Mountainbike
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Einordnung: Fahrrad | Radsport
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Ein Mountainbike ist ein Fahrrad, welches besonders auf den Einsatz abseits befestigter Straßen ausgerichtet ist. Grundsätzlich ist das Mountainbike ebenso wie das Rennrad eher Sportgerät als Verkehrsmittel, weshalb es üblicherweise nicht über die von der in Deutschland geltenden StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung) geforderte Ausstattung (Beleuchtung, Glocke, Rückstrahler) verfügen muß, wenn seine Masse unter 11 kg liegt.
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Technik
Merkmale eines Mountainbikes
Typische Merkmale eines Mountainbikes sind ein stabiler Rahmen, eine Rad/Reifengröße von 26" mit breiten, meist grobstolligen Reifen und eine Kettenschaltung mit derzeit (2004) bis zu 27 Gängen (3 Kettenblätter und 6-9 Ritzel). Vereinzelt sind an Mountainbikes aber auch Nabenschaltungen zu finden. Mountainbikes haben im Vergleich zu Holland-, Touren-, oder Rennrädern relativ kleine Rahmen (Rahmenhöhe etwa 10 cm niedriger als bei einem vergleichbaren Rennrad) mit mehr oder weniger steil abfallendem Oberrohr. Zur Steigerung des Fahrkomforts werden i.d.R. Federelemente, z.B. die Federgabel, gefederte Rahmen und/oder gefederte Anbauteile (Vorbau, Sattelstütze) verwendet. An Mountainbikerahmen finden sich, anders als bei Rennrädern, üblicherweise so genannte Cantileversockel zur Befestigung von Cantilever-Bremsen, V-Brakes oder hydraulischen Felgenbremsen. Immer häufig sind aber auch Scheibenbremsen an Mountainbikes zu finden. Neben einer gefederten Vorderradgabel verfügen manche Mountainbikes auch über eine Hinterradfederung. Ein solches vollgefedertes Mountainbike wird oft auch als Fully (Kurzform für "Full Suspension Bike") bezeichnet, das Mountainbike mit ungefedertem Hinterrad wird im Gegensatz dazu Hardtail genannt. Vollgefederte Mountainbikes mit einem sehr geringem Federweg am Hinterbau werden auch als Softtail bezeichnet. Desweiteren gibt es verschiedene Arten der Federung (Luft oder Stahlfeder mit Öldämpfung, Elastomere) die meistens auch auf das Körpergewicht und den Fahrstil einstellbar sind. Die gefederten Bikes können von der Rahmengeometrie grob in Eingelenker, Mehrgelenker, Viergelenker und Antriebsschwinge eingeteilt werden.
Rahmen
Als Rahmenwerkstoff werden heutzutage (2005) vorwiegend Stahl- und Aluminiumlegierungen verwendet, seltener auch Carbon oder Titan. Die Rahmen sind robust ausgelegt, die Rohre bei guten Rahmen konifiziert und insbesondere bei Aluminiumrahmen kommen in der Regel große Rohrdurchmesser zum Einsatz (oversized).
Stahl
Der Vorteil von Stahl im Rahmenbau liegt im Gegensatz zu Aluminium in seiner enormen Haltbarkeit. Er wird fast ausschließlich in Form einer Chrom-Molybdän-Legierung (kurz: "Chromoly") eingesetzt. Durch die modernen Beschichtungs- und Lackierverfahren, wie z.B. bei der Pulverbeschichtung, ist auch die Gefahr des Rostens heutzutage fast vollständig gebannt. Wegen ihrer einfachen Verarbeitung und geringen Materialkosten sind Stahlrahmen die mit Abstand preisgünstigsten auf dem Markt. Dagegen erreicht man mit Stahl nur schwer die Steifigkeit moderner Aluminiumkonstruktionen, was seine Attraktivität bei schwereren Fahrern sinken lässt. Auch ist er meist ein wenig schwerer als sein Aluminiumpendant. Beliebt sind Mountainbike-Rahmen aus Stahl unter anderen bei leichten Fahrradkurieren, die auf die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit schwören, und bei denen es auf ein Gramm mehr oder weniger nicht ankommt.
