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Nauru

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Der internationale Reiseverkehr ist durch einen internationalen Flughafen (Nauru International Airport) und einen internationalen Seehafen (Aiwo Harbour) gewährleistet. Die Flugzeit zwischen Frankfurt und Yaren (IATA-Code INU) beträgt mit Zwischenaufenthalten etwa 30 Stunden. Die gefahrenreiche Küste zwingt kommerzielle Schiffe, in einiger Entfernung von der Insel anzulegen.

Inhaltsverzeichnis

Demografie

Die wenige indigene Kultur, die noch übrig geblieben ist, ist ähnlich wie auf allen Inseln Mikronesiens. Musik und Tanz zählen zu den beliebtesten Kunstformen. Rhythmische Gesänge und traditionelle Reigen werden vor allem zu Festen und an Feiertagen auf dem Aiue Boulevard aufgeführt. Kunsthandwerker stellen aus Kokosfasern und den Blättern des Schraubenbaumes Kleidungsstücke und Fächer her und verwenden geometrische Muster, die jenen der indonesischen Kultur ähneln. Auch das Holz der Kokospalme wird zur Herstellung von Kunsthandwerk genutzt. Die traditionellen Schnitzereien verzieren häufig Alltagsgegenstände wie Schalen und Proviantbehälter.

Die Zeremonie der Zubereitung und des Trinkens von Kava gilt als traditioneller Brauch, der ursprünglich nur von Männern begangen werden durfte, heute sind aber auch Frauen zugelassen. Das Nachtleben findet überwiegend in Restaurants und Bars statt. Das einzige Kino befindet sich in Aiwo.

Die Sprache Naurus ist eine Mischung aus den Sprachen der Nachbarinseln. Nauruisch ist die Nationalsprache, Englisch wird jedoch weitgehend verstanden und gesprochen; auch Französisch wird von vielen gesprochen. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom sechsten bis zum 16. Lebensjahr. Schulen sind unter anderem das Kayser College und das Nauru College. Zur weiteren Universitätserziehung gehen die Nauruer ins Ausland, meist nach Australien. Der staatliche Rundfunk sendet ganztägig. Die gesamte Elektrizität für die Insel wird im Power House in Aiwo erzeugt, jedoch sind Stromausfälle sehr häufig.

Religion

In Nauru gibt es heute überwiegend Christen. Die meisten Nauruer sind Protestanten (57%). Davon sind 44% unabhängige Christen, deren Gemeinde die Nauru Congregational Church ist. Diese hat ihre Hauptkirche in Aiwo und Kapellen in Meneng, Buada, Anabar und Nibok. Die übrigen 13% davon sind Evangelisten.

Etwa 24% sind römisch-katholischen Gläubige, welche in Yaren eine Kirche und eine Schule sowie in Ewa das Kayser College. Je 5% sind Buddhisten und Taoisten. 2% gehören der Baha'i-Religion an.

Noch etwa 7% sind Gläubige der einheimischen Religion, vor allem motiviert durch die vielen westlichen Einflüsse im nauruischen Lebensstil und den dominierenden Glaubens des Christentums. Diese Religion ist ein monotheistisches System des Glaubens, das eine weibliche Gottheit namens Eijebong und eine Insel der Geister namens Buitani beinhaltet. Gläubige sagen, dass der Himmel und der Ozean von einer Spinne namens Areop-Enap erschaffen wurde und dass die ersten Bewohner der Insel Nauru aus zwei Felsen zur Welt gebracht worden sein sollen. Deshalb ist übrigens auch das Flaggentuch der Flagge Naurus in zwei gleich große Teile geteilt.

Weitere Figuren der nauruischen Mythologie

Feiertage

Der offizielle Nationalfeiertag ist der Unabhängigkeitstag am 31. Januar, jedoch gilt der Angam Day als weiterer staatlicher Nationalfeiertag.


Datum Lokaler Name Deutsche Übersetzung Bemerkungen
1. Januar New Year's Day Neujahrstag  
31. Januar Independence Day Unabhängigkeitstag Jahrestag der 1968 erlangten Unabhängigkeit
März/April Easter Ostern  
17. Mai Constitution Day Verfassungstag Jahrestag der nauruischen Verfassung von 1968
26. Oktober Angam Day Tag der Heimkehr Jahrestag des erstmaligen Erreichens von 1.500 Einwohnern
25. und 26. Dezember Christmas Weihnachten  


Tourismus

Man kann die Insel in einem Tagesausflug gut zu Fuß umrunden. Dabei stößt man immer wieder auf Relikte aus dem Pazifikkrieg, beispielsweise japanische Bunker entlang der Küste. Viele Relikte sind gesammelt im Nauru Museum. Ein Besichtigungsziel sind auch die Phosphatminen im Inselinnern, die nach ihrer Ausbeutung eine triste zerstörte Natur hinterlassen haben.

