PH-Wert
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aDer pH-Wert ist ein MaĂ fĂŒr die Menge an SĂ€ure bzw. Base in einer Lösung. Der Begriff leitet sich von Potentia Hydrogenii (lat. potentia = Kraft; hydrogenium = Wasserstoff) ab.
- pH 0 bis <7 entspricht einer sauren Lösung
- pH 7 entspricht einer neutralen Lösung
- pH >7 bis 14 entspricht einer alkalischen Lösung
Genau bestimmt werden kann der pH-Wert mit Hilfe von bestimmten MessgerÀten (pH-Elektrode) oder ungefÀhr mit einem Universal-Indikator und dem Vergleich mit einer Farbskala.
| Inhaltsverzeichnis |
Beispiele fĂŒr verschiedene pH-Werte
Physikalische Definition des pH-Wertes einer wÀssrigen Lösung
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus (log) der molaren Konzentration der Wasserstoff-Ionen in einer wÀssrigen Lösung. (Exakter: Der pH-Wert ist der negative Wert des dekadischen Logarithmus der gemessenen AktivitÀt der Hydroniumionen in einer Lösung.)
- pH = -log 10 [H3O+]
Ein Absenken des pH-Wertes um eine Einheit bedeutet daher eine Verzehnfachung der Hydroniumionen-Konzentration. Wird die Hydroniumionen-Konzentration durch VerdĂŒnnung einer Lösung auf ein Zehntel der ursprĂŒnglichen Konzentration gesenkt, steigt der pH-Wert um eine Einheit.
Analog zum pH-Wert definiert man den pOH-Wert als den negativen dekadischen Logarithmus der molaren Konzentration der Hydroxid-Ionen in einer wÀssrigen Lösung:
- pOH = -log 10 [OH-]
Als neutral gilt der pH-Wert 7, den reines Wasser bei einer Temperatur bei 25 °C aufweist. Dieser pH-Wert stellt sich durch die sogenannte Autoprotolyse des Wassers ein.
- 2H2O â H3O+ + OH-
Aufgrund der TemperaturabhĂ€ngigkeit dieser Reaktion ist auch der pH-Wert des Neutralpunktes temperaturabhĂ€ngig. In wĂ€ssrigen Lösungen gilt fĂŒr den pH- und den pOH-Wert der Zusammenhang: pH + pOH = 14.
Zusammenhang mit SĂ€uren und Basen
Werden SĂ€uren oder Basen in Wasser gelöst geben diese durch die Dissoziation Wasserstoffionen ab und verĂ€ndern dadurch den pH-Wert. Damit wird der pH-Wert zu einem MaĂ der Menge an SĂ€uren und Basen in einer Lösung. Je nach StĂ€rke der SĂ€ure oder Base disoziiert sie zu einem gröĂeren Anteil und verĂ€ndert somit den pH-Wert drastischer.
Wie schon erwĂ€hnt, gibt man pH-Werte zwischen 0 (stark sauer) und 14 (stark alkalisch) an. Wie allerdings aus der Definition hervorgeht, kann er theoretisch bei sehr starken Basen auch gröĂer als 14 und bei sehr starken SĂ€uren auch kleiner als 0 sein. In der Praxis hat dies allerdings keine Bedeutung, da sich solche pH-Werte mit handelsĂŒblichen MessgerĂ€ten nicht mehr messen lassen.
Eine besondere Bedeutung haben Lösungen schwacher SÀuren und Basen mit einem pH Wert nahe ihrer SÀurekonstante. Sie dienen als sogenannte Pufferlösungen. Der pH-Wert solcher Pufferlösungen Àndert sich bei Zugabe von SÀuren und Basen in AbhÀngigkeit von der PufferkapazitÀt nur gering.
