Paraguay
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Einordnung: Südamerika | Staat | Paraguay
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Dieser Artikel befasst sich mit dem Staat Paraguay, zum gleichnamigen Fluss siehe RÃo Paraguay
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Die nördliche Landeshälfte gehört zu den wechselfeuchten Tropen, im Süden herrscht subtropisches Klima vor. In Asunción reichen die mittleren Monatstemperaturen von 17 °C im Juli bis 27 °C im Januar. Im Gran Chaco können an heißen Tagen 45 °C überschritten werden, während die Temperaturminima um -5 °C liegen. Die Jahresniederschläge erreichen im Bergland bis 2.000 Millimeter und sinken nach Westen auf Werte um 500 Millimeter. Die Hauptregenzeit dauert von Dezember bis März.
BevölkerungÜber 90% der Paraguayer sind Mestizen. Dies liegt vor allem an einer auf Mischung angelegten Bevölkerungspolitik im 19. Jahrhundert und dem Fehlen einer Masseneinwanderung aus Europa wie etwa in den Nachbarländern Brasilien und Argentinien. Es gibt regional bedeutende Minderheiten von Europäern und eingeborenen Indianern, unter denen die Guaranà die bedeutendste Gruppe sind. Ihre Sprache (GuaranÃ) ist heute eine der offiziellen Sprachen des Landes. Im Nordwesten wohnt die zahlenmässig unbedeutende, aber mit großen Privilegien ausgestattete Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die sich durch ständige Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko inzwischen auf 45-50.000 Personen beläuft. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen ca. 500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000 Brasilianer Deutschstämmige aus den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná. Sie werden auch Brasiguayos genannt. 5 % bis 7 % der Paraguayischen Bevölkerung sind Deutsche oder Deutschstämmige. In der Regierungszeit des deutschstämmigen Staatspräsidenten Alfredo Stroessner 1954-1989 sind zehntausende von aus Brasilien stammenden Deutschen eingewandert. Seit seinem Sturz im Februar/März 1989 sind weitere 150.000 Deutschstämmige aus Südbrasilien eingewandert. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt östlich des RÃo Paraguay und hier besonders in der Gegend um Asunción sowie nahe der Grenze zu Brasilien. Der Norden und der Westen des Landes, insbesondere die Ebene des Gran Chaco, sind dagegen fast unbesiedelt. Wichtige StädteParaguays größte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asunción mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel. Zweitgrößte Stadt ist Ciudad del Este (239.500 Einwohner) nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Weitere wichtige Städte sind Pedro Juan Caballero (etwa 65.000 Einwohner) im Nordosten und Encarnación am RÃo Paraná. GeschichteHauptartikel: Geschichte Paraguays
PolitikSeit 1992 ist Paraguay eine präsidiale Republik. Regierungschef und Staatsoberhaupt ist der Präsident. Er wird für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt; eine Wiederwahl ist nicht möglich. Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Armee und ernennt die Mitglieder des Kabinetts und des Obersten Gerichtshofes. Paraguay besitzt ein Zweikammerparlament, was aus dem Senat (45 Mitglieder) und dem Abgeordnetenhaus (80 Mitglieder) besteht. Die Parlamentarier werden für fünf Jahre gewählt. WirtschaftParaguay ist ein reines Agrarland mit all jenen Merkmalen, die für lateinamerikanische Staaten typisch sind:
Auf den Grasfluren des Gran Chaco wird nahezu ausschließlich Weidewirtschaft betrieben. Östlich des Paraguay wird vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Forstwirtschaftliche Produkte (29 % Paraguays sind mit Wald bedeckt) sind neben Holz Tanin und Petitgrain. Petitgrain ist ein Öl, das zur Parfumherstellung verwendet wird. Bergbau spielt in Paraguay kaum eine Rolle, da die nachgewiesenen Lagerstätten nur in geringem Umfang abgebaut werden. Es gibt Erdöl-, Eisenerz-, Mangan- und Steinsalzlagerstätten. Seit den siebziger Jahren verzeichnet der Industriesektor beträchtliche Zuwachsraten und trägt nun 22 % zum BIP bei. Die industrielle Produktion beschränkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zementwerk. 22 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. Ein Devisenbringer für Paraguay ist das momentan größte Kraftwerk der Welt Itaipú. Es wurde zur Hälfte von Brasilien mitgebaut. 99,88 Prozent der gesamten elektrischen Energie Paraguays werden in Wasserkraftwerken erzeugt. Da der vorn Kraftwerk Itaipú erzeugte Stromanteil von Paraguay nicht verbraucht wird, kann somit der Überschuss verkauft werden. Paraguay hat eine durch starke Schattenwirtschaft gekennzeichnete Marktwirtschaft. Die Schattenwirtschaft zeichnet sich durch die Einfuhr von Konsumartikeln und deren Wiederausfuhr in benachbarte, wohlhabende Länder aus sowie durch die Aktivitäten tausender Kleinstunternehmer und städtischer Straßenhändler. Wegen der Bedeutung der Schattenwirtschaft sind Wirtschaftsdaten schwer zu erhalten. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und häufig in Form der Subsistenzwirtschaft. Die Wirtschaft ist zwischen 1995 und 1997 formal um 3% gewachsen, jedoch ist das BIP in den Jahren 1998, 1999 und 2000 leicht gefallen. Das Pro-Kopf-Einkommen stagniert auf dem Niveau von 1980. Die Mehrheit der Beobachter führt die schlechte Entwicklung der paraguayischen Wirtschaft auf unverlässliche Politik, Korruption, Mangel an strukturellen Reformen, die bedeutende interne und externe Staatsverschuldung und die mangelhafte Infrastruktur zurück. EnergieDie Energieversorgung Paraguays wird ganz überwiegend durch Wasserkraft sichergestellt. 95% des Stromes kommen vom Itaipú-Staudamm, der gemeinsam mit Brasilien betrieben wird. VerwaltungsbezirkeParaguay besteht aus 18 Verwaltungsregionen (departamentos):
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