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Olympia-Attentat

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Das Olympia-Attentat (auch Olympische Tragödie) bezeichnet ein Attentat auf die Olympischen Sommerspiele von 1972 in München. Dabei wurden elf Mitglieder der israelischen Ringermannschaft von der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September als Geiseln genommen. Ein gescheiterter Befreiungsversuch führte zu dem Tod aller Athleten, fünf der Terroristen und eines Polizisten.

Inhaltsverzeichnis

Der Angriff

Um 04:10 Uhr am Morgen des 5. September kletterten fünf Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September über den Zaun bei Tor 25A und betraten das Olympische Dorf. Die mit Sturmgewehren bewaffneten Geiselnehmer hatten keine Mühe, die israelischen Sportler zu überwältigen und nahmen elf Geiseln: David Berger, Ze'ev Friedman, Joseph Gottfreund, Eliezer Halfin, Joseph Romano, Andrei Schpitzer, Amitsur Schapira, Kahat Schor, Mark Slavin, Jaakov Springer und Mosche Weinberg. Weinberg und Romano wurden gleich zu Beginn der Aktion verwundet, beide starben noch im Olympischen Dorf an ihren Verletzungen.

In den nächsten 19 Stunden wurde die Welt Zeuge der frappierenden Unfähigkeit der bayerischen Polizei, die den Ereignissen in keinster Weise gewachsen war. Daraus wurden später Lehren gezogen und die Anti-Terror-Einheit GSG9 gegründet.

Die deutschen Verantwortlichen insbesondere Kanzler Willy Brandt und Innenminister Hans-Dietrich Genscher wiesen zudem das Angebot der israelischen Regierung zurück, eine Spezialeinheit zu schicken. Offenbar war man der Ansicht, die Angelegenheit selbst regeln zu können. Wie die Ereignisse zeigen sollten, waren die deutschen Sicherheitskräfte dazu jedoch nicht in der Lage, weil sie für einen solchen Ernstfall überhaupt nicht ausgebildet worden waren.

Die Terroristen verlangten bis neun Uhr die Freilassung und das freie Geleit von 232 Palästinensern, die in israelischen Gefängnissen einsaßen sowie die Freilassung der deutschen Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Die israelische Antwort folgte sofort und lautete: Es gibt keine Verhandlungen.

Der Bürgermeister des Olympischen Dorfes Walter Tröger, OK-Präsident Wili Daume, Polizeipräsident Manfred Schreiber, der Sicherheitschef der XX. Olympischen Spiele und der bayerische Innenminister Bruno Merk boten sich den Terroristen als Ersatzgeiseln an, dies wurde jedoch abgelehnt.

Eine Viertelstunde vor Ablauf des ersten Ultimatums wurde mit den Terroristen eine Verlängerung um drei Stunden ausgehandelt. Als dieses Ultimatum ablief, verhandelte der Krisenstab erneut mit dem Anführer der Terroristen, der sich Issa nannte. Mit Hilfe eines Abgesandten der Arabischen Liga und des Missionschefs der ägyptischen Mannschaft gelang es, das Ultimatum um weitere fünf Stunden bis 17 Uhr zu verlängern. Die Terroristen hatten unterdessen aus Radio und Fernsehen vom Aufmarsch der Polizei erfahren.

Sie verlangten nach Kairo ausgeflogen zu werden. Die deutschen Verhandlungspartner gaben vor zuzustimmen, und zwei Hubschrauber transportierten die Terroristen und ihre Geiseln zum nahegelegenen Flughafen von Fürstenfeldbruck, wo eine Boeing 727 auf sie wartete.

Die deutschen Behörden planten am Flughafen einen Angriff auf die Terroristen. Dort befanden sich jedoch nur fünf Scharfschützen, wohl weil von nur fünf Geiselnehmern ausgegangen wurde, tatsächlich waren es jedoch neun. Es befanden sich dort auch keine Panzer. Während der Schießerei, die zwei Stunden dauerte, kam einer der Polizisten auf die Idee, Panzer als Verstärkung zu rufen, wegen des starken Verkehr dauerte es jedoch eine halbe Stunde bis diese eintrafen.