Eine Aufnahme von einer SÀure erfolgt beispielsweise auch dadurch, dass Kohlendioxid sehr gut in Wasser löslich ist. LÀsst man Wasser an der Luft stehen, nimmt es aufgrund der sich durch Lösen von Kohlendioxid bildenden KohlensÀure einen pH-Wert von etwa 5 an. Dies ist auch der pH-Wert, der als dermatologisch neutral bezeichnet wird.
Berechnung des pH-Wertes bei bekannter Konzentration an SĂ€uren und Basen
Der pH-Wert Wert lĂ€sst sich bei bekannter Konzentration an SĂ€uren und Basen in einer wĂ€ssrigen Lösung auch berechnen. So entspricht der pH-Wert starker SĂ€uren den negativen Dekadischen Logarithmus der Konzentration der SĂ€ure, da man davon ausgeht, dass die Konzentration der SĂ€ure der der Oxoniumionen entspricht und die Autoprotolyse des Wassers auĂer Acht lĂ€sst. Der pH-Wert von schwachen SĂ€uren ist die HĂ€lfte der Differenz von PKS-Wert und dem dekadischen Logarithmus der SĂ€urekonzentration. Bei mehrprotonigen SĂ€uren muss man diese Werte fĂŒr jedes abgegebene Proton berechnen und anschlieĂend addieren. Diese Berechnungen können fĂŒr das Herstellen von Lösungen mit einem bestimmten pH-Wert sehr hilfreich sein.
FĂŒr Lösungen eines Salzes einer SĂ€ure/Base lĂ€sst sich der pH-Wert ĂŒber die sogenannte Henderson-Hasselbalch-Gleichung nĂ€herungungsweise berechnen. Sind jedoch verschiedene Salze oder Salze von mehrbasiger SĂ€uren gelöst, verkompliziert sich diese Gleichung sehr rasch. FĂŒr eine genaue Berechnung muss zusĂ€tzlich noch die AktivitĂ€t (Chemie) berĂŒcksichtigt werden. Eine Lösung dieser Gleichungen ist dann nur noch ĂŒber iterative Verfahren möglich.
Der pH-Wert bei anderen Lösungsmitteln
Eine Art "pH-Wert" ist auch fĂŒr andere protische Lösungsmittel (also solche, die Protonen ĂŒbertragen können) definiert und beruht ebenfalls auf der Autoprotolyse dieser Lösungsmittel. Die allgemeine Reaktion lautet:
2LH LH2+ + L- (allg. Formulierung der Autoprotolyse)
LH2+ = Lyonium-Ion; L- = Lyat-Ion
Die Gleichgewichtskonstante K ist hier im allgemeinen kleiner als beim Ionenprodukt des Wassers
Der pH-Wert ist dann folgendermaĂen definiert (der Index p weist darauf hin, dass es sich nicht um wĂ€ssrige, aber protische Lösungen handelt):
- pHp = -log 10 [LH2+]
Beispiele:
2HCOOH HCOOH2+ + HCOO- (wasserfreie) AmeisensÀure
2NH3 NH2- + NH4+ Ammoniak
2CH3COOH CH3COO- + CH3COOH2+ Eisessig
2C2H5OH C2H5OH2+ + C2H5O- Ethanol
Bedeutung des pH-Wertes
Die Auswirkung des pH-Werts auf das Wachstum von Pflanzen
GrundsĂ€tzlich beeinflusst der pH-Wert des Bodens die VerfĂŒgbarkeit der NĂ€hrsalze (zum Beispiel Eisenmangel bei neutralem und alkalischem pH-Wert). Zudem schĂ€digen extreme pH-Werte die Pflanzenorgane (saurer Regen, VerĂ€tzungen).
FĂŒr den NĂ€hrstoffhaushalt von Pflanzen ist (neben Phosphor, Schwefel und Kali) Stickstoff von besonderer Bedeutung. Stickstoff wird fast immer in Form von wasserlöslichem Ammonium (NH4+ Ionen) oder hĂ€ufiger als Nitrat (NO3- Ionen) aufgenommen. Ammonium und Nitrat stehen in Böden mit einem pH-Wert von 7 im Gleichgewicht. Bei sauren Böden ĂŒberwiegen die NH4+ Ionen, bei alkalischen Böden ĂŒberwiegen die NO3- Ionen.
