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Lübeck

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Lübeck. Weiteres siehe: Lübeck (Begriffsklärung).


Wappen Karte

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Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stadtkreis
Geografische Lage: 53° 52' n. Br.
10° 41' ö. L.
Höhe: 13 m ü. NN
Fläche: 214,14 km²
Einwohner: 214.338 (1. Januar 2004)
Bevölkerungsdichte: 996 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23501 - 23570
(alt: 2400)
Vorwahl: 0451 und 04502
Kfz-Kennzeichen: HL
Gemeindeschlüssel: 01 0 03 000
Stadtgliederung: 10 Stadtteile mit
35 Stadtbezirken
Adresse der
Stadtverwaltung:
Breite Straße 62
23539 Lübeck
Offizielle Website: www.luebeck.de- style="background:#FFFFFF;" E-Mail-Adresse: info@luebeck.de
Politik
Stadtpräsident: Peter Sünnenwold (CDU)
Bürgermeister: Bernd Saxe (SPD)

Die Hansestadt Lübeck ist eine kreisfreie Stadt im Südosten Schleswig-Holsteins an der Ostsee (Lübecker Bucht). Sie ist nach der Landeshauptstadt Kiel die zweitgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Landes. Die aus dem Mittelalter erhaltene Altstadt ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Nächst größere Städte sind Hamburg etwa 58 km südwestlich und Kiel etwa 63 km nordwestlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Lübeck überschritt um das Jahr 1911 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt an der unteren Trave, einem schiffbaren Fluss, der in Richtung Nordosten das Stadtgebiet durchfließt und etwa 17 km von der Altstadt entfernt im Stadtteil Travemünde in die Ostsee (Lübecker Bucht) mündet. Die Altstadt liegt auf einem mäßigen Hügel, der einen Werder zwischen den Wasserläufen der Trave und der hineinmündenden Wakenitz bildet. Ferner durchzieht der Elbe-Lübeck-Kanal das Stadtgebiet. Lübeck ist eine bedeutende Hafenstadt mit Fährverbindungen nach Skandinavien.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden, benannt nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Osten, grenzen an die Stadt Lübeck. Sie gehören mit Ausnahme von 2 Gemeinden, die in Mecklenburg-Vorpommern liegen, alle zu Schleswig-Holstein.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Lübecks ist in 10 Stadtteile eingeteilt. Diese wiederum sind in insgesamt 35 Stadtbezirke gegliedert. Die 10 Stadtteile mit ihrer amtlichen Nummern, ihren zugehörigen Stadtbezirken, deren amtlichen Nummern sowie etwaige Einwohnerzahlen der Stadtteile:

Geschichte

Auf zirka 700 datiert die slawische Besiedelung vor allem des Osten Holsteins. Bereits zur Zeit Karls des Großen ist Lübeck bekannt. Das slawisch Liubice genannte Lübeck war seit dem 10. Jahrhundert neben Oldenburg in Holstein (Starigard) die wichtigste Siedlung der Abodriten. Das in Liubice sesshafte Geschlecht der Nakoniden lag mit den Wilzen in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen. Eine burgartige Befestigung für diese Zeit ist wahrscheinlich. Nach einer Erwähnung 819 wurde Liubicen erneut um das Jahr 1076 von Adam von Bremen erwähnt. Im Jahr 1093 wurden dann die Abodriten in der Herrschaft durch die Wagrier abgelöst. Im Jahr 1138 wurde der Ort von Slawen niedergebrannt. Die Stadt Lübeck in der heutigen Lage wurde dann 1143 durch Adolf II., Graf von Schauenburg und Holstein neu begründet und 1159 nach einem Brand durch Heinrich den Löwen wiederaufgebaut. Die Stadt nahm rasch Aufschwung und war in der Hansezeit Hauptort der Hanse und zeitweise wichtigste Handelsstadt des nördlichen Europas.



Im 14. Jahrhundert war Lübeck nach Köln die zweitgrößte Stadt Deutschlands und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der fünf Herrlichkeiten des Reiches, gemäß Edikt von Kaiser Karl IV. vom 20. Oktober 1375.

Das Lübecker Stadtrecht (lübisches Recht) galt in vielen Hansestädten, und Lübeck war Appellationsgericht für alle Hansestädte.