Aluminium
Vorzugsweise werden heutzutage Aluminiumlegierungen für den Rahmenbau verwendet. Das Metall ist sehr leicht und lässt sich durch große Rahmendurchmesser sehr steif konstruieren. Diese Oversized- Bauweise garantiert trotz des eigentlich sehr weichen Stoffes Aluminium die notwendige Stabilität bei gleichzeitig geringem Gewicht. Aluminiumkonstruktionen drohen aufgrund des von Natur aus eigentlich eher weichen Materials Aluminium, vor allem bei hartem Dauereinsatz, nach ein paar Jahren rissig zu werden. Deswegen sollten Rahmen im Renneinsatz nach aller spätestens 5 Jahren ausgewechselt werden (nur sehr wenige Hersteller können längere Haltbarkeiten garantieren). Die Umweltbilanz im Verhältnis zu Stahl ist aufgrund der Umweltzerstörungen bim Abbau von Bauxit und des hohen Energieeinsatzes bei der Verarbeitung sehr schlecht. Die Vorteile von Mountainbikerahmen aus Aluminium waren bis heute ausschlaggebend für ihren überwiegenden Einsatz im Rennsport.
Carbon
Viele sehen in diesen Materialien die Zukunft des Mountainbikes. Die theoretischen Möglichkeiten sind allerdings sehr schwer zu erreichen. Das liegt daran, dass es hier vor allem auf die Art der Verarbeitung ankommt, bei der die Stabilität erst durch die Art des Faserverlaufes entsteht. Tatsächlich gibt es immer häufiger ausgesprochen abenteuerliche wie aber auch überzeugende Modelle aus diesem Material. Dabei werden häufig Ansätze aus der Luftfahrt weiterverfolgt, wie z.B. die Kombination aus Aluminiumgerippe mit aufgeklebten Carbonschalen. Konstruktionen aus Kohlfefaser / Carbon findet man immer mal wieder im Rennsport, vor allem aber als Hingucker.
Titan
Titan wird als Rahmenmaterial für Mountainbikes relativ selten verwendet. Titanrahmen werden wesentlich schlanker gebaut als Aluminiumrahmen, haben dabei etwa gleiche Steifigkeitswerte.
Mountainbike-Typen
Trotz einiger Gemeinsamkeiten unterscheiden sich Mountainbikes in technischer Hinsicht ganz erheblich voneinander, wobei sich abhängig vom Verwendungszweck einige Grundtypen unterscheiden lassen:
Cross-Country (CC, XC), Race, Marathon
Das Cross-Country-Mountainbike ist für den (Renn-)Einsatz auf Straßen und unbefestigten Wegen ausgelegt, weniger aber für den Einsatz in schwerem Gelände. Das Cross-Country-Mountainbike ist oft ein Hardtail und die Federgabel verfügt meist über relativ wenig Federweg (60-80mm). Einige (meist leichte) Cross-Country-Fahrer verzichten auch gänzlich auf eine Federung. Der Fahrstil auf solchen Bikes ist folglich ein anderer als bei Fullies, da gröbere Hindernisse umfahren oder übersprungen werden müssen, was gerade bei Abfahrten oft schnelle Manöver erfordert. Aufgrund neuer Technologien sind aber auch im Cross-Country Fullies mit geringem Gewicht mehr und mehr im Kommen. Neben den bewährten V-Brakes sind an Cross-Country-Mountainbikes heutzutage auch häufig leichte Scheibenbremsen zu finden. Bei Cross-Country-Mountainbikes wird ein niedriges Gewicht angestrebt (teilweise unter 10 kg). Die Sitzposition auf einem Cross-Country-Mountainbike ist eher gestreckt, der Lenker ist typischerweise gerade und ungekröpft. Die Reifen sind für Mountainbike-Verhältnisse vergleichsweise schmal und oft schwach profiliert, die Leichtlaufeigenschaften stehen im Vordergrund.
Enduro
Das Enduro-Mountainbike ist ausnahmslos vollgefedert. Es verfügt im Vergleich zum Cross-Country-Mountainbike zudem über mehr Federweg, sowie breitere und stärker profilierte Reifen; der Lenker ist gekröpft und die Sitzposition ist aufrechter. Das Enduro-Mountainbike ist geländetauglicher als das Cross-Country-Mountainbike, taugt aber ebenso für den Toureneinsatz und ist insgesamt sehr vielfältig einsetzbar. Das Enduro-Mountainbike ist ein Allrounder und komfortabler als das auf den Renneinsatz optimierte Cross-Country-Mountainbike.