Wenn nun eine Pflanze aufgrund der DurchlĂ€ssigkeit der Wurzelmembranen nur NH4+ aufnehmen kann, ist sie an saure Böden gebunden und dementsprechend obligat acidophil (sĂ€ureliebend). Wenn sie nur Nitrat NO3- aufnehmen kann, kann sie nur auf basenreichen Böden wachsen (obligat basophil). Wenn sie jedoch sowohl Ammonium, als auch Nitrat aufnehmen kann, kann sie sowohl auf sauren als auch auf basenreichen Böden wachsen. In KunstdĂŒngern wird Ammoniumnitrat (NH4NO3) verwendet, ein Salz aus Ammonium- und Nitrat-Ionen.
Viele Pflanzenarten bevorzugen einen bestimmten pH-Bereich. Wenn dieser Idealbereich nur leicht ĂŒber- oder unterschritten wird, ist fĂŒr die meisten Pflanzen ein normales Wachstum noch ohne weiteres möglich, zumal ein âfalscherâ pH-Wert durch andere das Wachstum beeinflussende Faktoren ausgeglichen werden kann (zum Beispiel Sonneneinstrahlung, NĂ€hrstoffgehalt und so weiter).
Bei ĂŒbermĂ€Ăig hohem oder niedrigem pH-Wert sind die NĂ€hrstoffe im Boden festgelegt und stehen somit fĂŒr die Pflanzen nur noch unzureichend zur VerfĂŒgung. AuĂerdem werden bei einem sehr tiefen pH-Wert fĂŒr Pflanzen giftige Stoffe des Bodens freigesetzt. Dazu gehören Aluminium- und Mangan-Ionen.
Siehe auch: Boden-pH, Bodenversauerung
Bedeutung des pH-Wertes fĂŒr Besitzer von Aquarien
"Die meisten Fische und Pflanzen sind robust genug und vertragen den pH-Wert, der sich im Laufe der Zeit in einem Aquarium ~ von alleine einstellt. Allerdings vertragen dies eben einige spezielle Pflanzen und vor allem Seewasser-Aquarien nicht."
Dies ist eine immer wieder auftauchende, aber falsche Aussage.
VORSICHT an den unbedarften Leser: Pflanzen im Aquarium können mit einem falschen pH-Wert besser umgehen als Fische. Aber auch bei den Pflanzen sollten die Wasserwerte stimmen. FĂŒr die Fische gilt es, eine artgerechte Haltung aufzubauen. Wenn diese kleinen Paddler sich auf jeden pH-Wert einstellen könnten, wĂŒrden sie ja nicht regional, sondern global auftreten. Also: bitte den pH-Wert den Fischen entsprechend anpassen oder die Pfleglinge dem pH-Wert entsprechend auswĂ€hlen.
Einige grobe Richtwerte fĂŒr den pH-Wert gĂ€ngiger Aquarienfische:
Saures Wasser (pH ~ 6):
- SĂŒdamerikaner (Neon, Skalar, Diskus, L-Welse, etc.)
- Asiaten (Guaramis, Fadenfische, etc.)
Neutrales Wasser (pH ~ 7)
- Mittelamerikaner (Feuermaulbuntbarsch, etc.)
Alkalisches Wasser (ph ~ 8)
- Ostafrikanische Grabenseen (Buntbarsche aus dem Tanganjika- und Malawisee, etc.)
Dem Aquarianer wird dringest empfohlen, sich ĂŒber die genauen AnsprĂŒche (pH-Werte) seiner Zierfische zu informieren. Die Fische passen sich nicht einfach den ihnen zur VerfĂŒgung gestellten Wasserwerten an.
-- 13:17, 9. MĂ€r 2005 (CET)
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