Kabelfernsehen
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Einordnung: Nachrichtentechnik | Fernsehen
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Beim Kabelfernsehen, auch als Kabelanschluss bezeichnet, werden u. a. Bild- und Tonsignale über ein Breitbandkabel bis in die Haushalte übertragen. Zum Empfang benötigt man lediglich ein Antennenkabel, über des man die normale Antennensteckdose des Fernsehers oder anderer Empfangsgeräte wie Videorekorder oder Digitalreceiver mit der Kabelanschlussdose an der Zimmerwand verbindet -- letztere wird gewöhnlich von einem Elektriker oder Fernsehtechniker installiert. Das Kabelnetz ist dabei in mehrere Netzebenen aufgeteilt und wird von verschiedenen Netzbetreibern gegen Gebühren bereitgestellt. In Deutschland sind dies zur Zeit iesy (Hessen), ish (Nordrhein-Westfalen), Kabel BW (Baden-Württemberg) und Kabel Deutschland (übrige 13 Bundesländer, bei weitem größter Anbieter).
Moderne Kabelnetze bieten bidirektionale Netze, mit dessen Hilfe eine Rückkanalfähigkeit gegeben ist. Hierdurch lassen sich auch Mehrwertdienste und interaktive Dienste nutzen, wie zum Beispiel Breitband-Internetzugang mittels Kabelmodem über das Fernsehkabel, sofern sie vom Kabelnetzbetreiber angeboten werden. Diese Funktionen stehen aber in Deutschland noch ziemlich in ihren Anfängen.
Neben dem analogen Fernsehsignal wird auch ein analoges UKW-Radioangebot im Band II über das Kabel übertragen. In den bis mindestens 450 MHz ausgebauten Netzgebieten wird im so genannten Hyperband (Sonderkanäle beginnend mit S21) auch ein digitales Zusatzangebot in Form digitaler Senderpakete bzw. Bouquets bereitgestellt. Zum Empfang der in den digitalen Angeboten übertragenen Fernseh- und Hörfunkprogramme wird ein Digitalreceiver benötigt -- in der Regel als Set-Top-Box, bei zukünftigen Fernsehern wohl zunehmend bereits eingebaut --, der die im DVB-C-Standard kodierten Signale für die Wiedergabe umsetzt. Zum Empfang von Bezahlfernsehen wie Premiere wird zusätzlich eine Dekoder-Karte benötigt.
Im Gegensatz zum Antennen- und Satellitenfernsehen muss man für das Kabelfernsehen in der Regel Grund- bzw. Anschlussgebühren und außerdem meist monatliche Abo-Gebühren bezahlen. Dazu kommt natürlich auch wie immer noch die Rundfunkgebühr an die GEZ, sodass monatlich leicht bis zu 40 Euro und mehr fürs Fernsehen anfallen können.
Die verfügbare Kabelbandbreite bietet Platz für mehr Kanäle als bei terrestrischer Ausstrahlung, aber weniger als per Satellit. Jedoch gelangt digitales terrestrische Fernsehen durch Komprimierung was die Kanalzahl betrifft in ähnliche Regionen wie analoges Kabelfernsehen, weshalb Kabel-TV-Anbieter verstärkt dazu gezwungen sind, ihrerseits ihre Netze durch Digitalisierung attraktiver zu machen.
Kabelfernsehen wurde in Deutschland erstmals am 1. Januar 1984 im Rahmen des Kabelpilotprojekts Ludwigshafen ausgestrahlt. Die Geburtsstunde des Kabelfernsehens war auch gleichzeitig die Geburtsstunde des Privatfernsehens. Die Netze waren damals in der Hand der staatlichen Deutschen Bundespost und gingen später im Rahmen der Aufsplittung und Privatisierung an die Deutsche Telekom, die sie aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen musste. Anfang 2004 stand Kabel Deutschland vor der Übernahme anderer großer Mitbewerber, was erneut zu einer Monopolstellung führen könnte; das Bundeskartellamt hat die Übernahme daher fürs erste untersagt.
