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PISA-Studien

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Die PISA-Studien (Programme for International Student Assessment) der OECD bestehen aus einer Reihe weltweit durchgeführter Schulleistungsuntersuchungen. Untersuchungsgegenstand sind die Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schülerinnen und Schüler. Die erste Studie wurde 2000 durchgeführt und 2001 veröffentlicht; weitere Durchgänge folgen in dreijährigem Turnus.

Die 2003er Studie (auch als PISA-II bezeichnet) wurde am 7. Dezember 2004 veröffentlicht.

Zusätzlich zur internationalen Studie führen einige teilnehmende Staaten noch nationale Erweiterungsstudien durch (als PISA-E bezeichnet).

Ungefähr gleichzeitig mit PISA erschienen 2001 und 2004 OECD-Studien zur Früherziehung, die von der Presse zuweilen als Kita-PISA bezeichnet wurden; diese Studien sind jedoch weder organisatorisch noch inhaltlich Teil von PISA. Siehe dazu OECD/Starting Strong.

Der angebliche Plan einer Ausweitung von PISA auf Erwachsene (PISA-für-alle-Studie) erwies sich als Zeitungsente.

Inhaltsverzeichnis

Durchführung

In Deutschland wird die Durchführung der ersten Studie vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin koordiniert.

Für PISA-2000 wurden rund 180.000 Mädchen und Jungen aus 32 Staaten untersucht, davon 5.000 aus Deutschland.

Die Tests umfassen Fragekataloge mit verschiedenen Schwerpunkten: Aufgaben zur jeweiligen Landessprache (2000), Mathematik (2003); er soll in dreijährigem Turnus fortgesetzt werden, zunächst mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften (2006).

Ergebnisse 2000

siehe alte Textfassung, müsste wiederhergestellt werden

Pisa 2000: Rezeption in Deutschland

In Deutschland fanden die Ergebnisse von PISA-2000 ein so überwältigendes Medien-Echo, dass von einem PISA-Schock gesprochen wurde. Besonderes Interesse fand der Leistungsvergleich der Bundesländer; bis dato hatten die Kultusministerien einen solchen Vergleich stets zu verhindern gewusst. Bayern schnitt in der Studie am besten ab, gefolgt von Baden-Württemberg.

Ergebnisse 2003 (?)

In der Gesamtrangfolge bildeten Finnland, Südkorea und die Niederlande die Spitzengruppe. Sieger im Schwerpunktfach Mathematik ist Hongkong. Als Erklärung für das hervorragende Abschneiden der Finnen wird angeführt, dass die Schulen in Finnland sehr autonom handeln können und zugleich einer wirkungsvollen Qualitätskontrolle unterliegen. Statt detaillierte Lehrpläne vorzuschreiben, beschränkt sich die finnische Bildungsbürokratie darauf, Lernziele vorzugeben und landesweite Tests zu erarbeiten, mit denen überprüft wird, wie gut die Ziele erreicht wurden. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen liegen Länder wie Mexiko und Brasilien.

deutschsprachige Länder

Das beste deutschsprachige Land ist 2003 Liechtenstein, welches in Mathematik, Lesefähigkeiten und Naturwissenschaft Platz 5 erreicht hat. 2000 lag Liechtenstein in Lesefähigkeit und Naturwissenschaften hingegen mit Punktzahlen um 480 noch hinter Deutschland, was Zweifel an der Validität der Ergebnisse nahelegt.

Die Schweiz hat beim PISA-Test als zweitbestes Land im deutschsprachigen Raum abgeschnitten. Beim diesjährigen Untersuchungsschwerpunkt Mathematik belegten die Schweizer Schülerinnen und Schüler - wie schon im letzten Jahr - Platz 7. Im Fach Naturwissenschaften stieg die Schweiz vom 18. auf den 9. Platz auf. Im Lesen und beim Textverständnis reichte es für die Schweizer Schüler für den 11. Rang, nach Platz 17 im letzten Jahr.

Österreich sackte im Vergleich zu PISA 2000, als das Abschneiden noch im oberen Mittelfeld lag, im Rahmen der PISA 2003 Studie um 10 Plätze ab und befindet sich nunmehr im untersten Drittel der getesteten Länder.

Deutschland landete bei der Auswertung im hinteren Mittelfeld (hinter den USA). Neben dem schlechten Gesamtergebnis fällt auf, dass in Deutschland die soziale Herkunft stärker als in jedem anderen Land über Bildungschancen entscheidet. Im innerdeutschen Vergleich ergab sich ein deutlicher Vorsprung von Bundesländern, deren Schulwesen traditionell als strenger gilt. Ähnlich starke Unterschiede innerhalb eines Staats fanden sich auch in Belgien.

Die PISA-Ergebnisse sind konsistent mit denen der TIMSS-Studie, die in den 1990er Jahren deutschen Schülern schlechte Leistungen in Mathematik bescheinigt hatte.

