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Operation Feuerzauber

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Operation Feuerzauber war der Codename der ersten Operation der GSG 9.

Inhaltsverzeichnis

Vorspiel

Am 13. Oktober 1977 wird der Lufthansa Flug LH 181 von Palma nach Frankfurt von vier palästinänsischen Terroristen entführt. Ihr Anführer war Zohair Youssif Akache (23) der sich Captain Martyr Machmud nannte. Die drei anderen Entführer waren Souhaila Andrawes alias Soraya Ansari, der Libanese Riza Abbasi und Nadia Duaibes alias Shanaz Holun.

Die Maschine wurde nach Rom geleitet wo aufgetankt wurde und Mahmud erstmals die Forderungen seines Kommandos Koffre Kaddum verkündete. Diese waren identisch mit denen der Entführer von Hanns-Martin Schleyer; zusätzlich forderte man aber noch die Freilassung zweier in türkischer Haft sitzender Gesinnungsgenossen sowie die Summe von 15 Millionen US-Dollar.

Verfolgung

Von Rom aus flog die Maschine über Larnaka und Bahrein weiter nach Dubai. Hier gelang es am 16. Oktober dem Piloten Jürgen Schuhmann den Behörden Informationen über die Anzahl der Entführer mitzuteilen. Durch ein Interview des Verteidigungsministers von Dubai erfuhren hiervon auch die Terroristen. Daraufhin ließ Mahmud den Flugkapitän im Gang niederknien und drohte ihn zu erschießen, sollte nochmals etwas vorfallen.

Seit Larnaka folgte den Entführern eine weitere Maschine mit Angehörigen der GSG 9 an Bord. Nach einem erneuten Auftanken flog die Landshut weiter nach Aden im damaligen Südjemen. Die dortige Regierung ließ jedoch alle Landebahnen blockieren. Da der Treibstoff jedoch zur Neige ging, blieb der Crew keine andere Möglichkeit, als die Landshut auf einem Sandstreifen neben der Rollbahn niederzubringen. Kapitän Schuhmann wurde das Verlassen des Flugzeugs gestattet um das Fahrwerk zu inspizieren. Nach seiner Rückkehr wurde er von Mahmud ermordet.

Mogadischu

Die Maschine wurde erneut aufgetankt und hob am 17. Oktober, nun nur noch durch den Kopiloten Jürgen Vietor gesteuert, ab und nahm Kurs auf die somalische Hauptstadt Mogadischu, wo sie gegen 04.30 Uhr (MEZ) landete. Die Leiche des Piloten wurde aus dem Flugzeug geworfen und die Entführer setzen ein Ultimatum bis 15 Uhr MEZ um die RAF-Terroristen aus dem Gefängnis Stuttgart-Stammheim zu entlassen. Als die Nachricht kam, daß dieser Forderung nachgegeben würde, aber die Überführung nach Mogadischu mehrere Stunden benötige, verlängerten die Entführer das Ultimatum erneut, diesmal bis zum 18. Oktober, 01.30 Uhr MEZ.

Um 00.05 Uhr MEZ stürmte ein GSG 9-Kommando unter Führung von Ulrich Wegener die Landshut. Während der sieben Minuten dauernden Aktion starben drei der vier Terroristen. Lediglich Souhaila Andrawes blieb am Leben. Um 00.12 Uhr MEZ konnte der mitgereiste Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski Bundeskanzler Helmut Schmidt Vollzug melden.

Mindestens zwei Personen bestreiten diese Darstellung: Ein ehemalier SAS-Offizier sagte in seiner Biographie, daß SAS-Mitglieder mit deutscher Identität eingereist seien und die Maschine gestürmt hätten. Der damalige Leiter der GSG9 hat dies einmal in einem Interview bestätigt - die GSG9 hätte sich damals noch nicht fit gefühlt für einen derartigen Einsatz.

Nachspiel

Durch den (kampftaktischen) Erfolg der Operation bekam die GSG 9 international einen sehr guten Ruf und zählt auch heute noch zu den weltweit besten Spezialeinheiten. Die inhaftierten Terroristen Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Andreas Baader wurden am Morgen des 18. Oktober tot in ihren Zellen aufgefunden. Offiziell handelte es sich um einen gemeinschaflichen Suizid. Insbesondere in der linken, RAF-nahen Szene wird dieser Ansicht in einer Verschwörungstheorie widersprochen. Man geht hier von einer Exekution durch staatliche Stellen aus.

Es gilt heute als gesichert, dass an der Operation auch zwei Angehörige des britischen Special Air Service sowie ein somalisches Rangerbattailon beteiligt waren. Letzteres allerdings lediglich zur Sicherung des Flughafengeländes. Offiziell bestätigt wurde dies jedoch nie.

Es handelte sich bei den beiden britischen SAS-Angehörigen wohl um Major Alastair Morrison und Sergeant Barry Davis, die mit der Handhabung der zum damaligen Zeitpunkt gerade völlig neu entwickelten SAS-Blendgranaten (stun grenades) vertraut waren, und die, auf Bitten der Deutschen, sowohl den Plan der "Operation Feuerzauber" ausgearbeitet hatten als auch das Gelände sicherten und schließlich die Zündung der Granaten bei der "Operation Feuerzauber" vornahmen, da die Deutschen zum damaligen Zeitpunkt mit Planung und Ausführung von Spezialoperationen dieser Art noch keine hinreichende Erfahrung hatten und ein weiteres Desaster wie die olympische Tragödie in München 1972 unbedingt vermeiden wollten.

Am eigentlichen Sturm auf das Flugzeug in Mogadischu waren jedoch ausschließlich Deutsche beteiligt, da SAS-Angehörige nicht unter nicht-britischem Oberbefehl an direkten Kampfhandlungen teilnehmen dürfen.

Geheimgehalten wurde die Beteiligung der britischen SAS-Angehörigen u.a. deshalb, weil der britische Staat bis 1980 vor der Öffentlichkeit zu verbergen suchte, dass die SAS überhaupt existiert.

Weblinks







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Operation Feuerzauber aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.