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Kurt Tucholsky

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Über Tucholskys letzte Jahre und seine Gedanken über die Entwicklungen in Deutschland und Europa geben seine Briefe Auskunft, die seit Beginn der 1960er Jahre publiziert wurden. Sie waren unter anderem an Freunde wie Walter Hasenclever oder an seine letzte Geliebte, die Zürcher Ärztin Hedwig Müller, die er "Nuuna" nannte, gerichtet. Den Briefen an Nuuna legte er zudem lose Tagebuchblätter bei, die heute als "Q-Tagebücher" bekannt sind. Darin und in den Briefen bezeichnete sich Tucholsky als "aufgehörten Deutschen" und "aufgehörten Dichter". An Hasenclever schrieb er am 11. April 1933:

„Daß unsere Welt in Deutschland zu existieren aufgehört hat, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Und daher: Werde ich erst amal das Maul halten. Gegen einen Ozean pfeift man nicht an.“

Er gab sich auch nicht der Illusion vieler Exilanten hin, dass die Diktatur Hitlers bald zusammenbrechen werde. Verbittert stellte er fest, dass sich die Mehrheit der Deutschen mit der Diktatur arrangierte und selbst das Ausland Hitlers Herrschaft akzeptierte. Er rechnete mit einem Krieg innerhalb weniger Jahre.

Tucholsky lehnte es strikt ab, sich an der entstehenden Exil-Presse zu beteiligen. Zum einen verstand er sich nicht als Emigrant, da er Deutschland schon 1924 verlassen hatte und erwog, sich um die schwedische Staatsbürgerschaft zu bewerben. Seine tieferen Gründe, warum er sich nicht mehr mit Deutschland beschäftigte, schilderte er in dem bewegenden letzten Brief an Mary Gerold:

„Ich habe über das, was da geschehen ist, nicht eine Zeile veröffentlicht - auf alle Bitten hin nicht. Es geht mich nichts mehr an. Es ist nicht Feigheit - was dazu schon gehört, in diesen Käseblättern zu schreiben. Aber ich bin au-dessus de la mêlée, es geht mich nichts mehr an. Ich bin damit fertig...“

Tatsächlich aber war er noch nicht mit allem fertig, und er nahm sehr wohl Anteil an den Entwicklungen in Deutschland und Europa. Um dem inhaftierten Ossietzky beizustehen, dachte er auch daran, wieder an die Öffentlichkeit zu treten. Kurz vor seinem Tod plante er, in einem scharfen Artikel mit dem einst von ihm verehrten norwegischen Dichter Knut Hamsun abzurechnen. Hamsun hatte sich offen für das Hitler-Regime ausgesprochen und Carl von Ossietzky angegriffen, der ohne sich wehren zu können, im Konzentrationslager Papenburg-Esterwegen einsaß. Hinter den Kulissen unterstützte Tucholsky auch die Verleihung des Friedensnobelpreises des Jahres 1935 an den inhaftierten Freund. Ossietzky erhielt die Auszeichnung tatsächlich im folgenden Jahr rückwirkend für 1935. Den Erfolg seiner Bemühungen hat Kurt Tucholsky jedoch nicht mehr erlebt.

Von der lang anhaltenden Krankheit geschwächt, nahm er am Abend des 20. Dezember 1935 in seinem Haus in Hindås eine Überdosis Schlaftabletten ein. Tags darauf wurde er, schon im Koma liegend, gefunden und ins Sahlgrensche Krankenhaus nach Göteborg gebracht. Dort verstarb Kurt Tucholsky am Abend des 21. Dezember. Die These vom Suizid wird in jüngster Zeit von Tucholskys Biographen Michael Hepp (siehe unten) angezweifelt. Er hält eine Selbsttötung aus Versehen für möglich.