Kanäle und Frequenzen im deutschsprachigen Raum
Mit K bezeichnete Kanäle werden auch für das herkömmliche Fernsehen über Antenne verwendet; mit S bezeichnete sogenannte Sonderkanäle sind dagegen im Funkbetrieb für andere Zwecke reserviert, nur im Kabel werden sie für das Fernsehen verwendet. Fersehgeräte von vor ca. 1985 können daher gewöhnlich am Kabel nur Sender empfangen, die auf mit K bezeichneten Kanälen liegen. Die Tabelle gibt nur die Zuordnungen für den deutschsprachigen Raum an, in anderen Ländern können die gleichen Kanalnummern teilweise ganz andere Frequenzen bezeichnen (siehe hierzu auch Frequenzen der Fernsehkanäle).
| Kanal | Frequenz |
|---|---|
| K2 | 48,25 MHz |
| K3 | 55,25 MHz |
| K4 | 62,25 MHz |
| S1 | 105,25 MHz |
| S2 | 112,25 MHz |
| S3 | 119,25 MHz |
| S4 | 126,25 MHz |
| S5 | 133,25 MHz |
| S6 | 140,25 MHz |
| S7 | 147,25 MHz |
| S8 | 154,25 MHz |
| S9 | 161,25 MHz |
| S10 | 168,25 MHz |
| K5 | 175,25 MHz |
| K6 | 182,25 MHz |
| K7 | 189,25 MHz |
| K8 | 196,25 MHz |
| K9 | 203,25 MHz |
| K10 | 210,25 MHz |
| K11 | 217,25 MHz |
| K12 | 224,25 MHz |
| S11 | 231,25 MHz |
| S12 | 238,25 MHz |
| S13 | 245,25 MHz |
| S14 | 252,25 MHz |
| S15 | 259,25 MHz |
| S16 | 266,25 MHz |
| S17 | 273,25 MHz |
| S18 | 280,25 MHz |
| S19 | 287,25 MHz |
| S20 | 294,25 MHz |
| S21 | 303,25 MHz |
| S22 | 311,25 MHz |
| S23 | 319,25 MHz |
| S24 | 327,25 MHz |
| S25 | 335,25 MHz |
| S26 | 343,25 MHz |
| S27 | 351,25 MHz |
| S28 | 359,25 MHz |
| S29 | 367,25 MHz |
| S30 | 375,25 MHz |
| S31 | 383,25 MHz |
| S32 | 391,25 MHz |
| S33 | 399,25 MHz |
| S34 | 407,25 MHz |
| S35 | 415,25 MHz |
| S36 | 423,25 MHz |
| S37 | 431,25 MHz |
| S38 | 439,25 MHz |
| S39 | 447,25 MHz |
| Ende des empfangbaren Bereichs in Kabelnetzen mit Ausbaustufe 450 MHz. | |
| S40 | 455,25 MHz |
| S41 | 463,25 MHz |
| K21 | 471,25 MHz |
| K22 | 479,25 MHz |
| K23 | 487,25 MHz |
| K24 | 495,25 MHz |
| K25 | 503,25 MHz |
| K26 | 511,25 MHz |
| K27 | 519,25 MHz |
| K28 | 527,25 MHz |
| K29 | 535,25 MHz |
| K30 | 543,25 MHz |
| K31 | 551,25 MHz |
| K32 | 559,25 MHz |
| K33 | 567,25 MHz |
| K34 | 575,25 MHz |
| K35 | 583,25 MHz |
| K36 | 591,25 MHz |
| K37 | 599,25 MHz |
| Ende des empfangbaren Bereichs in Kabelnetzen mit Ausbaustufe 600 MHz. | |
| K38 | 607,25 MHz |
| K39 | 615,25 MHz |
| K40 | 623,25 MHz |
| K41 | 631,25 MHz |
| K42 | 639,25 MHz |
| K43 | 647,25 MHz |
| K44 | 655,25 MHz |
| K45 | 663,25 MHz |
| K46 | 671,25 MHz |
| K47 | 679,25 MHz |
| K48 | 687,25 MHz |
| K49 | 695,25 MHz |
| K50 | 703,25 MHz |
| K51 | 711,25 MHz |
| K52 | 719,25 MHz |
| K53 | 727,25 MHz |
| K54 | 735,25 MHz |
| K55 | 743,25 MHz |
| K56 | 751,25 MHz |
| K57 | 759,25 MHz |
| K58 | 767,25 MHz |
| K59 | 775,25 MHz |
| K60 | 783,25 MHz |
| K61 | 791,25 MHz |
| K62 | 799,25 MHz |
| K63 | 807,25 MHz |
| K64 | 815,25 MHz |
| K65 | 823,25 MHz |
| K66 | 831,25 MHz |
| K67 | 839,25 MHz |
| K68 | 847,25 MHz |
| K69 | 855,25 MHz |
S1 - S20 sind die Sonderkanäle, S21 - S41 ist das sogenannte Hyberband.
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