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Kalter Krieg

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Als Kalter Krieg wird die Auseinandersetzung zwischen den Machtblöcken des Westens (NATO) und des Ostens (Warschauer Vertrag) bezeichnet, die im Anschluss des Zweiten Weltkrieges mit politischen, ideologischen, kulturellen, militärischen, wirtschaftlichen und psychologischen Mitteln geführt wurde und zur Entstehung der bipolaren Welt führte.

Der Begriff Kalter Krieg (engl. cold war) wurde von dem Journalisten und Pulitzer-Preis-Gewinner Herbert Bayard Swope geprägt.

Zum im internationalen System immerwährenden Konflikt um machtpolitische Interessensphären traten hier grundsätzlich konträre Ideologien. Sie wurden zum Ausgangspunkt einer erbitterten Auseinandersetzung, bei der im Unterschied zum "heißen Krieg" militärische Mittel nicht direkt zwischen den beiden Großmächten eingesetzt wurden, bei der es allerdings zu zahlreichen Stellvertreterkriegen kam. Beispiele dafür sind der Korea-Krieg, der Vietnamkrieg, die Kriege in Kambodscha, Angola und Afghanistan sowie mittel- und südamerikanische Konflikte. Die Drohung des Atomkriegs wurde von beiden Seiten aufrechterhalten. Der Ost-West-Konflikt drohte mehrmals in einen militärischen Konflikt umzuschlagen, wobei insbesondere während der Kuba-Krise der Einsatz von Atomwaffen in letzter Minute verhindert werden konnte.

Der Kalte Krieg wurde begleitet von einem Wettkampf der Systeme auf technologischen, kulturellem und sportlichen Gebiet. Sowohl das US-amerikanische als auch das sowjetische Weltraumprogramm wurden maßgeblich aus dem Grunde vorangetrieben, die wissenschaftlich-technologische Überlegenheit des jeweils eigenen Systems zu demonstrieren.

Der Kalte Krieg spiegelte sich auch in der Rivalität der zwei deutschen Staaten wider, welche in ideologischer Konkurrenz zueinander standen. In Westdeutschland wurde die DDR während ihres gesamten Bestehens offiziell und durch die meisten Medien nicht als eigenständiger Staat anerkannt. Die Bild-Zeitung druckte die Abkürzung "DDR" z.B. nur in Anführungszeichen. Seit der Regierung Brandt wurde die DDR aber von der Bundesrepublik de facto wie ein selbständiger Staat behandelt, mit einer "Ständigen Vertretung" statt einer Botschaft. In der DDR hingegen wurde offiziell für Ostberlin stets die Bezeichnung "Berlin, Hauptstadt der DDR" verwendet, um der Forderung auf Anerkennung als eigenem Staat Nachdruck zu verleihen.

Präsident John F. Kennedy proklamierte bereits 1961 das Ende des Kalten Krieges, doch nur ein Jahr später erlebte der Konflikt mit der Kuba-Krise einen weiteren Höhepunkt. Unter Historikern ist heute umstritten, ob mit dieser letzten großen Krise der Kalte Krieg beendet wurde und in eine friedliche Koexistenz der beiden Systeme überging, oder ob er erst 1991 mit dem Zerfall des Ostblocks endete.

Im Kalten Krieg sind viele Technologien entstanden, die heute zivil genutzt werden, Beispiele dafür sind das Internet und die Raumfahrt.

Der Kalte Krieg

(Jahreszahlen)

1917 Kommunisten ergreifen in Russland die Macht. Ideologischer Krieg mit dem Westen beginnt.

1918 - 1920 USA intervenieren mit 10000 Soldaten. Sie erkennen den neuen Staat nicht an.

1933 Anerkennung der UdSSR durch die USA. Im 2. WK kämpfen beide gegen Deutschland.

1944 Erste Risse: Die Alliierten unter den USA (Roosevelt) wollen mit der UdSSR keine konkreten Garantien und Vereinbarungen ausmachen, obwohl diese die Hauptlast des Krieges tragen. Die Sowjetunion versucht in ihrer Interpretation der Konferenz von Jalta, ihre Sicherheitsinteressen ohne Rücksprache zu verwirklichen, etabliert in ihrem Machtbereich in Mittel- und Osteuropa kommunistische Regierungen, z.T. gewaltsam. Die USA unter Truman sind strikt antisowjetisch, antikommunistisch, stützen sich auf Wirtschaftsüberlegenheit und Atomwaffenmonopol (seit Juli 45). Sie wollen ein freies, vereintes Europa und eine freie Welt unter amerikanischer Führung.