Tabelle PISA 2003

Die sechs Länder, die am erfolgreichsten abgeschnitten haben, sowie Länder mit deutschsprachigem Bevölkerungsanteil:

Mathematik Lesefähigkeit Naturwissenschaften
1. Hongkong 550
2. Finnland 544
3. Südkorea 542
4. Niederlande 538
5. Liechtenstein 536
6. Japan 534
8. Belgien 529
10. Schweiz 524
18. Österreich 506
19. Deutschland 503
23. Luxemburg 493
31. Italien 466
1. Finnland 543
2. Südkorea 534
3. Kanada 528
4. Australien 525
5. Liechtenstein 525
6. Neuseeland 522
11. Belgien 507
13. Schweiz 499
21. Deutschland 491
22. Österreich 491
27. Luxemburg 479
29. Italien 476
1. Finnland 548
2. Japan 548
3. Hongkong 539
4. Südkorea 538
5. Liechtenstein 525
6. Australien 525
12. Schweiz 513
14. Belgien 509
18. Deutschland 502
23. Österreich 491
27. Italien 486
29. Luxemburg 483


Pisa 2003: Rezeption in Österreich

In Österreich hat die Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA 2003 Studie heftige politische Debatten ausgelöst. Die Verschlechterung führte zu Handlungsbedarf für die im genannten Zeitraum tätige und damit verantwortliche Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Frau Elisabeth Gehrer, die sich gleichzeitig auch bezüglich ihrer Hochschul- und Wissenschafts-Politik erheblicher Kritik ausgesetzt sieht. Ähnlich wie in Deutschland sind soziale Unterschiede auffällig. Schüler aus allgemeinbildenden höheren Lehranstalten, die schon bei PISA 2000 die besseren Ergebnisse lieferten, konnten das Niveau in etwa halten, während Schüler aus berufsbildenden Schulen stark absackten. Laut Ministerin Gehrer stehe das schlechte Abschneiden bei PISA 2003 in keinem Zusammenhang mit während ihrer Amtszeit erfolgten finanziellen Kürzungen im Schulwesen. Vielmehr kreist der dominante politische Diskurs der Regierungsparteien (österreichische Volkspartei und freiheitliche Partei Österreichs) bei der Suche nach Begründungen um die These, dass vor allem schlechte Deutschkenntnisse von Ausländerkindern für das insgesamt niedrige Niveau verantwortlich seien. Laut Aussage von Experten werde dieser Effekt aber stark überschätzt. Ministerin Gehrer konstatierte weiterhin ein Fehlverhalten von Eltern, die sich zu wenig um ihre Kinder kümmern würden. Die Opposition (sozialdemokratische Partei Österreichs und Grüne) äußerte den Vorschlag, statt dem stark diversifizierten österreichischen Schulensystem eine Gesamtschule einzuführen, mit dem Argument dass dieser Schultyp in den führenden Ländern der PISA 2003 Studie vorherrschend sei. Eine tatsächliche Verbesserung wird aber von allen Seiten eine Abkehr von ideologischem Scheuklappendenken erfordern, um der Jugend, die sich einem globalen Wettbewerb ausgesetzt sieht, nicht ihre Zukunftschancen zu nehmen. Es ist bekannt, dass an österreichischen Schulen und Universitäten traditionell größter Wert auf die bloße Reproduktion auswendig gelernten Faktenwissens gelegt wird, während Kreativität oder kritischem Hinterfragen relativ wenig Stellenwert eingeräumt wird. Die PISA-Studie testet aber kaum Faktenwissen, sondern vielmehr die Fähigkeit, Problemstellungen zu analysieren und eigene Lösungen zu finden bzw. gelesenen Text nicht nur zu reproduzieren, sondern tatsächlich zu verstehen und daraus eigene Schlussfolgerungen ziehen zu können. Eine Verbesserung der PISA Ergebnisse wird daher tiefgreifende Veränderungen des österreichischen Bildungssystems erfordern, und muss über Verbesserungsvorschläge oder Schuldzuweisungen, die von politischer Ideologie geprägt sind, hinausgehen.

PISA-E (Deutschland)

PISA-E (PISA Erweiterung) stellt eine nationale Erweiterung der internationalen Studie (2000) dar. Sie stellt die 16 Bundesländer vergleichend dar.

inhaltliche Erweiterung

quantitative Erweiterung

PISA 2006

Die nächste PISA-Studie wird 2006 veröffentlicht werden. Schwerpunkt werden die Naturwissenschaften sein. Als vierter Aufgabenbereich ist Informationstechnologie geplant.

PISA 2009

Eine Fortführung über PISA 2006 hinaus ist noch nicht beschlossen. Es darf jedoch vermutet werden, dass die gleiche Logik wie beim Waldschadensbericht zu einer Fortführung zwingen wird: spräche sich ein Politiker für Einsparungen bei dieser speziellen Art von Bildungsforschung aus, würde ihm die Öffentlichkeit unterstellen, er wolle unangenehme Daten vermeiden.

Weblinks







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel PISA-Studien aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.