Mörfelden-Walldorf
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Einordnung: Ort in Hessen
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Mörfelden-Walldorf ist eine Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Sie liegt im Landkreis Groß-Gerau und ist somit im Dreieck der südhessischen Großstädte Frankfurt am Main, Darmstadt und Wiesbaden zu finden. Die Doppelstadt teilt sich in zwei Gemeinden: das südlicher gelegene Mörfelden und das etwas nördlichere Walldorf.
Die Stadt Mörfelden-Walldorf ist am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Städte Mörfelden und Walldorf entstanden. Die Stadt hat ca. 32.700 Einwohner aus fast 100 Nationen. Der Ausländeranteil beträgt etwa 20 % und liegt damit wesentlich höher als im gesamten Rhein-Main-Gebiet (ca. 15 %) bzw. im Bundesgebiet (ca. 10 %). Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von etwa 4.416 Hektar (44,16 km²). Mehr als die Hälfte davon ist Wald; ca. 15% der Fläche ist sogar Naturschutzgebiet.
Mörfelden-Walldorf liegt im Süden des Rhein-Main-Gebietes und grenzt direkt an den Frankfurter Flughafen an. Die von der Startbahn West startenden Flugzeuge fliegen fast direkt über Mörfelden hinweg. Dieser Stadtteil gehört deshalb zu den am stärksten vom Fluglärm betroffenen Regionen im Rhein-Main-Gebiet.
Wegen der guten Verkehrsanbindungen ist Mörfelden-Walldorf ein beliebter Standort für Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Die Firma Aldi hat hier ihr Zentrallager für über 100 Filialen. SEAT Deutschland, Harley Davidson Deutschland und über 700 andere Firmen und Betriebe haben hier ihren Sitz.
Größter Arbeitgeber für die Einwohner von Mörfelden-Walldorf ist der Frankfurter Flughafen. Etwa 4.000 Menschen aus Mörfelden-Walldorf arbeiten dort. In der Doppel-Stadt selbst gibt es etwa 9.100 Arbeitsplätze. Die Arbeitslosenquote in Mörfelden-Walldorf liegt mit etwa 11,1 % unter dem Bundesdurchschnitt (Westdeutschland: 11,8).
Der Motorisierungsgrad der Bevölkerung Mörfelden-Walldorfs liegt mit 648 PKW je 1.000 Einwohnern erheblich über dem Durchschnitt (Landkreis Groß-Gerau: 560, Region Rhein-Main: 535, Westdeutschland: 490).
Nach den Berechnungen der GfK-Marktforschung, Nürnberg, verfügen die Einwohner von Mörfelden-Walldorf mit einem „Kaufkraft-Index“ von 119,7 (bezogen auf die BRD = 100) über finanzielle Mittel, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegen. Im Landkreis Groß-Gerau beträgt der Kaufkraft-Index 112,3.
Mörfelden-Walldorf verfügt über viele Freizeiteinrichtungen, darunter ein vor kurzem aufwendig modernisiertes Waldstadion, Tennisplätze und -hallen, ein Waldschwimmbad, einen Badesee, viele Sportplätze und Sporthallen und Grillplätze.
Zwei traditionsreiche Großvereine (der SKV Mörfelden und der SV Rot-Weiß Walldorf) und viele andere Vereine und Organisationen bieten den Leuten die Möglichkeit für viele Aktivitäten im sportlichen, im kulturellen und auch im sozialen Bereich.
Viele Vereine und Organisationen haben sich in Mörfelden-Walldorf dem Helfen und „Für-andere-da-sein“ verschrieben. Auch das städtische Kulturangebot erfreut sich inzwischen einiger Beliebtheit.