1945 In den Nachkriegskonferenzen (Potsdam, London) will die UdSSR ihre Sicherheitssphäre nicht aufweichen, die USA diese nicht anerkennen, wie Dtl. aussehen soll ist umstritten und man vertagt die der UdSSR versprochenen Reparationen  Basis für den Konflikt. Das Misstrauen wächst, die USA schätzen die UdSSR als aggressiv-expansionistisch ein, wollen dies eindämmen (Containment-Politik: Irankrise 46, Türkeikrise). Den Staaten Westeuropas werden grosszügig Kredite gewährt, ähnliche Verhandlungen mit der UdSSR bricht man ab.

1946 Die USA nehmen ein geteiltes Dtl. in Kauf, die UdSSR wollen ein vereintes, neutrales Dtl. mit Mitspracherecht aller Sieger. Ansonsten versucht die UdSSR, die eigene Wirtschaft und Innenpolitik zu konsolidieren; Expansion kann sie sich gar nicht leisten.

1947 Truman-Doktrin: Verpflichtung der USA, "alle freien Völker zu unterstützen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen" . Ausgangspunkt ist Griechenland und Türkei, die man vor kommunistischer Expansion bewahren will. Unterstützung in Kongress und Volk erhält Truman indem er die UdSSR als Feindbild der freien Welt stilisiert. Marshall-Plan: Bietet allen europ. Staaten Unterstützung zum Wiederaufbau die UdSSR und alles in ihrem Einflussbereich lehnt ab (befürchten polit. Zugeständnisse), schließen sich enger zusammen.

1948 Währungsreform in den drei Westzonen Dtls. und Berlins  Berliner Blockade durch die UdSSR, der Westen reagiert mit verstärkter Furcht von sowjet. Expansion in Europa:

1949 Konsolidierung der drei Westzonen zur BRD, Westintegration, Gründung der North Atlantic Treaty Organisation (NATO). Die UdSSR antwortet mit Gründung der DDR. Teilung Dtls. und der Welt ist damit institutionalisiert. Die UdSSR zündet ihre erste Atombombe, China wird kommunistisch  Verschärfung der Containment-Politik: Chinesische Regierung wird nicht anerkannt, nicht zur UNO zugelassen. Die USA engagieren sich in Japan (antikommunistischer Gegenpol). USA machen Politik des Roll back: Zurückdrängen des Sozialismus in Ost-, Ostmitteleuropa, Asien.

1950 vorläufiger Höhepunkt und Eskalation: Koreakrieg: Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West: Südkorea (Republik Korea), USA, UN vs. Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea), China. Japan hat im 2. WK Korea erobert, nach der Kapitulation besetzt die UdSSR den Norden, die USA den Süden (38. Breitengrad = Grenze), 49 ziehen die beiden ab. Daraufhin will Kim Il Sung (Kommunist) in Nordkorea Syngman Rhee (Diktator) im Süden verdrängen, Korea vereinigen  Die USA intervenieren, holen nachträglich die Erlaubnis der UN. Korea bleibt geteilt.

1952 Stalin unterbreitet die Deutschland-Noten: Vorschläge für vereintes, neutrales Dtl., erfolglos.

1953 05. 03.: Tod Stalins (des Stählernen, eigentlich Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili). 17. 06.: Aufstand in der DDR beendet die Verhandlungsbereitschaft der UdSSR. Doch versucht man angesichts massiver innenpolitischer Probleme einen Entspannungskurs: Politik der friedlichen Koexistenz (einzige Möglichkeit angesichts der Atomwaffen, Begriff von Churchill).

1950er Die USA engagieren sich im Korea- und im Indochinakrieg und in der Kommunistenverfolgung (McCarthyism: Senator McCarthy ist 50-54 Leiter des Ausschusses zu Untersuchung amerikanischer Umtriebe, sucht Kommunisten in Amerika, verurteilt sie, wird schließlich abgelöst und gerügt).

1955 Warschauer Pakt: Gegenorganisation der Sowjetunion zur NATO. Wiederbewaffnung der BRD. In den Pariser Verträgen erhält sie weitgehende Souveränität und wird in die NATO aufgenommen. Politik der Massiven Vergeltung (Atomschlag) in den USA als Reaktion auf den Koreakrieg. Genfer Gipfeltreffen: Andeutungsweise Kooperation und Entspannungspolitik, relatives Gleichgewicht. Dennoch gehen Rüstungswettlauf und ideologische Auseinandersetzungen weiter. Die Kommunisten werden heruntergewirtschaftet durch Schulden, die sie alle zurückzahlen wollen.

1961 Bau der Berliner Mauer (Iron Curtain, Begriff von Churchill).

1962 Kubakrise: Die UdSSR unterstützen Fidel Castro, und wollen Atomraketen auf Kuba stationieren - Konkurrenzkampf auch in der Dritten Welt.