Trial
Das Trialrad ist ein leichtes, meist ungefedertes (Rigid-) Mountainbike, das eine flache Rahmenkonstruktion mit einem tief positionierten Sattel aufweist. Das Trialrad ist dafür ausgelegt, in langsamem Tempo anspruchsvolle Hinderniskurse bewältigen zu können, ohne dabei den Fuss aufzusetzen.
Dirt
Dirtbikes werden eingesetzt, um über künstliche oder natürliche Hindernisse hinweg bzw. von diesen herab zu springen. Das Springen steht bei dieser Mountainbikevariante im Vordergrund, deshalb ist das Dirtbike mit einem kleinen und sehr stabilen Rahmen ausgestattet. Die Federgabel eines Dirtbikes verfügt über einen mittleren bis kurzen Federweg (80-100mm), ist aber meist sehr hart ausgelegt. Auf eine Schaltung wird bei Dirtbikes in der Regel verzichtet.
Downhill
Downhill-Mountainbikes sind für schnelle Abfahrten in schwerem Gelände konzipiert. Da Downhill-Mountainbikes überwiegend bergab bewegt werden und der Anstieg meist nicht aus eigener Kraft bewältigt wird, wird bei diesen Rädern ein hohes Gewicht von bis zu 20 kg akzeptiert. Das hohe Gewicht ist eine Folge der sehr stabilen Bauart, die aufgrund der bei den Abfahrten auftretenden hohen Belastungen erforderlich ist. Die Rahmen sind vollgefedert und verfügen über große Federwege (bis zu 200mm, teilweise auch mehr), die Federgabel ist immer als Doppelbrücken-Federgabel ausgeführt, um die nötige Steifigkeit aufbringen zu können. Auch die Bremsen eines Downhill-Mountainbikes sind auf hohe Beanspruchung ausgelegt, weswegen fast ausnahmslos Scheibenbremsen mit großem Scheibendurchmesser zum Einsatz kommen.
Freeride
Freeride-Mountainbikes sind wie die Downhill-Mountainbikes für den Einsatz in schwerem abschüssigem Gelände konzipiert, wobei der Einsatzzweck allerdings nicht ausschließlich auf Abfahrten ausgerichtet ist. Die Freeride-Mountainbikes sind ebenfalls vollgefedert und verfügen über große Federwege (100-120mm), wenngleich sie nicht ganz an die Federwege der Downhill-Mountainbikes heran reichen. Auch wird bei den Freeride-Mountainbikes oft auf die im Downhillsport typische Doppelbrückengabel verzichtet und stattdessen eine Federgabel mit nur einer Brücke verwendet, um das Rad wendiger zu machen. Freeride-Bikes bilden den Übergang von Enduro zu Downhill.
Extrem-Freeride
Extrem-Freeride ist eine extreme Form des Freeride und demgemäß sind auch die hierfür verwendeten Mountainbikes eine extreme Variante der Freeride-Mountainbikes: die Federwege sind noch größer (um 150mm) und Gleiches gilt auch für das Gewicht: bis zu 30 kg keine Seltenheit.
Beim Extrem-Freeride wird nicht auf Zeit gefahren. Vielmehr zählen die Größe der Sprünge und der Style des Fahrers. So werden, sofern es die verwandten Räder zulassen, sehr viele Tricks" aus dem BMX-Bereich übernommen, jedoch auf ganz andere Größenverhältnisse übertragen. Sprünge bis 15m Weite und 10m Höhe sind dabei möglich. Zu den möglichen Fahrweisen gehört auch das "Droppen", wobei mit dem Rad über Klippen gesprungen wird. Höhen bis ca. 20 Meter können dabei überwunden werden (Josh Bender).
Geschichte
Auch wenn es schon frühere Ansätze gegeben hat, Fahrräder geländetauglicher zu machen, wird heute allgemein das Jahr 1973 als die Geburtsstunde und der Mount Tamalpais in Marin County Kalifornien als der Geburtsort des Mountainbikes angesehen. Die ersten Mountainbikes waren Fahrräder des Typs "Schwinn Cruiser", welche von einer Gruppe von Radsportlern um Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly benutzt wurde, um die Schotterpisten am Mount Tamalpais herunter zu rasen. Die aus den 1930er Jahren stammenden Cruiser des Herstellers Schwinn waren - wie der Name schon vermuten lässt - alles andere als Sport-Fahrräder, sondern vielmehr für das gemütliche Dahinrollen ("Cruisen") ausgelegt. Die Schwinn Cruiser waren aber recht stabil gebaut und verfügten über dicke Ballonreifen auf 26-Zoll-Felgen, womit sie für die schnelle Abfahrten über die Schotterposten des Mount Tamalpais weit besser geeignet waren, als die leichten Rennräder, welche damals die einzige Typ von Fahrrädern für sportliche Zwecke waren. Die Schwinn Cruiser waren sehr schwere Fahrräder, weshalb sie von Gary Fisher, Joe Breeze und den anderen Fahrern auch tatsächlich nur für die Abfahrten benutzt wurden. Der Transport zum Gipfel erfolgte auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Die ersten Mountainbiker waren somit reine "Downhiller". Die Gruppe um Gary Fisher bezeichnete Ihre Bikes als "Clunker".