In jedem Stadtteil ist ein Heimatmuseum. Diese richten sich jedoch mit ihrem Angebot eher an Erwachsene als an Kinder und Jugendliche: Sie befassen sich weniger mit der ganzen Ortsgeschichte als mit „Zeitzeugenbefragungen und alltagsgeschichtlichen Themen“. Beide Heimatmuseen sehen sich als „moderne demokratische Bildungsinstitutionen“. Im Mörfelder Museum steht die Geschichte der Arbeit, insbesondere die der Frauenarbeit von 1916 - 1938 im Mittelpunkt. Im Walldorfer Museum wird hauptsächlich die Geschichte, die Sorgen, Nöte und auch Utopien der sogenannten "kleinen Leute" dokumentiert. Darüber hinaus werden im Walldorfer Museum religionsgeschichtliche Themen angesprochen. Hintergrund ist die eigene waldensische Tradition dieses Ortsteils. Das Bürgerhaus und die Stadthalle bieten Gelegenheiten für Tagungen und Veranstaltungen. Grundschulen, die Integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Volkshochschule und Musikschule, Kindertagesstätten, Jugendzentren, rund vierzig Spielplätze, eine Jugend- und Drogen- sowie eine Psychosoziale Beratungsstelle, Sozialstation sowie das moderne Altenhilfezentrum mit Therapeutikum und Tagespflege vervollständigen das Bild von Mörfelden-Walldorf.
Mit Vitrolles, direkt bei Marseille in Südfrankreich gelegen, und dem niederländischen Wageningen, nahe Arnheim, wurden Städtepartnerschaften eingegangen. Am 9. Juli 1999 - zum 300.Geburtstag Walldorfs - gab es eine weitere Verschwisterung: Die Commune di Torre Pellice und die Stadt Mörfelden-Walldorf „sind in Fortführung und Weiterentwicklung der langjährigen freundschaftlichen Beziehungen“ eine Städtepartnerschaft eingegangen.
Die Aufarbeitung der Nazi-Zeit spielt in der Ortsgeschichte von Mörfelden-Walldorf eine besondere Rolle. 1984 wurden ehemalige jüdischen Einwohner zu einem Besuch eingeladen und dabei gleich umfangreich zur persönlichen Lebensgeschichte befragt. Auf der Grundlage dieser Befragungen gab der Magistrat das 380 Seiten umfassende Buch "Die schlimmste Sache war die Angst, die andauernde Angst ....“ Alltagsgeschichte der jüdischen Familien von Mörfelden und Walldorf (1918 - 1942) heraus. Bei ihrem erneuten Besuch in Mörfelden-Walldorf 1998 standen Gespräche mit Jugendlichen im Mittelpunkt. Auch im Stadtteil Walldorf wurde sich in den letzten Jahren intensiv mit der Nazi-Zeit beschäftigt. Im Herbst 2000 wurde hier ein historischer Lehrpfad rund um das ehemalige Gelände einer KZ-Außenstelle eingerichtet.
Mörfelden-Walldorf ist aber auch Erscheinungsort einer Reihe Rechtsaußen-Tageszeitungen, was in der Europäischen Union einzigartig ist. Beispielsweise Anadoluda_Vakit
Geschichte
Die Stadt Mörfelden-Walldorf ist bei der Gemeindereform am 1. Januar 1977 entstanden. Infolge eines Eingemeindungsbegehren der Stadt Frankfurt am Main, stimmten am 28. Februar 1974 die Stadtverordnetenversammlungen dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden zu. Sie legten somit den Grundstein für eine gemeinsame Eigenständigkeit. Zunächst sollte der Name der neugegründeten Stadt "Waldfelden" lauten. Allerdings beantragte der neue Magistrat auf Weisung der Stadtverordnetenversammlung bei der Hessischen Landesregierung die Änderung des Stadtnamens in "Mörfelden-Walldorf". Bundesweit bekannt geworden ist die Gemeinde durch den Widerstand gegen die Belästigungen durch den Rhein-Main-Flughafen. Beim Bau der Startbahn West kam großer Protest aus der Anliegergemeinde.
