Mühle (Technik)
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Einordnung: Mühle
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Eine Mühle wird von vielen Menschen in erster Linie mit dem Gebäude einer Windmühle oder Wassermühle in Verbindung gebracht. Als Mühle (vom althochdeutschen: muli, vom lateinischen: molina; zu molere - mahlen) bezeichnet man aber auch eine Maschine mit der beispielsweise Getreide zu Mehl gemahlen wird. Neben Getreide werden auch Ölsaaten oder Ölfrüchte, wie Raps, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Nüsse gemahlen um anschließend das Öl herauszupressen. Ferner werden auch Gewürze, Kaffee, Gips, Schwarzpulver oder Farbpigmente gemahlen.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte des Mahlens
Bereits weit vor unserer Zeitrechnung existierten die ersten Mahlsteine als Handmühlen oder Quernen. Davor benutzen die Menschen Reibesteine und Mörser um Getreidekörner zu zerkleinern und für die menschliche Nahrungsaufnahme zuzubereiten. Der älteste Reibestein wurde vor einigen Jahren bei archäologischen Ausgrabungen in Australien (Cuddie Springs, s.u.) gefunden und datiert aus dem Pleistonzän - ist also ca. 30.000 Jahre alt.
79 n. Chr. wurde Pompeji durch den Ausbruch des Vesuv zerstört. Bei Ausgrabungen wurde ein weitentwickelter Mühlenbetrieb mit einer durch Göpel angetriebene Kegelmühle ausgegraben.
546 n. Chr. verwendeten die Goten bei der Belagerung Roms bereits Schiffsmühlen, bei denen der Fluss über unterschlächtige Wasserräder die Mühlsteine antreibt.
Spätestens seit dem Mittelalter ist ein (Mahlgang oder auch Gerbgang) zur Kornzerkleinerung üblich. Dabei wurde das Mahlgut zwischen zwei Mühlsteinen zerbrochen und zerrieben. Die gleiche Technik, wenn auch in einem kleineren Maßstab findet auch in einer handbetriebenen Pfeffermühle Anwendung. Diese verfügt jedoch über ein Mahlwerk aus Metall oder Keramik.
Der erste voll mechanisierte Betrieb war die Mühle von Oliver Evans. Er baute die Mühle 1785 am Redclay Creek in Delaware, USA. Seine bahnbrechende Idee war es, alle Verarbeitungsmaschinen und Fördermittel aufeinander abzustimmen und zu verknüpfen. Oliver Evans kann damit als Erfinder der mechanisierten Fließfertigung angesehen werden. In seinem Betrieb gab es jedoch noch keine Walzenstühle (ab etwa 1820), Plansichter (1887) oder Grießputzmaschinen (1807). Diese wurden erst später erfunden.
Technik
In der heutigen Hochmüllerei wird Getreide in Walzenstühlen gemahlen mit meist vier oder acht Metallwalzen, die sich mit unterschiedlicher Drehzahl gegenläufig drehen (Voreilung). Es gibt glatte und geriffelte Walzen. Durch die Riffelung und die unterschiedlichen Drehzahlen werden die Getreidekörner großflächig aufgebrochen. Bei jedem Mahlvorgang entstehen unterschiedlich große Kornteile. Durch zahlreiche Siebungen im Plansichter (s.a. Sichter)werden diese Kornteilchen nach der Größe sortiert und getrennt. Das dabei bereits anfallende Mehl wird herausgesiebt, das restliche Schrot wieder auf einen (anderen) Walzenstuhl aufgegeben, wobei abermals Mehl abgetrennt wird. Das Getreide und seine Produkte durchlaufen so (je nach Vermahlungsdiagramm) 10-12 "Passagen". Das Ziel des Müllers ist es, möglichst kleiefreies Mehl und möglichst mehlfreie Kleie herzustellen. Die Ausbeute an Mehl der Type 550 beträgt bei Weizen durchschnittlich 72-76 %. Getreide- und Mehlproben werden zur Analyse im Mühlenlabor untersucht.
Pro Jahr werden rund 7 Mio. Tonnen Brotgetreide in deutschen Mühlen angeliefert. Diese können daraus mehr als hundert verschiedene Mahlprodukte herstellen. Dazu gehören nicht nur die 16 Standardmehltypen nach DIN-Norm sondern auch eine Vielzahl von Spezialprodukten: Vollkornmehle und -schrote, Grieße sowie Mehle und Mischungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Bäckern, Konditoren, Pizza-, Keks- und Kuchenbäckern hergestellt werden.
Bei allen modernen Mühlen für Genussmittel (Kaffee oder Gewürze) ist die Kühlung wichtig, denn das Mahlgut darf sich nicht zu stark erwärmen; Kaffee oder Gewürze verlieren durch Wärme schnell ihr Aroma. Deswegen sind gute Mühlen auch groß, massiv und relativ langsam.
Einteilung der Mühlen
–nach der Art des Antriebs:
–nach den Produkten:
- Getreidemühlen
- Schälmühlen
- Futtermühlen
- Gewürzmühlen
- Ölmühlen
- Pulvermühlen
- Zuckermühlen
- Farbmühlen
- Sägemühlen
- Papiermühlen
- Schleifmühlen
- Kaffeemühlen
- Lohmühlen
-nach der Art der Konstruktion:
Literatur
- Johann Matthias Beyer: Schauplatz der Mühlen-Baukunst. Dresden: Waltherische Hofbuchhandlung 1803.
- Ofried Wagenbreth, Helmut Düntz, Rudolf Tschiersch und Eberhard Wächtler: Mühlen. Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale in Mittel- und Ostdeutschland. Leipzig: Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie 1994.
- J.Mager, G.Meißner, W.Orf: "Die Kulturgeschichte der Mühlen", 1988, Edition Leipzig
- Kirsch/Odenthal: Müllereitechnologie. 2003, Herausgeber: Bayerischer Müllerbund, München. ISBN 3-9801688-9
Termine
- Deutscher Mühlentag: jährlich am Pfingstmontag - bundesweit (Teilnehmerverzeichnis beim VDM).
- Schweizer Mühlentag: jährlich am Samstag nach Auffahrt (Himmelfahrt). Teilnehmerverzeichnisse findet man auf den Internetseiten der Organisationen.
- 12. Internationales Mühlensymposium: 2007 in Holland.
Weblinks
- weitere Weblinks
- Verband Deutscher MühlenVereinigung Schweizer MühlenfreundeInternationales Wind- und Wassermühlen-MuseumDeutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und MühlenerhaltungAlte MahltechnikenWichtige Geräte
- Suche nach Mühle (Technik) Infos mit: Yahoo
