Mevlevi
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Einordnung: Mystik | Muslimische Ordensgemeinschaft | Türkei
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Die Mevlevi-Tariqa (Mevlevi-Derwisch-Orden) ist eine der bekanntesten Tariqas, ihre Entstehung geht zurück auf den islamischen Mystiker Jalal ad-Din Rumi (* 1207; †1273) aus Konya (Türkei).
| Inhaltsverzeichnis |
Dhikr
Die Anhänger des Mevlevi-Ordens werden auch die drehenden Derwische genannt, weil ihr Dhikr (Sama; türkisch Sema) oberflächlich gesehen darin besteht, durch kreisende Bewegungen in Ekstase zu geraten. Für einen außenstehenden Betrachter erscheint diese Zeremonie wie eine schöne Aufführung, die einem Ballett sehr ähnlich ist. Für die Mevlevis handelt es sich aber dabei, wie bei jedem Dhikr, um eine Form des Gebets, in der man die Möglichkeit hat, sich der Welt komplett zu verschließen und Gott näher zu kommen.
Geschichte
Heute gilt die Stadt Konya als der Ursprungsort dieses Sufi-Ordens, auch in Afyon nahe Konya waren Mevlevis. Davon zeugen auch einige Gräber hochrangiger Angehöriger des Ordens.
Die Teilnahme von Frauen an der Mukabele, dem "Sema-Ritual", ist eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts. Einzig im 16. Jahrhundert übernahm Günesch Hanim nach dem Tod ihres Vaters, des bisherigen Vorstehers der Asitane in Afyon Karahisar, in einem "Husarenstreich" das Amt des Postnischin, während sich die Derwische noch über die Nachfolge unseins waren. Sie wurde später in ihrem Amt durch den Makam Tschelebî in Konya bestätigt. Dies war jedoch ein einmaliges Ereignis und fand keine Nachahmer.
Der Hinweis, dass Rumi selbst nie das Interesse daran gehabt haben soll, eine große Anzahl an Derwischen zu leiten oder einen Orden zu organisieren ist insofern richtig, als das er selbst Scheich der von Nedschmeddîn Kubrâ gegründeten Kübreviyye Tariqa war. So war er in die Sufische Tradition eingebunden. Erst unter seinen Sohn Sultan Weled (1284 – 1312) wurde die Mevlevî Tariqa als furu', d.h. Nebenlinie der Kubreviyye Tariqa begründet.
Die Bezeichnung "Mevlevî" leitet sich nicht vom Wort "Mevlânâ" ab, sondern stammt von Hz. Mevlânâ selbst, der gesagt haben soll- "Biz Mevleviyiz" in der Bedeutung von - "Wir sind die, die zu Gott (Mevlâ oder Maulâ) gehörenden. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte gewann die Bezeichnung "Mevlevî" eine größere Bedeutung und wurde zur Zeit von Rumis Sohn Sultan Weled zur Bezeichnung für die Tariqa. Ein weiterer Hinweis für den Ursprung der Tariqa findet sich in der Tatsache, daß der von den Mevlevis gelesene "Große" und "Kleine" Evrâd, Eine Sammlung von Gebets- und Qurântexten, die regelmässig von den Derwischen gelesen wird, aus der Kubreviyye-Tradition stammt.
Zu der Zeit von Shamsuddin Amir Alim (†1395), dem Sohn und Nachfolger von Ulu Arif Celebi, hat sich die Mevlevi-Tariqa schon über die Grenzen Anatoliens hinaus verbreitet.
Als im Jahr 1925 Mustafa Kemâl Pascha (genannt Atatürk), der Gründer der Türkischen Republik, sämtliche religiösen Aktivitäten durch Beschluß der großen Türkischen Nationalversammlung (Türk Büyük Millî Meclisi) verbieten lässt, sind davon auch die Rituale der Mevlevi-Derwische betroffen. Seit 1954 darf der Sama anlässlich des Jahrestages von Rumis Tod am 17. Dezember wieder vollzogen werden, allerdings nicht im Mutterhaus der Tariqa, sondern in einer Sporthalle.
Aufbau
Das Oberhaupt der Mevlevi-Tariqa stammt von jeher aus der Familie Jalal ad-Din Rumis, er wird Maqam Dede genannt. Da er aus der Familie Celebi stammt, wird er auch der Maqam-Celebi genannt. Zur Zeit (Stand: 2004) ist dies Faruk Hemdem Celebi Efendi, der 19. Urgrossenkel Jalal ad-Din Rumis. Ihm zur Seite stehen die Sheikhs der Tariqa. Einer dieser Sheikhs ist das Lehroberhaupt, der sogenannte Sertarik.
Literatur
- Annemarie Schimmel: Ich bin Wind und du bist Feuer; Rumi, Leben und Werk des Mystikers
- Yaşar Nuri Öztürk: The Eye of the Heart; An Introduction to Sufism and the Tariqats of Anatolia and the Balkans
Weblinks
- weitere Weblinks
- www.mevlana.net/ebsite der Familie Celebi (in englisch)
- www.mevlana.ch/nternationale Mevlana Stiftung Schweiz
- www.mevlana-ev.denternationale Hz. Mevlânâ Stiftung
sunnitische Linie
- www.mevlevi.derebbuser Mevlevihane
(Der Scheich und Postnischin der Trebbuser Mevlevihane ,Abdullah Hâlis Efendi (Dschihâdî Dede), erhielt seine Autorisierung 1975 durch seinen Scheich Mustafa Kemâl El-Maulawî (ks.) aus Aleppo/Syrien. Er vertritt die streng sunnitische Richtung der (Kubrevî-)Mevlevî Tariqa)
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