Die Asche Kurt Tucholskys wurde im Sommer 1936 unter einer Eiche nahe Schloss Gripsholm im schwedischen Mariefred beigesetzt. Die Grabplatte mit der Inschrift "Alles Vergängliche ist Nur Ein Gleichnis" aus Goethes Faust II wurde erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf das Grab gelegt. Tucholsky selbst hatte 1923 in der Satire Requiem folgenden Grabspruch für sein Pseudonym Ignaz Wrobel vorgeschlagen:

HIER RUHT EIN GOLDENENS HERZ
UND EINE EISERNE SCHNAUZE
GUTE NACHT -!</center>
Inhaltsverzeichnis

Rezeption und Einzelaspekte

Tucholsky gehörte zu den meist beschäftigten und bestbezahlten Journalisten der Weimarer Republik. In den 25 Jahren seines publizistischen Schaffens veröffentlichte er in fast 100 Publikationen mehr als 3000 Artikel, die meisten davon, etwa 1.600, in der Wochenzeitschrift Die Weltbühne. Zu seinen Lebzeiten erschienen bereits sieben Sammelbände mit kürzeren Texten und Gedichten, die zum Teil dutzende Auflagen erzielten. Werke und Äußerungen Tucholskys polarisieren zum Teil bis heute, wie die Auseinandersetzungen um seinen Satz "Soldaten sind Mörder" in den 90er Jahren belegen. Seine Kritik an der Politik und der Literatur seiner Zeit, aber auch an Teilen des deutschen Judentums riefen immer wieder Widerspruch hervor.

Der politische Schriftsteller

Tucholskys Rolle als politischer Journalist wurde von jeher kontrovers beurteilt. Sein Selbstverständnis als linker Intellektueller legte er in dem programmatischen Text "Wir Negativen" dar, in dem er schon im März 1919 zu den Vorwürfen Stellung beziehen musste, die junge Republik nicht positiv genug zu sehen. Sein Fazit lautete damals:

"Wir können nicht zu einem Volk Ja sagen, das, noch heute, in einer Verfassung ist, die, wäre der Krieg zufälligerweise glücklich ausgegangen, das Schlimmste hätte befürchten lassen. Wir können nicht zu einem Land Ja sagen, das von Kollektivitäten besessen ist, und dem die Korporation weit über dem Individuum steht."

Seine scharfen Angriffe auf Justiz, Verwaltung und Militär in den folgenden Jahren machten deutlich, dass er zu den Institutionen der Weimarer Republik bis zum Schluss kein Vertrauen fasste. Angesichts seiner kompromisslosen Haltung gegen die Nationalsozialisten, war es nur folgerichtig, dass Tucholsky seinen Namen auf der ersten Ausbürgerungsliste des Dritten Reiches wiederfand und dass seine Werke nach 1933 verboten wurden. Bei den Bücherverbrennungen durch Studenten in Berlin und anderen Städten am 10. Mai wurden er und Ossietzky explizit genannt: "Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften von Tucholsky und Ossietzky!" Tucholsky kommentierte entsprechende Nachrichten nur noch gleichgültig, etwa in einem Brief an Walter Hasenclever vom 17. Mai 1933:

In Frankfurt haben sie unsere Bücher im Ochsenkarren zum Richtplatz geschleift. Wie ein Trachtenverein von Oberlehrern. Nun aber zu Ernsthaftem ...

In der Nachkriegszeit wurden aber auch in der Bundesrepublik Stimmen laut, die linken Literaten wie Tucholsky und Bertolt Brecht eine Mitschuld am Scheitern der Weimarer Republik gaben. Mit ihrer unbarmherzigen Kritik hätten Zeitschriften wie die Weltbühne letztlich den Nazis in die Hände gespielt, lautete der Tenor der Vorwürfe. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Auffassung war der Historiker Golo Mann. Tucholsky selbst sah seine Kritik dagegen immer als konstruktiv: Er trat für das ein, was nach 1949 als "wehrhafte Demokratie" bezeichnet wurde. In seinen Augen hatte das Scheitern von Weimar nichts damit zu tun, dass Autoren wie er zuviel, sondern damit, dass sie zu wenig Wirkung erzielten. Im Mai 1931 schrieb er an den Publizisten Franz Hammer:

"Das, worum mir manchmal so bange ist, ist die Wirkung meiner Arbeit. Hat sie eine? (Ich meine nicht den Erfolg; er läßt mich kalt.) Aber mir erscheint es manchmal als so entsetzlich wirkungslos: da schreibt man und arbeitet man - und was ereignet sich nun realiter in der Verwaltung? Bekommt man diese üblen und verquälten, quälenden invertierten Anstaltsweiber fort? Gehen die Sadisten? Werden die Bürokraten entlassen (...)? Das bedrückt mich mitunter."

