Paraphilie
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Einordnung: Sexualität | Sexuelle Neigung | Begriff
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Eine Paraphilie (griechisch παÏ?αφιλία, von pará - neben und philÃa - Freundschaft, Liebe) bezeichnet abweichende sexuelle Präferenzen. Definiert als Krankheit sind diese Abweichungen im DSM-IV-Katalog. Unter den Begriff "Störung der Sexualpräferenz" finden sich Teile der Abweichungen von der Norm im Verzeichnis ICD-10.
Die verschiedenen unter Paraphilien fallenden, von der Norm abweichenden sexuellen Präferenzen haben nicht zwangsweise etwas miteinander zu tun. So fallen z.B. sehr extreme, mitunter auch strafbare sexuelle Vorlieben wie Pädophilie oder Nekrophilie, aber auch harmlosere Neigungen (z.B. als nicht verwerflich geltende Fetische) unter den Begriff der Paraphilie.
Der Begriff "Norm" kann auf unterschiedliche Art definiert werden. Einerseits kann damit gemeint sein, "normal" sei das, was in einem bestimmten Kulturkreis akzeptiert ist. Als Beispiel kann hier die Homosexualität gelten, die zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Kulturen das gesamte Spektrum von besonderer Achtung bis Todeswürdigkeit durchlaufen hat. Es kann aber auch der Gegensatz "künstlich" und "natürlich" zugrundegelegt werden. Normal wäre dann das, was nicht durch besondere Erziehung sondern ganz von selbst entsteht; bei vielen Paraphilien wird das angenommen (z.B. Homosexualität, Pädophile), bei anderen nicht (Fetischismus). Es kann aber auch die statistische Definition angelegt werden, welche "normal" als das ansieht, was die Mehrheit tut. Ob eine Präferenz als Paraphilie einzustufen ist, hängt also auch maßgeblich davon ab, welche Definition für Norm zugrundegelegt wird.
In den psychologischen Wissenschaften spricht man bei einigen ausgelebten Paraphilien auch von Dissexualität. Gemeint ist damit, dass die vom potenziellen, durchschnittlichen Sexualpartner gestellten Ansprüche nicht erfüllt werden. Beispielsweise ist es einem Schuh-Fetischisten nicht möglich einen sexuellen Höhepunkt zu erreichen, wenn sein Partner nicht besondere Schuhe trägt. Der Sexualpartner erwartet aber, dass er selbst die sexuelle Erregung auslöst und nicht der Fetisch.
Unter Dissexualität fallen somit jene ausgelebten Paraphilien, die durch sexuelle Handlungen die Würde und Integrität einer Person verletzen. Des weiteren alle Handlungen, bei denen das Einverständnis der Person zu den Handlungen nicht vorausgesetzt werden kann. Die dissexuell handelnde Person nimmt dabei keine Rücksicht auf körperliche oder seelischen Belange des "Partners", sondern stellt alleine seine Bedürfnisse in den Vordergrund (Sadismus, Pädophilie, Nekrophilie usw.).
Der Volksmund benutzt statt des objektiveren und wertneutraleren Begriffes Paraphilie meist den mittlerweile abwertenden, aber früher im psychiatrischen Sprachgebrauch allgemein für Paraphilien verwendeten Begriff Perversionen.
Eine andere Art der Einteilung ist die nach der "Schwere" der Abweichung:
- Variationen: Abweichungen, die nicht negativ bewertet werden (ausgefallene Stellungen, besonderes Vorspiel)
- Deviationen: Sexuelle Spielarten abseits der Norm. Eine sexuelle Erfüllung ist auch außerhalb der Fixierung ohne große Probleme möglich.
- Perversionen: Sexuelle Spielarten abseits der Norm, die sich durch eine Fixierung auf unnormale Triebobjekte oder unnormale Befriedigungsarten auszeichnet. Eine sexuelle Erfüllung ist außerhalb der Fixierung nicht mehr oder nur schwer möglich.
Deviation wird in der heutigen Psychologie anstelle des sehr stark Negativen geprägten Wortes "Perversion" verwendet.
Definition nach DSM-IV
Nach dem Katalog DSM-IV gibt es zwei Kategorien, nach denen sexuellen Abweichungen als krankhaft zu bezeichnen sind.
- Die betroffene Person hat über einen längeren Zeitraum (6 Monate und mehr) wiederholt Phantasien, die sie stark sexuell erregen oder die Person lebt Bedürfnisse aus beziehungsweise legt Verhaltensweisen an den Tag, die ebenfalls zu einer starken sexuellen Erregung führen. Diese Phantasien bzw. Bedürfnisse, Verhaltensweisen beziehen sich dabei auf nichtmenschliche Objekte (Fetischismus, Sodomie), auf Leid oder Demütigung, Schmerz, Erniedrigung der eigenen Person oder der des Sexualpartners (Masochismus, Sadismus) oder auf nicht einwilligende, nicht einwilligungsfähige Personen, wie Kinder (Pädophilie).
- Als krank gelten auch andere Bedürfnisse, die zwar nicht zu den vorstehenden Fällen zählen, aber durch ihr dauerhaftes wiederholtes auftreten und dem damit einhergehenden sexuellen Verlangen zu starken Störungen im sozialen Umfeld führen.
Links
DSM-IV-TR (text revision)iagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fourth Edition, Text Revision
DSM-IV-TR and the Paraphilias: An Argument for Removalon Charles Moser, Ph.D., M.D. (Institute for Advanced Study of Human Sexuality, San Francisco, USA) und Peggy J. Kleinplatz, Ph.D (University of Ottawa, Canada)
- Suche nach Paraphilie Infos mit: Yahoo
