Jugend
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Einordnung: Soziologie
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Unter Jugend versteht man in der westeuropäischen Kultur die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, also etwa zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr. Diese Zeit wird auch als Adoleszenz bezeichnet.
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Jugend, ein Lebensabschnitt
Je nach Definition beginnt die Lebensphase erst mit 12 Jahren (ab 13 gilt man als Teenager) und endet mit 18 Jahren (Volljährigkeit) oder auch mit dem Ende der Ausbildung (finanzielle Selbstständigkeit). Zum Teil wird sogar die Kategorie junge Erwachsene bis 26 Jahre im Begriff eingeschlossen.
In die Jugendzeit fällt die Pubertät, das Ende der Schulzeit, der Beginn der Berufsausbildung, die Abnabelung vom Elternhaus und die Identitätsfindung. Deswegen wird die Jugendzeit sowohl vom Jugendlichen, der sie durchlebt, als auch von den Eltern als nicht ganz einfach angesehen. So ist sie auch Gegenstand zumal der Dichtung von Volks- und Studentenliedern bis hin zu einer eigenen Jugend-Literatur.
Der Begriff der Jugend, wie auch der Begriff der Kindheit sind historisch gewachsene Begriffe, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Gesellschaftsform gesehen werden müssen. So gab es noch im 17. Jh. in vielen Ständen und vergleichbaren Gruppierungen jenseits der Säuglingszeit weder eine ausgeprägte Kindheit in unserem Sinn noch eine Jugend. Jedoch hatten sich im Adel, dann im Bürgertum das Muster des Jünglings bzw. der Jungfrau herausgebilodet, im geistlichen Stand der Novize.
Jugend als Lebensphase ist dann ein Produkt der Modernisierung. In vormodernen, agrarisch strukturierten Gesellschaften mit wenig ausgeprägter Arbeitsteilung wurden die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen von der Elterngeneration vermittelt. Durch die zunehmende Industrialisierung und Technisierung reichte dies aber nicht mehr aus. Vielmehr sollten die Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Schule und der Berufsausbildung erworben werden. Dies bedeutete aber eine längere Freistellung der nachwachenden Generation vom Arbeitsleben. Ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Jugend dann als Folge der Bildungsexpansion, veränderter elterlicher Erziehungsziele, einer zunehmenden kulturellen Autonomie der Jugendlichen und dem Wirken einer jugendspezifischen Konsum- und Unterhaltungsindustrie zu einer relativ eigenständigen Lebensphase.
Die UN-Generalversammlung definiert "Jugendliche" als Personen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt sind (inklusive der beiden Grenzjahre). In dieser Kategorie soll aber zwischen den Teenagern (13 bis 19) und den jungen Erwachsenen (20-24) unterschieden werden, da die Probleme auf soziologischer, psychologischer und gesundheitlicher Ebene stark differenzieren.
Diese Definition wurde für das Internationale Jahr der Jugend gemacht, das 1985 abgehalten wurde. Alle Statistiken der UNO über Jugendliche basieren auf dieser Definition. Laut aktuellen Schätzungen waren 1995 18% (oder 1 Milliarde) der Weltbevölkerung Jugendliche, wovon 85% in Entwicklungsländern leben. Die UNO hat den 12. August zum Tag der Jugend ernannt.
Zitate
- Sagen Sie / Ihm, dass er für die Träume seiner Jugend / Soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird, / Nicht öffnen soll dem tötenden Insekte / Gerühmter besserer Vernunft das Herz / Der zarten Götterblume - dass er nicht / Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit / Begeisterung, die Himmelstochter, lästert. – Friedrich Schiller (Don Carlos, 4. Akt - vgl. Jüngling)
- Später sieht man die Dinge zweckentsprechender, im besten Einvernehmen mit der ganzen menschlichen Gesellschaft, die Jugend bleibt aber die einzige Epoche, in der man etwas gelernt hat. – Marcel Proust (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 2: Im Schatten der jungen Mädchen, ISBN 351857874X, S. 303)
Literatur
- Jean-Michel Mension, Wir haben unsere unfertigen Abenteuer gelebt. Eine Jugend im Paris der fünfziger Jahre, Edition Tiamat, Berlin2002, ISBN 3-89320-054-1
- Raoul Vaneigem: Handbuch der Lebenskunst für die jungen Generationen. Verlag Association, Hamburg 1977, ISBN 3-88032-054-3
Jugend, eine Zeitschrift
"Jugend. Münchener Illustrierte Wochenschrift für Kunst & Leben" war der Titel der 1896 in München gegründeten, international hochbeachteten Kunstzeitschrift, die auch namensgebend für den Jugendstil als Kunstrichtung wurde.
Siehe auch
Weblinks
- weitere Weblinks
- Die Ursachen für die Entstehung der deutschen Jugendbewegung und ihre Entwicklung zu dem ihr typischen Erscheinungsbild in der Weimarer Republik "Jugend" - Die Zeitschrift (kurz und bündig)
- Suche nach Jugend Infos mit: Yahoo