Hamburg und Lübeck arbeiteten zusammen, während Hamburg insbesondere den Nordseeraum und Westeuropa abdeckte, orientierte sich der Seeverkehr Lübecks besonders nach Skandinavien und in den gesamten Ostseeraum bis nach Nowgorod. Der Handelsverkehr zwischen den beiden Hansestädten wurde vorwiegend über Land durchgeführt, aber auch per Binnenschiff durch den Stecknitz-Kanal, über den auch das Salz aus Lüneburg, eines der wichtigsten Exportgüter Lübecks in Richtung Norden und Osten, transportiert wurde. Lübeck unterhielt auch eine bedeutende Kriegsmarine, vor allem zum Schutz gegen Seeräuber, die Vitalienbrüder.

Mit dem Ende der Hansezeit verlor Lübeck die überragende Bedeutung, blieb aber wichtige Handelsstadt.

Durch das Groß-Hamburg-Gesetz verlor Lübeck 1937 unter der Naziherrschaft seine 711 Jahre andauernde territoriale Eigenständigkeit und wurde zu einem Teil der damals noch preußischen Provinz Schleswig-Holstein.

In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. März auf den 29. März 1942 wurde Lübeck als erste deutsche Großstadt mit einem Flächenbombardement von der britischen Royal Air Force bombardiert, als "Vergeltung" für den deutschen Angriff auf die englische Stadt Coventry. In Lübeck wurden bei dem Bombenangriff 320 Menschen getötet, 1044 Gebäude der Stadt zerstört oder beschädigt, unter ihnen die Marienkirche, die Petrikirche und der Dom. Die Altstadt mit ihren schönen mittelalterlichen Häusern trug bleibende Schäden davon.

Nach 1945 vergrößerte sich Lübecks Einwohnerzahl erheblich durch Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Bis 1989 war Lübeck Grenzstadt an der innerdeutschen Grenze.

Weltkulturerbe

1987 wurden die erhaltenen Teile des mittelalterlichen Stadtkerns von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Damit wurde erstmals in Nordeuropa eine ganze Altstadt als Weltkulturerbe anerkannt. Ausschlaggebend waren dabei der exemplarische Charakter der Altstadt für die mittelalterliche Stadtentwicklung im Ostseeraum, die markante Stadtsilhouette und die geschlossen erhaltene vorindustrielle Bausubstanz. Hinzu kam als weitere schützenswerte Besonderheit der für die archäologische Erforschung des mittelalterlichen Städtewesens außerordentlich ergiebige Untergrund. Der von der UNESCO geschützte Bereich bezieht die wichtigsten Bauwerke Lübecks ein: den Baukomplex des Rathauses, das Burgkloster, den Koberg - ein vollständig erhaltenes Viertel des späten 13. Jh. - mit Jakobikirche, Heiligengeist-Spital und den Baublöcken zwischen Glockengießer- und Aegidienstraße, das Viertel der Patrizierhäuser des 15. und 16. Jh. zwischen Petrikirche und Dom, das Holstentor und die Salzspeicher am linken Traveufer.

