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Mikrokredit

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Mikrokredit ist die Bezeichnung für Geschäftskredite von meist unter 1000 Euro an Kleingewerbetreibende überwiegend in Entwicklungsländern. Die Kredite werden in der Regel von darauf spezialisierten Finanzdienstleistern meist in entwicklungsfördernder Intention vergeben

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Arme Kleingewerbetreibende haben in der Regel keinen Zugang zu üblichen Bankkrediten, da sie keine dinglichen Sicherheiten stellen können und der Aufwand pro Kredit klassischen Banken zu hoch erscheint. Infolgedessen bleiben sie oft im informellen Sektor und abhängig von unseriösen Kreditvermittlern, die ihre Armut ausnutzen. Angeregt durch die Erfolge der Grameen Bank in Bangladesh haben sich daraufhin in vielen Entwicklungsländern spezielle Mikrofinanzorganisationen gebildet, die weltweit nach ähnlichen Regeln Kleinkredite vergeben.

Arbeitsweise

Mikrokredite werden meist nach folgenden Prinzipien vergeben:

Durch Einhaltung dieser Regeln und wachsende Professionalisierung erzielen viele Mikrofinanzinstitute oft Rückzahlungsraten von 95 bis 100 Prozent.

Armutsbekämpfung

Bisher existieren erst wenig detaillierte Studien über die Auswirkungen von Mikrokrediten. Dennoch gelten Mikrokredite als eines der wirkungsvollsten Instrumente zur Entwicklungsförderung. Die Vereinten Nationen sehen darin ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Millenniumsziele zur Reduktion von Armut. Für die Kreditnehmerinnen erhöht sich der Lebensstandard, ablesbar an Marktzugang, organisierter Arbeit, Ansehen und Erhöhung betriebswirtschaftlicher Kompetenz. Ein Wundermittel sind Mikrokredite hingegen nicht, weil sie einen gewissen Grad an Selbständigkeit voraussetzen und damit die Ärmsten der Armen meist nicht erreichen können.

Internationale Aufmerksamkeit

Die finanziellen Erfolge und die entwicklungsfördernden Wirkungen haben weltweit Aufmerksamkeit erzielt:

Zunehmend bilden sich internationale Netzwerke von Mikrokreditorganisationen wie z.B. Opportunity International.

Mikrofinanzinstitute können sich zunehmend refinanzieren durch internationale Kapitalgeber, an denen sich auch Privatpersonen in den Industrieländern beteiligen können: Die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit vergibt 50% ihrer Kredite an Mikrofinanzeinrichtungen. Die Internationale Micro Investitionen–AG (IMI), hinter der öffentliche (Weltbank-Tochter IFC, Kreditanstalt für Wiederaufbau) und private Geldgeber stehen, berät Mikrofinanzorganisationen und baut ein eigenes Netzwerk von „ProKredit“ – Banken auf.

Die Vereinten Nationen haben 2005 zum Jahr der Mikrokredite ernannt. Ziel ist es, 100 Millionen Menschen mit Mikrokrediten zu erreichen.

Zunehmend wird das Konzept der Mikrokredite auch auf Industrieländer übertragen, katalysiert durch die hohe Arbeitslosigkeit. In Deutschland hat die GLS-Gemeinschaftsbank, unterstützt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und die Bundesagentur für Arbeit das Deutsche Mikrofinanzinstitut (DMI) gegründet, das über Gründungszentren Mikrokredite an Unternehmensgründer vergibt.

Weblinks





(englisch)






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Mikrokredit aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.