Und wie eine vorweggenommene Antwort auf die Kritiker der Nachkriegszeit liest sich eine weitere Stelle aus dem bereits zitierten Brief an Hasenclever vom 17. Mai 1933:

"Ich werde nun langsam größenwahnsinnig - wenn ich zu lesen bekomme, wie ich Deutschland ruiniert habe. Seit 20 Jahren aber hat mich immer das selbe geschmerzt: daß ich auch nicht einen Schutzmann von seinem Posten habe wegbekommen können."

Tucholsky und die Arbeiterbewegung

Tucholsky verstand sich seit je her als linker Intellektueller, der für die Arbeiterbewegung eintrat. Gegenüber den Arbeiterparteien beharrte er jedoch auf dem Recht auf eine eigene Meinung abseits der Parteidisziplin. Dass er die Weltbühne nicht als dogmatisches Verkündigungsorgan, sondern als Diskussionsforum für die gesamte Linke betrachtete, brachte ihm 1929 folgende Kritik der kommunistischen Zeitschrift "Die Front" ein: "Die Tragödie Deutschlands ist nicht zuletzt die jämmerliche Halbheit seiner 'linken' Intellektuellen, die da über den Parteien thronten, weil es 'einem in den Reihen nicht leicht gemacht wird' (um mit Kurt Tucholsky zu sprechen). Diese Leute haben 1918 glänzend versagt, sie versagen noch heute".

Tucholsky antwortete darauf in seinem Artikel "Die Rolle des Intellektuellen in der Partei":

"Der Intellektuelle schreibe sich hinter die Ohren:
Er ist nur unter zwei Bedingungen überhaupt befugt, in die Führung einer Arbeiterpartei einzutreten: wenn er soziologische Kenntnisse besitzt und wenn er für die Arbeitersache politische Opfer bringt und gebracht hat. (...)
Die Partei schreibe sich hinter die Ohren:
Fast jeder Intellektuelle der zu ihr kommt, ist ein entlaufener Bürger. Ein gewisses Mißtrauen ist am Platz. Aber dieses Mißtrauen darf nicht jedes Maß übersteigen.(...)
Es kommt nur auf eins an: zu arbeiten für die gemeinsame Sache.

Anders als die Bundesrepublik, versuchte die DDR nach dem Krieg, Tucholsky in die eigene Traditionsbildung einzubeziehen. Dabei wurde jedoch unterschlagen, dass er den moskauhörigen Kurs der KPD, den er für die Zersplitterung der Linken und den Sieg der Nationalsozialisten mit verantwortlich machte, aufs schärfste abgelehnt hatte. In einem Brief an den Journalisten Heinz Pol schrieb er kurz nach Hitlers Machtübernahme am 7. April 1933, als in ganz Europa Boykott-Maßnahmen gegen Deutschland diskutiert wurden:

"Wichtig erscheint mir ferner: die Haltung Russlands gegenüber Deutschland. Wäre ich Kommunist: ich spuckte auf diese Partei. Ist das eine Art, die Leute in der Tinte sitzen zu lassen, weil man die deutschen Kredite braucht?"

In einem Schreiben an den gleiche Adressaten heißt es am 20. April:

"Die KPD hat in Deutschland von vorn bis hinten dummes Zeug gemacht, sie hat ihre Leute auf der Straße nicht begriffen, sie hat die Massen eben nicht hinter sich gehabt. Und wie hat sich Moskau dann benommen, als es schief gegangen ist? (...) Und dann haben die Russen nicht einmal den Mut, aus ihrer Niederlage - denn es ist ihre Niederlage - zu lernen? Auch sie werden nach bittern Erfahrungen eines Tages einsehen, dass es nichts ist mit:
der absoluten Totalität der Staatsherrschaft;
mit dem einseitigen vulgären Materialismus;
mit der frechen Dreistigkeit, die ganze Welt über einen Leisten zu hauen, der nicht einmal Moskau passt.