Mörfelden wurden 1968 die Stadtrechte verliehen. 1976 wurde Mörfelden 1200 Jahre alt. Der Stadtteil Mörfelden kann damit auf eine lange Geschichte zurückblicken. Neben urkundlichen Nachweisen zur Geschichte der Stadt sind auch vorgeschichtliche Spuren vorhanden. Auf der Mörfelder Gemarkung hat man 3.000 bis 4.000 Jahre alte Hügelgräber gefunden. Man nimmt deshalb an, dass dieser Landstrich schon in der Bronzezeit besiedelt war. Im „Lorscher Reichsurbar“ von 830 - 850 wird der Ort erstmals unter der Bezeichnung „Mersenualt“ erwähnt; er gehörte zum fränkischen Reichsgutbesitz im Rhein-Main-Gebiet. Die großen Wälder rings um Mörfelden waren Teil des Reichsforstes Dreieich. Im Zusammenhang mit dem Dreieicher Wildbann wird 1338 auf dem Maigericht zu Langen auch eine Wildhube in „Mersevelt“ genannt, die in späteren Schriften als „Burg und Schenkstatt“ erwähnt wird. Auch auf dem Wappen von Mörfelden lässt sich die Zugehörigkeit zum Reichsforst Dreieich erkennen: Das Wappenfeld zeigt einen Eichenzweig mit drei Eicheln neben dem im 16. Jahrhundert hinzugekommenen Hufeisen; dieses ist Symbol für das in Mörfelden jahrhundertelang betriebene sehr bedeutende Fuhrgewerbe. Die Kirchengeschichte erwähnt 1232 eine alte Kapelle, die aber schon 1304 als „Pfarrkirche mit Filial auf dem Gundhof“ aufgeführt wird. Im Jahre 1600 kam Mörfelden zu Hessen-Darmstadt.
Mörfelden hatte schon immer eine günstige Verkehrslage. Schon in der Römerzeit liefen Straßen aus allen Richtungen durch dieses Gebiet. Deshalb hat sich Mörfelden als Verkehrsknotenpunkt zu einem wichtigen Handels- und Verkehrsplatz entwickelt, der im 15. Jahrhundert eine eigene Zollstelle erhielt. Das Fuhrgewerbe nahm damit einen mächtigen Aufschwung und büßte seine Bedeutung erst ein, als 1879 die Eisenbahn gebaut wurde.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf trotz der vorgenommenen Befestigung wiederholt geplündert und verwüstet. Die Pest und andere Krankheiten breiteten sich aus und am Ende des Krieges war kaum noch was von dem aufstrebenden Handelsplatz übrig. Es dauerte ziemlich lange, bis der Vorkriegsbestand von rund 500 Einwohnern wieder erreicht war. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Mörfelden erst eine Bevölkerungszahl von etwa 900. Das 19. Jahrhundert brachte Mörfelden, das seit 1821 zum Landratsamt Langen und ab 1832 zum Kreis Groß-Gerau gehörte, eine langsame, aber stetige Aufwärtsentwicklung. Mit dem Anschluss an die Eisenbahn verstärkte sich der Aufschwung. Die beiden Weltkriege warfen die Gemeinde allerdings wieder stark zurück.
Mörfelden entwickelte sich schon relativ früh von einem Bauerndorf zu einer Arbeiterwohngemeinde. Bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts fuhren zahlreiche Mörfelder in die nahe gelegenen Großstädte um dort zu arbeiten. Insbesondere wurde das Baugewerbe zum Metier der Mörfelder. Umgangssprachlich nannte man Mörfelden nun „das Maurerdorf“. Böse Zungen behaupten, dass die meisten Häuser, die in dieser Zeit in Mörfelden gebaut wurden, überwiegend aus geklauten Steinen bestehen. Angeblich haben die Maurer morgens in ihren Rucksäcken Pausenbrote und Getränke mit nach Frankfurt, Darmstadt oder Mainz genommen und abends ein paar Ziegelsteine von ihrer Arbeitsstelle mitgebracht. Dieses bodenständige Verständnis der Umverteilung von Oben nach Unten führte auch dazu, dass Mörfelden in den 1920er und frühen 1930er Jahren eine ausgesprochene Hochburg der Arbeiterbewegung war und in der Weimarer Republik über eine besonders ausgeprägte „antifaschistische Arbeitertradition“ verfügte. Noch bei den Reichstagswahlen 1933 erhielten KPD und SPD in Mörfelden zusammen rund 75 % der Stimmen.
Nach dem 2. Weltkrieg begann mit dem Wirtschaftsaufschwung nach der Währungsreform von 1948 eine neue Ära: Mörfelden wuchs zunächst durch die - wenn auch nicht immer ganz freiwillige - Aufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen rasch an und wurde dann ein bevorzugtes Wohngebiet für Leute, die am Flughafen arbeiteten und sich Buchschlag oder Neu-Isenburg nicht leisten konnten oder in Rüsselsheim und Raunheim nicht wohnen wollten.