Eingemeindungen

Wie die meisten ehemaligen Freien Reichsstädte konnte auch Lübeck im Laufe der Geschichte neben dem eigentlichen Stadtgebiet umliegende Dörfer und Städte (etwa Travemünde im Jahre 1329) für sich gewinnen. Das "Staatsgebiet" der Freien Reichsstadt Lübeck bestand daher bis 1937 aus dem eigentlichen Stadtgebiet und dem sog. "Landgebiet", also einer Vielzahl von Landgemeinden, die zum Teil auch als Exklave außerhalb des sonst geschlossenen Gebiets lagen. Die Gemeinden des Landgebiets hatten mehr oder weniger eine eigene Verwaltung beziehungsweise die Bürger dieser Gemeinden hatten andere Rechte als die Bürger der Stadt. Das Landgebiet war in folgende Teilgebiete eingeteilt: "Vor dem Burgtor", "Vor dem Holstentor", "Vor dem Mühlentor" und "Gebiet außerhalb der Landwehr (inclusive Exklaven)". Für das Bewaffnungswesen war das gesamte Staatsgebiet Lübecks in fünf Bezirke eingeteilt: Holstentor-, Mühlentor-, Burgtor-, Ritzerauer und Travemünder Bezirk. 1804 vergrößerte sich das Landgebiet erheblich, als der Senat durch einen Vergleich mit dem Herzog von Oldenburg das durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisierte Stiftsland des Domkapitels und den Landbesitz des St. Johannisklosters aufteilte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts setzten sich für die Vorstädte, also die Gebiete vor den Stadttoren eigene Bezeichnungen durch: St. Jürgen, St. Gertrud, St. Lorenz. 1861 wurden die Grenzen der Vorstädte offiziell festgelegt. Später wurden die Vorstädte um Gebiete der angrenzenden Landgemeinden vergrößert. Die erste größere Eingemeindung wurde 1913 vollzogen, als Travemünde und 11 Landgemeinden mit der Stadt Lübeck vereinigt wurden. Das Stadtgebiet umfasste danach zunächst noch zwei getrennte Teile. Dazwischen lagen mehrere Landgemeinden. 1935 wurden jedoch beide Teile des Stadtgebiets durch die Eingliederung weiterer Landgemeinden geschlossen. Die Landgemeinden außerhalb des geschlossenen Gebiets (Exklaven) blieben zunächst noch bei Lübeck, wurden 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz, als die Stadt Teil der Provinz Schleswig-Holstein wurde, jedoch vollständig von Lübeck abgetrennt und in die benachbarten Landkreise eingegliedert.

Im einzelnen wurden folgende Gemeinden in die Stadt Lübeck eingegliedert:

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (&sup1) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.

Jahr Einwohnerzahlen
1350 18.100
1400 etwa 20.000
1502 25.444
1600 22.570
1700 23.596
1807 24.631
1851 26.098
1. Dezember 1875 &sup1 44.799
1. Dezember 1890 &sup1 63.590
2. Dezember 1895 &sup1 69.874
1. Dezember 1900 &sup1 82.098
1. Dezember 1910 &sup1 91.541
8. Oktober 1919 &sup1 113.071
16. Juni 1925 &sup1 120.759
16. Juni 1933 &sup1 129.427
17. Mai 1939 &sup1 154.818
13. September 1950 &sup1 238.276
6. Juni 1961 &sup1 235.200
27. Mai 1970 &sup1 239.339
30. Juni 1975 233.100
30. Juni 1980 221.500
30. Juni 1985 211.000
27. Mai 1987 &sup1 210.497
30. Juni 1997 215.400

&sup1 Volkszählungsergebnis

Religionen

Mit dem Wiederaufbau der Stadt verlegte Heinrich der Löwe 1160 den Bischofssitz aus Oldenburg (Holstein) hierher. Die persönliche Residenz des Bischofs blieb in Eutin, das dadurch später zum Zentrum des Fürstbistums Lübeck wurde.

Siehe auch:

Ab 1524 hielt die Reformation Einzug in der Stadt (erste evangelische Predigt), und 1530/31 führte der Rat der Stadt eine neue Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen ein. Danach war Lübeck über viele Jahre eine protestantische Stadt. Als Freie Reichsstadt hatte in Lübeck der Senat das landesherrliche Kirchenregiment inne und konnte die kirchlichen Angelegenheiten selbst regeln. Die Verwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lübeck erfolgte durch das Konsistorium, das jedoch eher ein kirchliches Gericht als eine Behörde war, sowie durch das Geistliche Ministerium, an dessen Spitze bis 1796 ein Superintendent, dann ein Senior stand. 1921 erhielt die Landeskirche eine neue Verfassung und 1948 wurde sie Gründungsmitglied der EKD. 1977 schloss sie sich der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche an und wurde Sitz des Sprengels Holstein-Lübeck dieser neuen Landeskirche. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören zum Kirchenkreis Lübeck.