Der Literaturkritiker und Dichter

Auf dem Gebiet der Literaturkritik gehört es zum Verdienst Tucholsky, als einer der ersten auf das Werk Franz Kafkas aufmerksam gemacht zu haben. Als "tief und mit den feinfühligsten Fingern gemacht" beschrieb er bereits 1913 Kafkas Prosa in dessen Erstlingswerk "Betrachtung". Den Roman "Der Process" bezeichnete er in seiner Rezension als das "das unheimlichste und stärkste Buch der letzten Jahre". Zu seinen Entdeckungen für die deutschen Leser gehörte auch der "Schwejk" von Jaroslav Hašek. Kritisch beurteilte er dagegen "Ulysses" von James Joyce: "Ganze Partien des "Ulysses" sind schlicht langweilig." Insgesamt rezensierte Tucholsky mehr als 500 literarische Werke, in seinen seitenlangen Rubriken "Auf dem Nachttisch" oft ein halbes Dutzend auf einmal.

Als Chanson- und Coupletdichter trug Tucholsky dazu bei, diese Genres für die deutsche Sprachwelt zu erschließen. "Die Mühe, die es macht, der deutschen Sprache ein Chanson - und nun noch gar eins für den Vortrag - abzuringen, ist umgekehrt proportional zur Geltung dieser Dinge", klagte er in dem Text "Aus dem Ärmel geschüttelt". Als Lyriker verstand er sich jedoch nur als "Talent", im Gegensatz zum "Jahrhundertkerl" Heinrich Heine. Das Gedicht "Mutterns Hände" ist ein typisches Beispiel seiner "Gebrauchslyrik", wie Tucholsky diese poetische Richtung, deren Hauptvertreter Erich Kästner war, in einem gleichnamigen Artikel bezeichnete. Zum Tucholsky-Repertoire in Schullesebüchern gehören auch Gedichte wie "Augen in der Großstadt" und "Das Ideal".

Tucholsky und das Judentum

Sehr kontrovers wird auch Tucholskys Einstellung zum Judentum gewertet. Der jüdische Wissenschaftler Gershom Scholem bezeichnete ihn als einen der "begabtesten und widerwärtigsten jüdischen Antisemiten". Ursache für dieses Urteil waren unter anderem die "Wendriner"-Geschichten, die nach Ansicht Scholems die jüdische Bourgeoisie in "erbarmungslosesten Nacktaufnahmen" darstellten. Dagegen wurde vorgebracht, dass Tucholsky in der Figur des "Herrn Wendriner" nicht den Juden bloßstelle, sondern den Bourgeois. Ihm ging es darum, die gesinnungslose Mentalität eines Teils des konservativen jüdischen Bürgertums anzuprangern, der seiner Meinung nach selbst die größten Demütigungen durch eine nationalistische Umwelt hinnehme, so lange er seinen Geschäften nachgehen könne.

Scholems Kritik ist umso bemerkenswerter, da Tucholsky selbst aus Sicht der Konservativen und Rechtsextremen - auch der deutschnationalen Juden - geradezu das perfekte Feindbild vom "zersetzenden, jüdischen Literaten" abgab. Dass Tucholsky aus dem Judentum ausgetreten war und sich protestantisch hatte taufen lassen, spielte für diese Kritiker keine Rolle. Auch das heute noch gegen Juden vorgebrachte Argument, dass sie mit ihren Äußerungen selbst den Antisemitismus provozierten, wurde schon gegen Tucholsky ins Feld geführt. In seiner "Literaturgeschichte des deutschen Volkes" brachte Josef Nadler 1941 den Hass der Nazis gegen den bereits Verstorbenen aufs Deutlichste zum Ausdruck: "Kein Volk dieser Erde ist jemals in seiner eigenen Sprache so geschmäht worden wie das deutsche durch Tucholsky." Seinen letzten langen Brief vor seinem Tod widmete Tucholsky erstaunlicherweise vollständig der Situation des deutschen Judentums. An den nach Palästina emigrierten Arnold Zweig schrieb er resigniert: "Man muß ganz von vorn anfangen."

