Pál Teleki
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Einordnung: Mann | Ungar | Ministerpräsident (Ungarn)
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, offiziell ungar. Dr. gróf széki Teleki Pál, deutsch auch „Graf Paul Teleki von Szék“ (* 1. November 1879 in Budapest, †durch Suizid 3. April 1941 ebenda) war ein ungarischer Wissenschafter und Politiker.
| Inhaltsverzeichnis |
Herkunft, wissenschaftliche Laufbahn
Er stammte aus einer begüterten siebenbürgischen Adelsfamilie.
(Fortsetzung folgt)
Politische Laufbahn
Ministerpräsident von 1920 bis 1921, Kultusminister 1938/1939 und wiederum Ministerpräsident von 1939 bis 1941.
(Fortsetzung folgt)
Der Suizid
Als nach dem Putsch in Belgrad Hitler sogleich Pläne aufstellte, um Jugoslawien zu besetzen, bot er Ungarn die Rückgewinnung aller im Vertrag von Trianon verlorenen Gebiete an, falls es sich am Feldzug beteilige. Sogar die Annexion Kroatiens stellte er in Aussicht und versprach, sich bei Mussolini für eine Rückgabe der von Italien annektierten Hafenstadt Rijeka einzusetzen. Auf dieses verlockende Angebot hin setzte bei Reichsverweser Horthy, der militärischen Führung und der Mehrheit in Kabinett und Parlament ein rascher Stimmungswandel zugunsten eines möglichst schnellen Kriegseintritts ein, gegen den Teleki mit seinem strikten Neutralitätskurs allein blieb. In der Presse setzte eine rabiate antijugoslawische Propaganda mit angeblichen Gräueltaten gegen die ungarische Minderheit ein.
Bei der Sitzung des Obersten Militärrats am 1. April 1941 konnte Teleki nur noch für einen Kompromiss eintreten: Ungarn sollte erst einmarschieren, wenn sich Kroatien für unabhängig erklärt und damit Jugoslawien de facto zu existieren aufgehört hätte. Überdies sollten die ungarischen Truppen nur bis zur historischen Landesgrenze von 1918 vorrücken, aber keine weiteren Gebiete annektieren. Diese Lösung wurde mit 7 zu 4 Stimmen (die für einen vollen Kriegseintritt ohne Vorbehalte votierten) angenommen.
Als Teleki darauf die Meldung erhielt, dass Großbritannien dies als Kriegsgrund gegen Ungarn ansehen würde, musste er sich das völlige Scheitern seiner Politik eingestehen. Kurz nach Mitternacht des 3. April schrieb er dem Reichsverweser zwei Briefe (vgl. unten) und erschoss sich.
Die Abschiedsbriefe
Ungarisches Original der beiden Briefe:
„Főméltóságú Úr!
Szószegők lettünk – gyávaságból – a mohácsi beszéden alapuló örökbéke szerződéssel szemben. A nemzet érzi, és mi odadobtuk becsületét. A gazemberek oldalára álltunk - mert a mondvacsinált atrocitásokból egy szó sem igaz! Sem a magyarok ellen, de még a németek ellen sem! Hullarablók leszünk! A legpocsékabb nemzet. Nem tartottalak vissza. Bűnös vagyok. Teleki Pál�
„Főméltóságú Úr!
Ha cselekedetem nem is sikerülne teljesen, és még élnék, ezennel lemondok. Mély tisztelettel, Teleki Pál�
Deutsche Übersetzung:
„Exzellenz!
Wir sind wortbrüchig geworden – aus Feigheit – gegenüber dem auf der Rede von Mohács beruhenden Vertrag über ewigen Frieden. Die Nation spürt es, und wir haben unsere Ehre hingeschleudert. Wir sind auf die Seite der Schurken getreten, denn an den an den Haaren herbeigezogenen Gräueltaten ist kein Wort wahr! Weder gegen die Ungarn, noch gegen die Deutschen! Leichenschänder werden wir! Die jämmerlichste Nation. Ich habe dich nicht zurückgehalten. Ich bin schuldig.
Pál Teleki“
„Exzellenz!
Auch wenn meine Tat nicht gänzlich gelingen sollte und ich noch lebe, trete ich hiermit zurück. In tiefer Verehrung,
Pál Teleki“
Nachleben
Noch im Jahr 2004 sorgte eine geplante Statue für Pál Teleki in Budapest für erhitzte Gemüter:
Das von einem privaten Verein in Auftrag gegebene Werk hätte zum Todestag Telekis am 3. April im Innenhof der Budapester Burg aufgestellt werden sollen. Dieser Plan wurde anfänglich auch von Oberbürgermeister Gábor Demszky unterstützt. Weil jedoch Teleki sich nicht bloß gegen den Kriegseintritt seines Landes gegen Nazideutschland ausgesprochen, sondern in seinem innenpolitischen Wirken auch zwei antisemitische Gesetze erlassen hatte, erhob sich ein Proteststurm, dem sich auch Demszkys Partei SZDSZ anschloss. Aus diesem Grund und weil sich in diesem Jahr auch die Deportation der ungarischen Juden in die Vernichtungslager 1944 zum 60. Mal jährt, zog Demszky seine Unterstützung für das Ansinnen zurück.
Einige Wochen später wurde das Denkmal (von Tibor Rieger) im Garten der katholischen Kirche von Balatonboglár aufgestellt. In dieser kleinen Stadt am Plattensee wurde während der Zeit des Zweiten Weltkrieges ein von der Regierung Teleki eingerichtetes Gymnasium für polnische Flüchtlinge betrieben. Bis zu seiner Schließung nach dem Beginn der deutschen Besetzung Ungarns (19. März 1944) war es in dieser Zeit das einzige freie polnischsprachige Lehrinstitut im kontinentalen Europa.
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