1666 entstand in Lübeck auch eine reformierte Gemeinde und 1689 eine französisch-reformierte Gemeinde, die sich aus zugewanderten Hugenotten rekrutierte. Beide Gemeinden vereinigten sich 1781 zur "Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde Lübeck", welche 1926 der Evangelisch-reformierten Landeskirche der Provinz Hannover beitrat.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. 1849 erhielten sie eine erste Rechtsordnung und 1888 wurde die erste katholische Kirche Lübecks, die Herz-Jesu-Kirche - heute Propsteikirche Herz-Jesu - gebaut. Weitere katholische Gemeinden wurden im 20. Jahrhundert gegründet. Sie gehörten zunächst zum "Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen" und ab 1930 aufgrund des Preußischen Konkordates von 1929 zum Bistum Osnabrück. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg, zu dem die Stadt Lübeck nunmehr gehört. Offiziell errichtet wurde das Erzbistum Hamburg allerdings erst am 7. Januar 1995. Die Pfarrgemeinden der Stadt Lübeck gehören innerhalb der Erzdiözese Hamburg zum Dekanat Lübeck.

Seit dem Jahr 1901 ist die Neuapostolische Kirche in Lübeck vertreten.

Von besonderer Bedeutung für die Ökumene in Lübeck ist das Gedenken an die Lübecker Märtyrer. Die drei katholischen Priester Johannes Prassek, Hermann Lange und Eduard Müller sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink wurden 1942 verhaftet, vom nationalsozialistischen Volksgerichtshof 1943 wegen "Rundfunkverbrechen, landesverräterischer Feinbegünstigung und "Zersetzung der Wehrkraft" zum Tode verurteilt und am 10. November 1943 in Hamburg durch Enthaupten hingerichtet.

Politik

Die Leitung der Stadt Lübeck oblag über Jahrhunderte dem Rat der Stadt mit der oder den Bürgermeistern an der Spitze. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Rat mit Senat bezeichnet. Dieser hatte 16 Senatoren und vier Bürgermeister, wobei die beiden ältesten sich im Vorsitz jährlich ablösten. Ab 1848 gab es nur noch zwei Bürgermeister. Sie waren lediglich Vorsitzende des Senats, nicht aber "Staatsoberhaupt" der Freien Hansestadt Lübeck. Neben dem Senat gab es die "Bürgerschaft" als "Parlament". 1933 wurde die Bürgerschaft aufgelöst und der Senat verkleinert. Vorsitzender war fortan der "Oberbürgermeister".

Am 1. April 1937 wurde Lübeck im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert, verlor damit seine Reichsunmittelbarkeit, also seine territoriale Souveränität.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Schleswig-Holstein Teil der britischen Besatzungszone. Die Militärregierung führte 1946 eine zweigleisige Verwaltungsspitze ein. Danach gab es zunächst einen Bürgermeister als Vorsitzenden der "Bürgerschaft" und daneben einen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung. Auf die erst seit 1933 geführte Amtsbezeichnung Oberbürgermeister für den Vorsitzenden der Bürgerschaft wurde verzichtet, weil der Titel Bürgermeister in Lübeck eine lange Tradition hat. Die schleswig-holsteinische Gemeindeordnung von 1950 übertrug den Titel "Bürgermeister" dem Leiter der Verwaltung und führte für den Vorsitzenden der Bürgerschaft wie bei allen größeren Städten Schleswig-Holsteins die neue Bezeichnung Stadtpräsident ein.


Bürgermeister Lübecks 1813 bis 1946

Zwischen 1824 und 1916 hatten folgende Personen das Bürgermeisteramt mehrmals für jeweils ein Jahr inne (hinter dem Namen werden die jeweiligen Amtsjahre genannt):

Vorsitzende der Bürgerschaft seit 1946

Leiter der Verwaltung seit 1946

Wappen

Das Wappen der Stadt Lübeck zeigt in Gold einen rot bewehrten, schwarzen Doppeladler mit einem von Weiß und Rot geteilten Brustschild. Es handelt sich um den "Reichsadler" als Symbol der ehemaligen Reichsfreiheit der Stadt Lübeck, welche die Stadt bis 1937 genoss, als sie durch das Groß-Hamburg-Gesetz der preußischen Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert wurde. Die Stadtfarben sind Weiß-Rot. In der oberen Ecke der Flagge an der Flaggenstange befindet sich der Adler des Stadtwappens.