Langsam beginnt aber echte Entspannungspolitik, weil: atomares Patt, Schock der Kubakrise, Rückschlag für die USA in Vietnam, Bereitschaft der UdSSR zu wirtschaftlicher Kooperation, Aufweichen des kommunistischen Blocks durch Abwenden Chinas von der UdSSR zu den USA, Entspannungswille und Entspannungspolitik in der BRD.

1980 Rückschlag: US-Präsident Ronald Reagan reagiert auf den sowjet. Einmarsch in Afghanistan mit immenser Aufrüstung. (Afghanistan hat UdSSR um Unterstützung gebeten, man versucht, wissenschaftlichen Sozialismus einzuführen. Die Kämpfe dauern ein Jahrzehnt ergebnislos an. Als Endpunkt ist der Abzug der sowjetischen Truppen zu sehen.Der daraus entstandene Bürgerkrieg schwelt noch heute ).

1985 Michail Gorbatschow leitet ein Reformprogramm ein: Perestroika (Wende in Wirtschaft und Verwaltung) und Glasnost (Offenheit und Transparenz nach innen und außen). Man beginnt mit Ergebnissen über Abrüstung zu diskutieren und kooperiert wirklich in Fragen der globalen Sicherheit.

1989f. Die Ideologische Auseinandersetzung, die ohnehin schon längere Zeit nur noch im Hintergrund stand, erübrigt sich mit der Auflösung des Ostblocks. Gorbatschow zu Honegger in Berlin: "Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte." Ergänzungen zu Vietnam (USA unter Kennedy, Johnson, Nixon)

1945 02. 09.: Errichtung der Demokratischen Republik Vietnam im Norden (Hanoi). Präsident: Ho Chi Minh, Gründer/Führer der kommunist. Liga für die Unabhängigkeit Vietnams: Vietminh. Ho-Chi-Minh-Pfad: Wegesystem zur Truppenversorgung.

1946 Beginn des Kampfes der Vietnamesen gegen die französische Kolonialherrschaft (Indochinakrieg). Ab 50: US-Finanzunterstützung.

1954 Sieg des Vietminh bei Dien Bien Phu. Genfer Indochinakonferenz: Waffenstillstand zwischen Vietminh (Norden) und Frankreich (Süden), 17. Breitengrad als vorläufige Demarkationslinie.

1955 Die USA lösen Frankreich als Schutzmacht in Vietnam ab, mit ihrer Rückendeckung baut Ngo Dinh Diem ein autoritäres Regime auf. Vietcong (vietnamesische Kommunisten), unterstützt durch den Norden, führen dagegen Guerillakrieg; politischer Arm: Front National de Libération du Viet-Nam Sud (FNL)

1956 Gesamtvietnamesische Wahlen scheitern am Widerstand Diems.

1963 Militärputsch: Diem wird hingerichtet; es folgen viele Regierungswechsel.

1964 Die Südvietnamesitsche Regierung steht vor dem Zusammenbruch, die USA verstärken ihre Präsenz (nach Tonkin-Zwischenfall: N-Vietnam-Torpedos beschießen US-Zerstörer im Golf von Tonking): Bombenabwürfe auf N- u. S-Vietnam (Napalm: Brandbombe. Entlaubungsmittel Agent Orange, aber kein Giftgas, das nur im 1. WK, Mussolini, Hussein).

1968 545 000 US-Soldaten in Süd-Vietnam. Tet-Offensive: Machtdemonstration des Nordens.

1970 Ausweitung des Krieges auf Kambodscha.

1973 Waffenstillstand in Paris, bisher 2 Mio. Menschen tot! (Kissinger US-Verhandler). Die USA ziehen ihre Kämpfer fast vollständig ab, Bürgerkrieg geht weiter.

1975 Die Südvietnamesischen Regierungstruppen ziehen sich panikartig zurück; vollständige Niederlage des Südens. 30. 04.: Kapitulation der Südvietnamesischen Regierung.

1976 02. 07.: Sozialistische Republik Vietnam als gesamtvietnamesischer Staat ausgerufen.

Literatur

Um den Kalten Krieg gibt es seit Jahren insbesondere in den USA eine interessante Forschungskontroverse, wobei die traditionelle Sicht eine Hauptverantwortung für die Entstehung des Kalten Krieges im (ideologisch begründeten) Expansionsdrang der Sowjetunion sah. Die jüngere (so genannte revisionistische) Linie sieht hingegen eine verteilte "Schuld" oder sogar ein Übergewicht hegemonialer und ökonomischer Interessen insbesondere der USA. Mit dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung zahlreicher Archive scheinen sich eher vermittelnde Positionen anzubahnen.


Siehe auch:






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Kalter Krieg aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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