: "Ich sehe eine Parallele zu diesem primitiven Faschismus."
Wegen seines Werbens als deutscher Außenminister für den Einsatz der NATO im Kosovo-Krieg wird er unter anderem in Internet-Foren, aber auch von Angehörigen der Friedensbewegung als Kriegsverbrecher bezeichnet. Das Oberverwaltungsgerichts Berlin hat allerdings entschieden, dass diese Bezeichnung rechtswidrig ist.
Heftige Kritik an Joschka Fischer wird auch wegen des Tschetschenienkrieges geäußert. Während der Bundestagsabgeordnete Joschka Fischer im Januar 1995 noch die Untätigkeit der Bundesregierung angesichts des "grausamen Mordens einer nuklearen Supermacht gegen ein kleines Volk im Norden des Kaukasus" verurteilte, erklärte er 2000 als Außenminister, dass Russland nicht isoliert werden dürfe und es legitim sei, gegen Terror vorzugehen.
Im Mai 2002 wird Fischer mit der Ehrendoktorwürde der Universität Haifa ausgezeichnet. Am 4. Mai 2004 erhält Fischer den renommierten Gottlieb-Duttweiler-Preis in Rüschlikon, Schweiz.
Es wird vor allem seiner Person zugerechnet, dass die Grünen bei der Bundestagswahl 2002 ihr Ergebnis um 1,9%-Punkte auf 8,6% verbessern konnten, wodurch die Grünen trotz des verkleinerten Bundestages 8 Sitze hinzugewinnen und so der Koalition einen knappen Sieg ermöglichen. Fischer galt als aussichtsreicher Kandidat auf den für 2006 geplanten Posten des Außenministers der Europäischen Union. Im Sommer 2003 verkündet er allerdings gemeinsam mit Bundeskanzler Schröder, dass beide bei der nächsten Bundestagswahl 2006 wieder zusammen antreten wollen.
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Familiäres
Alle vier Ehen Fischers - mit Edeltraud (1967-1984), Inge (1984-1987), Claudia (1987-1999) und Nicola (1999-2003) - endeten mit einer Scheidung. Seit Sommer 2003 hat Joschka Fischer eine neue Lebensgefährtin: die Filmstudentin Minu Barati (*1976). Erst am 26. November 2004 zeigte er sich erstmals mit seiner 28 Jahre jüngeren Freundin öffentlich auf dem Bundespresseball in Berlin.
Werke von Joschka Fischer
- Mein langer Lauf zu mir selbst. - München: Knaur, 2003. - ISBN 3-426-62208-8
- Die Weisheit der Mitte: Deutschland, Nationalstaat und europäische Integration. - Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2002. - ISBN 3-462-03035-5
- Vom Staatenbund zur Föderation: Gedanken über die Finalität der europäischen Integration. - Frankfurt a.M. : Suhrkamp, 2000. - ISBN 3-518-06614-5
- Die globale Revolution: Wohlstandsverlust und Solidariatät. - s.l., 1996
- Risiko Deutschland: Krise und Zukunft der deutschen Politik. - München: Knaur, 1995. - ISBN 3-426-80075-6
- Der Umbau der Industriegesellschaft. Plädoyer wider die herrschende Umweltlüge. - München: Goldmann, 1993. - ISBN 3-442-12434-4
- Die Linke nach dem Sozialismus. - Hamburg: Hoffmann & Campe, 1993. - ISBN 3-455-10309-X
- Für einen neuen Gesellschaftsvertrag: politische Antwort auf die globale Revolution. - München: Droemer Knaur, 2000. - ISBN 3-426-77436-4
- Mehrheitsfähig: Plädoyer für eine neue Politik. - s.l., 1989. - ISBN 3-821-18041-9
- Rechtsstaat und ziviler Ungehorsam: ein Streitgespräch mit Daniel Cohn-Bendit und Alexander Gauland. - s.l., 1988. - ISBN 3-61004709-7
- Regieren geht über Studieren. Ein politisches Tagebuch. - Frankfurt a.M.: Athenäum-Verl., 1987. - ISBN 3-620-08443-X
- Der Ausstieg aus der Atomenergie ist machbar. - Reinbek: Rowohlt, 1987. - ISBN 3-499-15923-6
- Von grüner Kraft und Herrlichkeit.. - Reinbek: Rowohlt, 1984. - ISBN 3-499-15532-X
- Und Tischbein hatte doch recht. - s.l., 1984. - ISBN 3-927-13303-5
Literatur
- autonome L.U.P.U.S.-Gruppe (Hg.) : Die Hunde bellen ... Von A - RZ. Eine Zeitreise durch die 68er Revolte und die militanten Kämpfe der 70er bis 90er Jahre. ISBN 3-89771-408-6 [1]
Weblinks
- weitere Weblinks
--InfoG 17:30, 24. Mär 2005 (CET)
- joschka.de Homepage des Auswärtigen Amtes www.gfid.de/gruene.pdf Zahltag, Junker Joschka! - Streitschrift über die Grünen in zehn Teilen von Jutta Ditfurth. Veröffentlicht in Neue Revue, 42/99ff.
Konrad Adenauer | Heinrich von Brentano | Gerhard Schröder | Willy Brandt | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Helmut Schmidt | Hans-Dietrich Genscher | Klaus Kinkel | Joschka Fischer
Franz Blücher | Ludwig Erhard | Erich Mende | Hans-Christoph Seebohm | Willy Brandt | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Egon Franke | Hans-Dietrich Genscher | Jürgen Möllemann | Klaus Kinkel | Joschka Fischer
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fischer, Joseph Martin (Joschka) |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) |
| GEBURTSDATUM | 12. April 1948 |
| GEBURTSORT | Gerabronn, damals Landkreis Crailsheim |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
--InfoG 16:30, 24. Mär 2005 (CET)
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