Tucholsky und die Frauen

Spätestens seit dem Erscheinen von Lisa Matthias' Autobiographie "Ich war Tucholskys Lottchen" verfügen die Tucholsky-Forscher über genügend Stoff, um ausgiebig Spekulationen über das Verhältnis Tucholskys zu den Frauen anzustellen. Matthias schilderte in ihren Erinnerungen Tucholsky als einen beziehungsunfähigen Erotomanen, der sie, selbst eine Geliebte, mit mehreren Frauen gleichzeitig betrogen habe. Die Veröffentlichung der Memoiren wurde 1962 als Skandal empfunden, weil Matthias nach Auffassung der Literaturkritiker zu sehr die Sexualität Tucholskys zum Thema gemacht habe. Dass sie Tucholsky "in noch weniger als Unterhosen" (Walther Karsch) geschildert habe, trifft allerdings nicht zu. Auch Tucholskys erste Frau Else Weil bestätigte, dass dieser es mit der Treue nicht sehr genau genommen habe. Von ihr ist der Satz überliefert: "Als ich über die Damen wegsteigen musste, um in mein Bett zu kommen, ließ ich mich scheiden." Tucholskys zweite Frau Mary Gerold äußerte sich dagegen nie über das Privatleben ihres Mannes.

Für das Scheitern von Tucholskys beiden Ehen machen Biographen meist sein schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter verantwortlich, unter deren Regiment er nach dem frühen Tod des Vaters gelitten habe. Tucholsky und seine beiden Geschwister beschrieben sie übereinstimmend als tyrannischen Typus der "alleinstehenden Hausmegäre". Dies habe es dem "erotisch leicht irritierten Damenmann" (Raddatz) unmöglich gemacht, auf Dauer die Nähe einer Frau zu ertragen. Kurz vor seinem Tod, als er noch mit Hedwig Müller und Gertrude Meyer liiert war, bekannte sich Tucholsky allerdings wieder zu seiner zweiten Frau Mary Gerold, die er auch zu seiner Alleinerbin machte. In seinem Abschiedsbrief an sie, schrieb er über sich selbst: "Hat einen Goldklumpen in der Hand gehabt und sich nach Rechenpfennigen gebückt; hat nicht verstanden und hat Dummheiten gemacht, hat zwar nicht verraten, aber betrogen, und hat nicht verstanden."

Gerhard Zwerenz vertritt in seiner Biographie die These, Tucholsky sei nicht in der Lage gewesen, "intellektuelle Fähigkeiten beim Weib zu akzeptieren, ohne die Frau zugleich zu maskulinisieren". Als Belege dafür führt er Aussagen an wie: "Frankfurt hat zwei große Männer hervorgebracht: Goethe und Gussy Holl", oder die Tatsache, dass er Mary Gerold in seinen Briefen meist mit "Er" angesprochen habe. Letztlich bleiben nachträgliche psychologische Betrachtungen dieser Art immer Spekulation. Fest steht, dass Tucholsky in seinen Erzählungen "Rheinsberg" und "Schloß Gripsholm" ein für damalige Verhältnisse fortschrittliches Frauenbild propagierte. Die "Claire", die "Prinzessin" und "Billie" sind selbständige Frauen, die ihre Sexualität nach eigenen Vorstellungen ausleben und sich nicht überkommenen Moralvorstellungen unterwerfen. Dies gilt auch für die Figur des "Lottchen". Seine Abneigung gegen asexuelle Intellektuelle im Reformkleid brachte Tucholsky in der Figur der Lissy Aachner in "Rheinsberg" zum Ausdruck. Die bösartige Direktorin des Kinderheims in "Schloß Gripsholm" entspricht dagegen eher dem Typus, den Tucholsky in seiner Mutter Doris gesehen haben könnte.

Zitate von Kurt Tucholsky

siehe auch: Weitere Zitate von Kurt Tucholsky bei Wikiquote== Werke ==

Werkausgaben

Briefe und Tagebücher

Literatur

Weblinks



--InfoG 17:30, 24. Mär 2005 (CET)













Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Kurt Tucholsky aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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