Erste regelmäßige Mountainbike-Rennen gab es ab 1976 - sie wurden ebenfalls von der oben erwähnten Gruppe am Mount Tamalpais ausgerichtet (vornehmlich auf Initiative von Charles Kelly) und ausgetragen. Diese "Repack-Races" genannten Rennen gaben auch den Anstoß für eine ganze Reihe von technischen Modifikationen, welche den Anfang der Entwicklung zur heutigen Mountainbike-Technik darstellen. So wurden die unzureichenden Rücktrittbremsen der Schwinn Cruiser durch Trommelbremsen ersetzt, wobei auf Motorradteile zurückgegriffen wurde. Auch beim Austausch der wenig stabilen Original-Lenker bedienten sich die Bastler meist im Motorradteile-Regal. Gary Fisher wird häufig die erste Verwendung einer Schaltung an diesen Ur-Mountainbikes zugeschrieben (die Schwinn Cruiser verfügten über keine Schaltung). Tatsächlich gab es südlich von Marin County bereits um 1974 eine Gruppe von "Clunker" Fahrern, die "Cupertino Gang", die Schaltungen an ihre Clunker geschraubt hatte. Ein Foto vom 01.12.1974 zeigt den Start eines Rennens, an dem sowohl Gary Fisher als auch die Cupertino Gang teilnahm. Erst danach verwendete Fisher an seinen Bikes eine Schaltung - Gary Fisher ist somit nicht der "Erfinder" des Mountainbikes, was aber seine entscheidende Rolle in der Entwicklung des Sports keinesfalls schmälert.
Das erste "echte" Mountainbike hat Joe Breeze 1977 für Charles Kelly hergestellt. Auch wenn sich Breeze dabei hinsichtlich der Rahmengeometrie stark an den Cruisern orientiert hat, war es das erste Mountainbike, welches nicht ein nachträglich für den Einsatz als Mountainbike umgerüsteter Cruiser war, sondern von Beginn an als Mountainbike hergestellt wurde.
Zwei Jahre später stieß Tom Ritchey zu der Gruppe und fertigte zunächst einen Rahmen und später noch weitere Rahmen für Gary Fisher. Später übernahmen Gary Fisher und Charles Kelly den Aufbau der von Tom Ritchey gefertigten Rahmen zu vollständigen Mountainbikes sowie den Vertrieb dieser Räder. Mit dem Auftritt Tom Ritchey nahm 1979 also die Mountainbike-Industrie ihren noch bescheidenen Anfang. Zu den ersten Firmen im noch jungen Markt gehörten (neben Ritchey) auch Shimano (Komponenten) und Specialized (Kompletträder). In den folgenden Jahren wurde das Mountainbike immer populärer und auch die technische Entwicklung ging rasant weiter.
Erster offizieller Mountainbike Weltmeister wurde der Amerikaner Ned Overend bei den Meisterschaften in Durango, Colorado im Jahr 1990.
Bei den olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde Mountainbiking (Cross-Country) erstmals als olympische Disziplin ausgetragen.
Sport
Entsprechend den Regeln der UCI (Union Cycliste Internationale - der Welt-Radsport-Verband) werden MTB-Wettkämpfe in folgenden Disziplinen ausgetragen:
- Cross Country Racing (XC, PP, SC)
- Downhill (DH)
- Hill Climb (HC)
- 4-Cross (4X)
- Dual Slalom (DS)
- Stage Race (SR)
Alpenüberquerungen mit dem Mountainbike werden als Transalp bezeichnet.
Weblinks
- weitere Weblinks
--Bibi 23:29, 24. Mär 2005 (CET)
- Suche nach Mountainbike Infos mit: Yahoo
