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Obermarkt Freiberg

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Der Obermarkt in Freiberg ist der größte, kulturhistorisch wertvollste, geschlossen erhaltene und bedeutendste Platz der Bergstadt in Sachsen. Er misst heute 110 m mal 72 m und liegt ca. 402 m über NN. Er wurde bereits zwischen 1210 und 1217 bei der planmäßigen Anlage der Freiberger Oberstadt wesentlich größer angelegt, so dass er die nunmehr südwestlich liegende Petrikirche umgab. Die den Obermarkt und heutigen Petriplatz mit der Petrikirche trennende Häuserzeile wurde erst nach dem Stadtbrand von 1484 errichtet.

Das dominierende Gebäude ist das an der Nordostseite des Markplatzes stehende Rathaus (1578). Der Ratskeller Haus Obermarkt 16, in dem heute außer der Gaststätte die Stadtbibliothek untergebracht ist, befindet sich an der Nordwestfront des Platzes. Alle übrigen Häuser sind Bürgerhäuser (auch verschiedentlich Patrizierhäuser genannt), die überwiegend aus dem 16. Jahrhundert stammen. Diese Häuser zeichnen sich wegen der - erfahrungsgemäß großen - Schneelasten im Winter durch hohe Satteldächer, die teilweise mit Dachgauben, Reliefs, Rundbogen- und anderen Portalen und stabwerkgeschmückten Fenstergewände versehen sind, aus.

In der Mitte des Marktes steht das bronzene Brunnendenkmal von 1897, das den wettinischen Stadtgründer Markgraf Otto den Reichen und vier Wappenlöwen zeigt. Tradition Freiberger Studenten ist es, nach erfolgreicher Exmatrikulation in den Wassern des Brunnens zu baden. Ein weiterer Brauch ist das "Löwenreiten", der früher solange betrieben wurde, bis die Polizei kam und die jungen Leute zur Kasse bat. Der Strafzettel, der ihnen Errregung öffentlichen Ärgernisses durch Löwenreiten bescheinigte, wurde dann stolz in der Heimat herumgezeigt.

Im 15. Jahrhundert war der Obermarkt Richtstatt des Kunz von Kaufungen, des Prinzenräubers. Ein bläulich schimmernder Pflasterstein aus Basalt zeugt der Überlieferung nach von der Stelle, an die Kunzens Kopf gerollt sein soll.

Der Obermarkt in Freiberg wurde fast 800 Jahre hindurch im Laufe der Geschichte niemals umbenannt oder zurückbenannt und trägt noch immer seinen Geburtsnamen: Obermarkt.

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