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Mývatn

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Der Mývatn (isländisch "mý": Mücke, "vatn": Wasser — der Mückensee) liegt im Norden Islands in der Nähe des Krafla-Vulkansystems. Der See hat seinen Namen von den im Sommer teilweise lästigen Mückenschwärmen, die andererseits die einmalig große und vielfältige Entenpopulation ernähren. Davon abgesehen, dass die Mücken wegen ihrer schieren Anzahl äußerst lästig sind, sind es harmlose Zuckmücken, die nicht stechen. Es gibt im Sommer zwei Perioden von etwa 2 Wochen in denen sie regelrechte schwarze Säulen am Ufer des Sees bilden. Nach dem See ist auch die umgebende Region Mývatn benannt.


Er liegt etwa 50 km südlich von Húsavík und ist mit einer Fläche von 37 km² der viertgrößte See der Insel. Er ist 4,5 m flach, im Mittel aber nur 2,5 m. Ein Ziel für Touristen ist er vor allem wegen der bizarren Lavaformationen an seinen Ufern und der verschiedensten Entenarten, die ihn auch zu einem Mekka für Ornithologen machen.

Die Ursache für die zahlreichen Insekten und für die sich von ihnen ernährenden Vögel ist, dass der Myvatn einerseits sehr flach (an der tiefsten Stelle nur 2.50m tief) ist und andererseits unterirdisch von heißen Quellen gespeist wird. Darum friert der See im Winter auch nur teilweise zu.


Seit 2002 findet rund um den See der Mývatn Marathon statt.

Lange Zeit wurde am Mývatn Kieselgur abgebaut und bei der Ortschaft Reykjahlíð weiterverarbeitet, was umweltpolitisch umstritten war. Das Werk wurde nun geschlossen. Allerdings verloren über 100 Menschen ihren Arbeitsplatz, für diese Gegend recht viel.


Vulkanismus am Mývatn

In der Umgebung des Sees befinden sich zahlreiche Naturwunder vulkanischen Ursprungs. Im See selbst kann man die Pseudokrater von Skútustaðir sehen, die jedoch nicht selbst vulkanisches Material ausgestoßen haben, sondern durch das explosive Zusammentreffen von Lava und Wasser entstanden sind.


Außerdem befindet sich der Stratovulkankegel des Hverfjall (oder Hverfell) nicht weit vom See, den man auch besteigen kann. Unterhalb des Hverfjall liegt das Gebiet der "dunklen Burgen" (Dimmuborgir), reizvoller Lavaformationen, die aber schon in ihrer Existenz bedroht sind. Die Badegrotten Grjótagjá und Stóragjá können aufgrund der angestiegenen Temperaturen nicht mehr zum Baden genützt werden. In ihrer Nähe erkennt man eine sichtbare Spalte, die hier die eurasische von der amerikanischen Platte trennt. Entlang der ca. 20 km langen Spalte wurden auch schon springbrunnenhaft aufsteigende Wassersäulen beobachtet.

Von einem Lavastrom im 18. Jahrhundert gerade noch verschont blieb die Kirche des Ortes Reykjahlíð am Ufer des Sees und mit ihr die damaligen Einwohner des Dorfes. Die heutige Kirche wurde im Jahr 1962 erbaut.

Der Gipfel des Vindbergjarfjall bietet einen schönen Ausblick über den See.

Die vulkanischen Sehenswürdigkeiten an der ca. 15 km entfernten Krafla verdienen ein eigenes Kapitel.

Siehe auch:

Weblinks








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