Städtepartnerschaften

Lübeck unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:

Freundschaftsverträge bestehen mit Venedig (Italien) seit 1979, mit Kawasaki (Japan) seit 1992 und mit Bergen (Norwegen) seit 1996. Darüber hinaus unterhält Lübeck freundschaftliche Beziehungen mit mehr als 100 anderen europäischen Städten, die regelmäßig an den Hansetagen der Neuzeit teilnehmen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Lübecker Hafen ist der größte deutsche Ostseehafen und Tor nach Skandinavien und ins Baltikum. Zahlreiche Fährlinen verbinden die Lübecker Häfen mit dem gesamten Ostseeraum. Der Skandinavienkai ist der größte Fährhafen Europas – regelmäßig verkehren von hier Jumbofähren nach Trelleborg in Südschweden, nach Malmö und Göteborg in Westschweden, nach Finnland, nach Russland und in die baltischen Staaten.

Die stadtnahen Häfen Hansekai und Roddenkoppelkai werden heutzutage kaum noch für die gewerbliche Seeschifffahrt genutzt. Am Roddenkoppelkai legt alle paar Monate mal ein Viehtransporter an, der Hansekai dient allenfalls Binnenschiffen oder Kurzzeit-Aufliegern als Liegeplatz. Der Konstinkai ist Hauskai der Transfennica-Reederei, die rollende Ladung zu finnischen Häfen befördert. Außerdem werden hier gelegentlich kleine Küstenbulker gelöscht, die Getreide für die BRÜGGEN-Cornflakes-Werke anlanden. Unmittelbar südlich vom Konstinkai ist der Burgtorkai, der früher als Kreuzfahrtterminal diente. Durch den zur Zeit anlaufenden Bau der Nordtangente und die damit verbundene Straßenquerung über die Trave in Höhe des Nordlandkais können große Schiffe den Burgtorkai bald nicht mehr anlaufen. Der Nordlandkai ist "Heimathafen" der riesigen Finncarriers – haushohe RoRo-Schiffe, die rollende Ladung nach Finnland und Russland verschiffen. Gelegentlich machen am ATR-Getreidesilo größere Überseeschiffe fest, die Getreide für Fernost oder Südostasien laden. Diese Schiffe stellen für Schiffsenthusiasten einen wahren Leckerbissen dar. In privater Hand sind die Lehmannkais I-III. Die Lehmann-Reederei hat ihren Sitz in Lübeck, die Schiffe der Reederei laufen allerdings unter so genannter "Billigflagge". Es handelt sich primär um Küstenbulker, die hauptsächlich Baustoffe in der nordeuropäischen Fahrt transportieren. Die Reederei Lehmann hat Anfang Januar 2004 das Gelände der ehemaligen Flender-Werft gekauft und möchte hier 3–4 RoRo-Anleger bauen. Man hofft, hier weitere Fährlinien in den russischen und baltischen Raum aquirieren zu können. Noch recht neu ist der Schlutupkai, an dem hauptsächlich Papier aus Schweden angelandet wird. Der Skandinavienkai im Stadtteil Travemünde ist der Fährhafen Lübecks – und mit etwa 130 regelmäßigen Abfahrten pro Woche der größte Fährhafen Europas: Passagiere und Fracht werden von hier aus nach Schweden, Finnland, Russland und ins Baltikum befördert. Der Ostpreußenkai in Travemünde war bis vor wenigen Jahren der Liegeplatz der "Baltic Star", die hier zu "Butterfahrten" nach Rödbyhavn in Dänemark ablegte. Diese Butterfahrten sind der EU-Politik zum Opfer gefallen, und nun legen gelegentlich Kreuzfahrer am Ostpreußenkai an.

Verkehr

Durch das westliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A1 Hamburg-Fehmarn, die als so genannte "Vogelfluglinie" weiter nach Kopenhagen führt. An dieser Autobahn befinden sich die Abfahrten Lübeck-Moisling und Lübeck-Zentrum. Im Norden der Stadt zweigt beim Autobahndreieck Bad Schwartau, die A226 in Richtung Lübeck-Travemünde ab und setzt sich nach 3 km in die B75 fort. Seit 2001 ist der Lübecker Süden über die Anschlussstelle Lübeck-Genin an die A20 angeschlossen, die momentan in Schleswig-Holstein lediglich vom Autobahnkreuz Lübeck (A1/A20) zur Anschlussstelle Lübeck-Genin führt, später aber mit Mecklenburg-Vorpommern über Rostock bis hin zur polnischen Grenze verbinden soll. Hierdurch wird eine Entlastung des seit der Wende sehr verkehrsbelasteten Stadtzentrums erwartet. Im Westen Lübecks soll die A20 einmal nördlich und westlich um Hamburg herum führen und nördlich von Rotenburg (Wümme) an die A 1 Bremen-Hamburg angeschlossen werden.