Beim Rundgang durch die Chinatown im Südwesten fällt das große Warenangebot auf, was nicht weiter verwunderlich ist, denn alle Konsumgüter der Insel werden meist in Konserven importiert. Daher gibt es auch keine typischen Landesspeisen. Die chinesische Gastronomie ist qualitativ höher einzustufen als die nauruische. Trinkgeld wird nur selten erwartet.

Den schönsten Strand Naurus findet man an der Anibare Bay, nördlich des einzigen großen Hotels, dem Menen Hotel. Weitab von der mondähnlichen Landschaft der Phosphatfelder können hier Einheimische ebenso wie die wenigen Urlauber, die die Südseeinsel besuchen, noch weitgehend intakte Natur erleben. Das Baden ist allerdings riskant, da vor der Ostküste gefährliche Unterwasserströmungen und eine starke Brandung herrschen. Außerdem hält sich in dieser Gegend die Portugiesische Galeere, eine Quallenart, auf, die bis zu 30 Meter lange Nesseln besitzt.

Sport

Australian Football ist Nationalsport, gefolgt von Gewichtheben, Softball, Basketball und Tennis. Andere auf Nauru praktizierte Sportarten sind in geringem Maße Cricket, Golf, Segeln, Schwimmen und Fußball. Die Regierung unterstützt dabei vor allem das Gewichtheben, da in dieser Disziplin die meisten internationalen Erfolge erzielt wurden. Daneben wird Australian Football und Golf noch geringfügig unterstützt. Im East End Club in Meneng stehen einige Billardtische für Pool und Snooker.

Australian Football ist in Nauru von großer Bedeutung für die Bevölkerung. Es gibt vielen Jugendlichen etwas zu tun, da es sonst nicht viele Alternativen in der Freizeit gibt, und es lässt Tausende von Leuten daran teilhaben, ob Spieler oder Zuschauer. Es gibt einige Australian-Football-Mannschaften, welche in einer eigenen nauruischen Liga spielen. Auch eine nauruische Fußballnationalmannschaft existiert, jedoch wurde der Verband sowohl von der OFC als auch von der FIFA mangels Professionalität und Stadion noch nicht aufgenommen.

Es gibt einige Sportplätze in Nauru. Das einzige Stadion, das Linkbelt Oval, steht in Aiwo, ist jedoch überaltert und genügt nicht internationalen Ansprüchen. Ein größeres und moderneres Sportstadion ist im Distrikt Meneng im Bau, wird aber mangels Geld momentan nicht weiter gebaut. Geplant war früher auch ein größeres Stadion in Yaren und Boe, dessen Gelände bereits vorbereitet war; man entschied sich jedoch für das Menen Stadium, weil dort keine Platzprobleme herrschen. Weitere „Stadien“ sind:

Nirgends war und ist Nauru sportlich erfolgreicher als im Gewichtheben. Der sensationelle Gewinn der Goldmedaille bei den Commonwealth Games 1990 im Gewichtheben durch Marcus Stephen initiierte die Gründung des Nauruischen Nationalen Olympischen Komitees. Die Gewichtheberin Reanna Solomon holte in der Folge ebenfalls mehrere Medaillen bei den Commonwealth Games.

1968 startete der Leichtathlet Samuel Karokikki als erster Nauruer überhaupt an Olympia bei den Spielen in Mexiko; er schloss sich der mexikanischen Mannschaft an. 1992 startete Marcus Stephen bei den Spielen in Barcelona. Seit 1996 ist Nauru offiziell bei den Olympischen Spielen vertreten. Die offiziell ersten Athleten waren neben Stephen seine Gewichtheber-Kollegen Gerard Garabwan und Quincy Detenamo.

1998 beschloss der Gewichtheber-Weltverband (IWF) in Lahti, die Weltmeisterschaften 2001 in Nauru durchzuführen. Dieser Tag wurde in Nauru als „der größte Tag in der Geschichte unseres Volkes“ tituliert. Nauru hatte bei der Kampfabstimmung in Lahti den deutschen Mitbewerber Riesa vor allem durch seine Finanzkraft aus dem Feld gedrängt. Die Nauruer wollten das Spektakel nebst Flugreise und Aufenthalt der Sportfunktionäre finanzieren. Und zum ersten Mal in der WM-Geschichte sollte es auch Geld für die Besten geben: 6.500 DM (ca. 3.330 Euro) pro Goldmedaille. Jedoch wurden diese Wettkämpfe seitens Nauru aufgrund der inzwischen fehlenden Geldmittel in letzter Minute abgesagt. Austragungsort wurde notgedrungen Guam.

Bei den Spielen in Sydney 2000 startete Stephen zum dritten und letzten Mal sowie Gewichtheberin Sheba Peo. Für die Spiele in Athen 2004 wurden die Gewichtheber Yukio Peters, Itte Detenamo und Reanna Solomon nominiert. Peters konnte dabei erstmals ein olympisches Diplom für Nauru gewinnen.

Literatur

Siehe auch: Portal Nauru, Nauru (Tansania)







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Nauru aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

Liedertexte