Menschliche Stimme
www.infos-aus-germanien.info
Einordnung: Medizin
- Was heiĂt Menschliche Stimme auf:
Englisch - Französisch - Italienisch - NiederlÀndisch und Schwedisch sowie Spanisch
- Sie wissen mehr ĂŒber das Thema Menschliche Stimme und möchten uns dazu etwas mitteilen?
Benutzen Sie dazu bitte unser Forum und eröffnen Sie einen neuen Thread zum Thema Menschliche Stimme.
| Inhaltsverzeichnis |
Die menschliche Stimme
Die oberen Luftwege (Rachen, Mund- und Nasenraum)bezeichnet man als Ansatzrohr oder auch Vokaltrakt. In diesem wird der im Kehlkopf produzierte primĂ€re Kehlkopfklang verĂ€ndert. Bei vielen MĂ€nnern ist der Kehlkopf deutlich als "Adamsapfel" zu erkennen. Er besteht aus Knorpel und ist hohl, da die Atemluft hindurchströmen muss. Im Kehlkopf sind zwei Stimmlippen gespannt: aus Muskel und Gewebeschichten aufgebaute Lippen, die durch Muskeln, Knorpel und Gelenke eingestellt werden können. Sie verschlieĂen die Luftröhre bis auf einen kleinen Spalt, welchen man als Stimmritze (Glottis) bezeichnet.
Die Stimmlippen sind beim normalen Atmen entspannt und die Stimmritze ist breit, damit die Luft ungehindert ein- und ausströmen kann. Um stimmhafte Töne zu erzeugen, werden die Stimmlippen angespannt. Die Stimmritze ist dann bis auf einen feinen Spalt verengt. Wenn nun Luft aus der Lunge kommt, werden die StimmbÀnder in Schwingungen versetzt Àhnlich Saiten. Die im Ansatzrohr befindliche Luft schwingt mit. Ein Klang (Stimmklang) entsteht.
Je entspannter die Stimmlippen sind, desto tiefer ist der Grundton des Klanges - je angespannter sie sind, desto höher wird er. Die Tonhöhe hĂ€ngt allerdings von der LĂ€nge und der Dicke der StimmbĂ€nder ab. Je lĂ€nger sie sind, desto tiefer ist die Stimme. MĂ€nner haben lĂ€ngere Stimmlippen als Frauen, weil der Kehlkopf gröĂer ist. Kinder, ob Jungen oder MĂ€dchen, haben immer hohe Stimmen, da die Stimmlippen kĂŒrzer sind. WĂ€hrend des Stimmbruches werden bei Jungen und MĂ€dchen die Stimmlippen dicker und lĂ€nger, mancher hat die Stimme wĂ€hrend dieser Zeit gar nicht mehr unter Kontrolle, klingt heiser oder gar stimmlos.
Die Stimmlippen sind neben dem undenseitigen Anblasdruck fĂŒr Tonhöhe und TonstĂ€rke verantwortlich; sie liefern den Grundton. Dabei erzeugen sie ein undifferenziertes obertonreiches Schwingungsgemisch. Es klingt wie ein schnarrendes GerĂ€usch. Die Laute, die wir zur sprachlichen VerstĂ€ndigung brauchen, entstehen im Ansatzrohr. Mund- und Rachenhöhle, die Zunge, die Lippen und die ZĂ€hne wirken hierbei zusammen.
Beispielsweise ist bei den Vokalen A, E, I, O und U die Stellung der Stimmlippen fast immer gleich. Die verschiedenen Klangfarben werden durch die VerÀnderung der Mund- und Rachenhöhle erzeugt. Bei M und N bleibt die Mundhöhle geschlossen und die Luft strömt durch die Nase aus.
Heiserkeit
Heiserkeit entsteht in den meisten FĂ€llen durch eine EntzĂŒndung der Kehlkopfschleimhaut und der StimmbĂ€nder, am hĂ€ufigsten im Rahmen einer ErkĂ€ltung, und klingt anschlieĂend auch wieder ab. Meist bildet sich Schleim, der sich auf die StimmbĂ€nder legt und sie daran hindert, die Stimmritze in gewohnter Weise zu weiten und zu verschlieĂen. Es resultiert das uns allen bekannte heisere KrĂ€chzen unterschiedlicher StĂ€rke. In schlimmen FĂ€llen kommt gar keine Lautbildung mehr zustande, der Patient flĂŒstert nur noch. Da die Wortaussprache durch die Zungen- und Gesichtsmuskulatur gestaltet wird, kann der Zuhörer die flĂŒsternd gesprochenen Worte trotzdem noch verstehen.
Weitere GrĂŒnde fĂŒr Heiserkeit können sein:
- Virusinfekte der oberen Atemwege im Rahmen einer ErkĂ€ltung oder Grippe mit EntzĂŒndung von Kehlkopf und StimmbĂ€ndern.
- Chronische Reizung und EntzĂŒndung der StimmbĂ€nder bei Rauchern.
- Akute Reizung durch starke KÀlte oder durch eingeatmete StÀube, DÀmpfe, Rauchwolken usw..
- Zu trockene und warme Raumluft und zu geringe Trinkmenge. Die SchleimhĂ€ute der oberen Atemwege trocknen aus und werden leichter anfĂ€llig fĂŒr Infekte und EntzĂŒndungen.
- Allergien.
- Chronische, meist durch die berufliche TĂ€tigkeit bedingte Einatmung von chemischen Reizstoffen.
- Dauerbeanspruchung des Sprechapparates beim Schreien, unphysiologischem Sprechen oder Singen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum (bei einer Feier, Sportveranstaltung, öffentlichen Rede etc.)
- Ăberlastung von Kehlkopf und StimmbĂ€ndern bei Menschen mit "sprechenden" oder singenden Berufen mit Fehlbelastung der StimmbĂ€nder durch unphysiologischem Sprechen.
- Stimmbandknötchen oder sonstige gutartige Wucherungen.
- Bösartige Tumoren der StimmbÀnder, des Kehlkopfs oder seiner Umgebung.
- LĂ€hmung des Nerven, der fĂŒr die Bewegung der StimmbĂ€nder und die Ăffnung und SchlieĂung der Stimmritze verantwortlich ist. Im Rahmen einer SchilddrĂŒsenerkrankung und -operation kann er geschĂ€digt werden. Es handelt sich um den sog. Recurrens-Nerv, der an der rechten und linken Halsseite in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden SchilddrĂŒsenlappen verlĂ€uft und bei einer Kropfbildung, besonders aber auch bei bösartigen Tumoren der SchilddrĂŒse oder der umliegenden Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird.
- Psychische Faktoren, die die Stimme versagen oder sie belegt und heiser klingen lassen (Unsicherheit, NervositÀt, Angst etc.)
Literatur
- Göttert, Karl-Heinz. Geschichte der Stimme. MĂŒnchen 1998. ISBN 3770532813
Links
- Kehlkopf-Anatomie und StimmeHeiserkeit
- Suche nach Menschliche Stimme Infos mit: Yahoo