Walldorf feierte 1999 seinen 300. Geburtstag. Am 24. Juli 1962 erhielt die am südlichen Rand des Flughafens Frankfurt gelegene Gemeinde Walldorf das Recht, die Bezeichnung „Stadt“ zu führen. Walldorf zählte damals schon mehr als 10.000 Einwohner.
Walldorfs Entstehung und Entwicklung geht auf die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert zurück und steht in enger Verbindung mit dem Schicksal der aus ihrer Heimat vertriebenen Waldenser.
Die von dem Lyoner Kaufmann Petrus Waldus 1174 gegründete Laienbewegung der Waldenser hatte sich schnell in Südfrankreich und in Piemont ausgebreitet. Sie wurde jedoch von der Kirche nicht anerkannt und 1183 mit dem Kirchenbann belegt. Schließlich kam es 1477 zum Kreuzzug gegen die Waldenser. Wegen der für sie günstigen geografischen Lage konnten die Waldenser sich allen Verfolgungen zum Trotz halten und schlossen sich 1532 der Lehre Calvins an. Weitere Verfolgungen fanden statt. So wurden 1655 an den Osterfeiertagen „Piemontesische Ostern“ rund 4.000 Waldenser getötet.
Die Aufhebung des Edikts von Nantes, 1685, brachte neue schwere Verfolgungen. Viele Waldenser flüchteten aus ihrer Heimat, drei Tälern in den Cottischen Alpen. Andere wurden eingekerkert oder traten wieder zum katholischen Glauben über. Nachdem 1689 bei der „Glorieuse rentrée“ etwa 1.000 Waldensern unter ihrem Führer und Prediger Henry Arnaud die Rückkehr in die Heimat gelungen war, kam es 1698 abermals zu Ausweisungen. In langen beschwerlichen Märschen erreichten etwa 3.000 Waldenser die Stadt Genf. Mehrere Abordnungen reisten weiter, um mit protestantischen Fürsten wegen einer Aufnahme in deutschen Ländern zu verhandeln. So erklärte sich auch Landgraf Ernst-Ludwig von Hessen-Darmstadt, dessen Land durch den Dreißigjährigen Krieg in hohem Maße entvölkert war, zur Aufnahme von Walden-sern bereit.
Schließlich kamen die aus Piemont vertriebenen Protestanten französischer Sprache am 21. Juni 1699 nach Hessen und gründeten mit 14 Familien die „Waldenserkolonie am Gundhof“, die 1715 den Namen Walldorf erhielt. Das Ackerland war karg und durch die rasch steigende Bevölkerungszahl sehr knapp. Außerdem konnte nur ein Teil der Dorfbewohner als Waldarbeiter oder Taglöhner ausreichende Beschäftigung finden. Nach Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Frankfurt - Mannheim im Jahre 1879 wandten sich deshalb immer mehr Walldorfer einer Arbeit in den Industriebetrieben der Nachbarstädte zu. Nach dem 2. Weltkrieg mussten Heimatvertriebene und Flüchtlinge untergebracht werden. Die Behebung der Wohnungsnot war eines der größten Probleme. Es wurden viele neue Baugebiete rund um den alten Ortskern erschlossen. Die Infrastruktur wurde ständig verbessert. Damit vollzog sich der Wandel vom Dorf zur Kleinstadt.
Sport in Mörfelden-Walldorf, die Meisterstadt
Mörfelden-Walldorf hat im Sport viel zu bieten. Mit SKV Mörfelden, SKG Walldorf, TGS Walldorf und RW Walldorf gibt es gleich vier Großvereine in der Doppelstadt.
Die großen Erfolge sind unter anderem Weltmeister im Einradhockey 2002, Kegeln und im Skifahren. Julian Michaelis wurde 2000 Vize-Europameister im Einer-Kunstradfahren der Junioren.
Radsport:
- Weltmeister und mehrfacher Deutscher Meister Einradhockey
- Vize-Europameister 1er Kunstradfahren
- mehrfacher Deutscher Meister Radpolo
Weblinks
- weitere Weblinks
- SC Kickers 1966 e.V. Mörfelden Mörfelder Kunstradfahrer Bilder Mörfelden Gallier www.moerfelden-walldorf.de/
- TGS Walldorf 1896 e.V. TGS Walldorf, Handball [www.sportschuetzen-walldorf.de/ TGS Sportschützen Walldorf
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