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Meroe

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Meroe ist ein altäthiopisches Reich, welches sich von der großen Nilkrümmung in Nubien bis an die abessinischen Berge erstreckte.

Die Stadt Meroe im heutigen Sudan, deren Trümmer (Tempelreste und zwei Pyramidengruppen) man noch in Dar Schendi sieht, war der Hauptsitz dieses mächtigen, über zahlreiche schwarze Stämme herrschenden Priester- und Handelsstaats, dessen berühmteste Zierde ein Tempel des Ammon (Ämn) mit Orakel war. Die einst große und reiche Stadt lag schon zu Neros Zeit in Trümmern.

Meroe hatte eine theokratische Verfassung; an der Spitze stand ein von den Priestern ägyptischen Ursprungs aus ihrer Mitte gewählter und daher vom ganzen Priesterkollegium abhängiger König. Die Kultur Meroes war an die Ägyptens angelehnt.

An den meroitischen Denkmälern haben sich Inschriften erhalten, teils in hieroglyphischen und teils in kursiven, demotischen Charakteren, deren Entzifferung aber bisher nicht gelungen ist. Die Bewohner waren Chamiten, Schwarze und Ägypter.

Seiner überwiegenden Kultur, dem Einfluß seiner Priesterschaft und seinem weitverzweigten Karawanenhandel mit Ägypten, Arabien etc. verdankte der Staat von Meroe seine Größe und Macht, daß er lange Zeit hindurch die Herrschaft über das ganze nördliche Äthiopien behauptete, bis schließlich die Priesterherrschaft zur Zeit des Ptolemäos Philadelphos vom einheimischen Häuptling Ergamenes vernichtet wurde.






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