Lübeck ist nicht an die elektrifizierten Strecken der Deutschen Bahn angeschlossen, das entsprechende während Jahren bestehende Projekt ist aufgrund des Bahn-Investitionsstopps nunmehr endgültig gestrichen worden. Fernzugverbindungen bestehen jedoch zwischen Hamburg und Kopenhagen. Regionalzüge fahren nach Hamburg, Lüneburg, Bad Kleinen (auch Halt in Lübeck-Sankt Jürgen), Kiel, Neustadt (Holstein) und Lübeck-Travemünde-Strand (mit Halt in Lübeck-Kücknitz, Lübeck-Travemünde-Skandinavienkai und Lübeck-Travemünde-Hafen).

Die Lübecker Straßenbahn wurde 1959 stillgelegt. Auch wenn eine Reaktivierung im Gespräch ist, wird zur Zeit der Stadtverkehr (ÖPNV) über Buslinien bewerkstelligt. Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003 ist das Lübecker Tarifgebiet in mehrere Tarifzonen aufgeteilt. Die Buslinien sind:


Lübeck verfügt über einen Regionalflughafen (Lübeck-Blankensee). Dieser Flughafen wird seit 2000 von der irischen Fluggesellschaft Ryanair als Flughafen "Hamburg-Lübeck" angeflogen und verbindet Lübeck seitdem mit London-Stansted. 2003 kamen weitere Fluglinien nach Bergamo, Stockholm-Skavsta und Pisa hinzu. Seitdem wird der Fluggesellschaft Ryanair vertragsgemäß ein Mengenrabatt gewährt, so dass die Passagierentgelte nicht proportional zu den Passagierzahlen wachsen. Im Gegenteil, die Verluste stiegen in den letzten Jahren stetig. Presse und Stimmen aus der Politik berichten trotzdem vom "Aufwind" des Lübecker Flughafens und suchen angestrengt nach einem Investor, da es die Finanzlage der Stadt Lübeck als alleinige Gesellschafterin nicht zulässt, den Flughafen weiter allein zu betreiben. Innerdeutsche Verbindungen und weitere Auslandsverbindungen wurden mehrmals angekündigt, dann aber doch nicht eingerichtet. Von der Eröffnung der A20 versprechen sich Lübecker Politiker mehr Passagiere für den Lübecker Flughafen, der sich so eventuell auch als Alternative für den Hamburger Osten anbieten soll. Derzeit läuft seit etwa drei Jahren ein Planfeststellungsverfahren zur Verlängerung der Startbahn in Richtung Osten, dessen Ausgang noch ungewiss ist.

Medien

Als Tageszeitung erscheinen in Lübeck die Lübecker Nachrichten. Der Sender Lübeck FMehemals Offener Kanal Lübeck) sendet sein Radioprogramm aus den Räumen der Musik- und Kunstschule in der Kanalstraße.
Ferner sind die Radio- und TV-Sender des NDR, der Deutschlandfunk, sowie die privaten Rundfunkveranstalter R.SH, Delta Radio, Radio NORA und Klassik Radio zu empfangen.


Öffentliche Einrichtungen

Folgende Behörden beziehungsweise Körperschaften haben ihren Sitz in Lübeck:

Bildung


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Lübeck bewirbt sich um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2010"

Theater

Museen

Bauwerke


Regelmäßige Veranstaltungen

Kulinarische Spezialitäten

Lübecker Erfindungen

Baltic-Cable

Lübeck ist Ausgangspunkt des längsten Hochspannungsseekabels der Welt, des "Baltic-Cables", einer 450kV-Gleichstromleitung nach Schweden mit den Eigentümern E.ON AG, Statkraft (Norwegen) und Sydkraft (Schweden).

Persönlichkeiten

Vereine

Literatur

Weblinks












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