Zwei Terroristen versuchten die Eignung des Flugzeugs kontrollieren und dann zum Hubschrauber zurückkehren. Als sie sich auf dem Rückweg befanden um die Piloten gehen zu lassen, eröffneten die Scharfschützen um 23 Uhr das Feuer. Die fünf Scharfschützen hatten keinen Funkkontakt zueinander und schossen ohne Koordination. Zwei Terroristen wurden sofort erschossen und ein dritter als er fliehen wollte. Drei weitere begannen verdeckt hinter den Hubschraubern, außerhalb des Sichtfelds der Scharfschützen, das Feuer zu erwidern, ein Polizist starb durch eine verirrte Kugel. Der Kampf zog sich sodann über 45 Minuten hin, bis eine Einheit gepanzerter Fahrzeuge vorfuhr.

Dadurch in Panik versetzt, eröffnete einer der Terroristen das Feuer auf die Geiseln des ersten Hubschraubers und gab damit zwei anderen die Gelegenheit aus der Deckung aufzutauchen. Er sprang dann aus dem Flugzeug und hinterließ eine Handgranate auf seinem Platz. Alle drei Araber fielen durch die Schüsse der Scharfschützen. Die unmittelbar darauf folgende Explosion tötete die Geiseln im Hubschrauber. Die anderen fünf Geiseln im zweiten Hubschrauber wurden ebenfalls während des Kampfes getötet.

Die Untersuchung der bayerischen Polizei schloss nicht aus, dass einige der Geiseln versehentlich von der Polizei erschossen worden sein könnten. Genauso ist es möglich, dass einer der Terroristen alle Geisel erschoss. Eine definitive Aufklärung des Falles konnte wegen der stark verbrannten Körper nicht durchgeführt werden.

Folgen

Der deutsche Staat verhaftete die drei überlebenden Terroristen, die zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Sie blieben jedoch nur kurze Zeit im Gefängnis, da sie nach der Entführung einer Lufthansa-Maschine am 29. Oktober ohne Konsultation mit Israel freigelassen wurden.

In den nächsten zwanzig Jahren tötete der israelische Geheimdienst mindestens acht der elf beteiligten Palästinenser. Hierzu gehörte auch ein Attentat auf einen unbeteiligten marokkanischen Kellner in Norwegen (Lillehammer Affäre), der falsch identifiziert worden war. Heute lebt nur noch Mohammed Daoud Oudeh (Abu Daoud), der für die Planung verantwortlich war. Er behauptete Mahmud Abbas hätte die Mittel für das Attentat geliefert.

Folgen für die Spiele

Zu Beginn der Geiselnahme wurden die Spiele zunächst fortgesetzt und erst nach Protesten zahlreicher Teilnehmer und Besucher unterbrochen. Nach dem Tod der israelischen Sportler blieben die Spiele für einen ganzen Tag unterbrochen und nach einer Gedenkstunde im Olympiastadion ließ IOC-Präsident Avery Brundage sie fortführen, dies wurde auch von der israelischen Regierung gebilligt. Trotzdem wurde die Entscheidung von vielen kritisiert, aber nur wenige Athleten verließen München.

Willi Daume begründete die Entscheidung mit dem Satz: „Es ist schon so viel gemordet worden - wir wollten den Terroristen nicht erlauben, auch noch die Spiele zu ermorden“. Berühmt wurde auch der Ausspruch Brundages "the games must go on". Das IOC will bis heute keine Referenz auf das Ereignis bei folgenden olympischen Spielen, da dies andere Mitglieder der olympischen Gemeinschaft vor den Kopf stoßen könnte.

Verfilmung

One Day in September, ein Film und ein Buch von Simon Reeve sowie der Film 21 Hours at Munich arbeiteten die Ereignisse auf. Es soll auch ein Film von Steven Spielberg entstehen.

Weblinks










Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Olympia-Attentat aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.