Menstruation
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Als Menstruation wird die periodisch auftretende Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bei Primaten benannt, die bei der Frau meist alle 29,5 Tage erfolgt, wobei große individuelle Schwankungen möglich sind.
Individuell stellt sich die Menstruation jedoch oft sehr regelhaft ein, sodass sie auch als Regel, Regel- oder Monatsblutung bezeichnet wird.
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Medizinische Aspekte
Mit dem ersten Tag der Menstruation wird auch der Beginn des Menstruationszyklus definiert, der über seine komplizierten hormonellen Regelkreise zur Reifung eines Graaf-Follikels, dem Follikelsprung und der Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung des schließlich befruchteten Eis führt.
Das Ausbleiben der Menstruation wird als primäre oder sekundäre Amenorrhoe bezeichnet.
Der soziokulturelle Aspekt der Menstruation
in Religion und Aberglauben:
In verschiedenen Religionen werden menstruierende Frauen als unrein betrachtet. Im Islam sind während der Monatsblutung Geschlechtsverkehr, Gebet, Koranrezitation und Fasten während des Ramadans untersagt.
Menstruation als Feier
Obwohl mit der Regelblutung vielerorts negative Einstellungen verbunden sind, gibt es auch einige Völker, bei denen positive Gefühle, Stolz am Frausein und Glück über die Fruchtbarkeit mit der Menstruation verbunden werden.
Menstruationsmythen
Der Mond
Die Bezeichnung "Menstruation" kommt vom lateinischen "mens" (Monat) und vom griechischen "mene" (Mond), im Hinweis auf die Tatsache, dass der Mondmonat auch ungefähr 28 Tage beträgt. Es besteht jedoch keine wissenschaftlich feststellbare Verbindung zwischen den Mondmonaten und der Menstruationsperiode, wie die Menstruationsperiode der Menschenaffen zeigt, die von 29 Tagen bei Orang-Utans bis zu 37 Tagen bei Schimpansen reicht.
Die "unreine" Frau
Erstaunlich hartnäckig hält sich der Jahrhunderte alte Aberglaube von der Schädlichkeit von Menstruationsblut oder dem Schweiß von menstruierenden Frauen. So sollen Frauen beispielsweise keine Sahne schlagen, da diese sonst schlecht werden würde, kein Obst und Gemüse einkochen, nur mit Haushaltshandschuhen putzen, keine Dauerwelle machen lassen etc.; der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Manche Fotografen sind noch heute davon überzeugt, dass allein die Anwesenheit von menstruierenden Frauen beim Entwickeln von Filmen die Filme beschädigen könnte. In Japan benutzen Frauen beim Einführen eines Tampons noch heute Einweghandschuhe, damit sie nicht mit dem "bösen" Blut in Berührung kommen und sich daran vergiften.
Wissenschaftlich gesehen gibt es nichts, was diesen Aberglauben stützen könnte. Weder sind im Menstruationsblut (noch im Schweiß) irgendwelche besonderen Mikroben noch irgendwelche Gifte enthalten. Trotzdem hielt sich der Mythos vom "schädlichen Menstruationsblut" auch in der Wissenschaft bis ins 20. Jahrhundert hinein. 1920 erschien beispielsweise eine Abhandlung über die "Giftigkeit der menstruierenden Frau". In der Medizin wurde die Vorstellung vom schädlichen Menstruationsblut schon vor mehr als einem halben Jahrhundert verworfen - aber noch 1970 durften menstruierende Frauen kein Blut spenden (man ging davon aus, dass ihr Blut hämolytisch wirken würde) und bis in die 1980er Jahre wurden menstruierenden Röntgenassistentinnen (auch in Krankenhäusern!) beurlaubt, damit sie die Aufnahmen nicht beschädigten.
Literatur
- Kristina Hohage: Menstruation: Eine explorative Studie zur Geschichte und Bedeutung eines Tabus; Verlag Dr. Kovac; 1998; ISBN 3860648454
Siehe auch
Weblinks
- weitere Weblinks
- Museum of Menstruationenglisch)
- Suche nach Menstruation Infos mit: Yahoo
