Paschtunen
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Einordnung: Asiatische Ethnie | Afghanistan
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Paschtunen (Hindi: Pathanen, Persisch: Afghanen) sind das staatstragende Volk in Afghanistan und gleichzeitig die Namensgeber des Landes. Weltweit gibt es ca. 35 Millionen Paschtunen, von denen ca. 10 Millionen in Afghanistan leben. Die meisten Paschtunen leben mit rund 23 Mio. Angehörigen in Pakistan in den Provinzen NWFP , FATA und in Belutschistan. Daneben existieren noch kleinere Gemeinden von Paschtunen in Australien und Südamerika, die einst dort von den Engländern als Arbeitskräfte angesiedelt wurden.
- Das Wort Afghan wird heute nur noch sehr selten bzw. kaum noch als Eigenname der Paschtunen benutzt. Seit 1964 heißen offiziell alle Staatsbürger Afghanistans Afghanen.
Die Ursprünge der Paschtunen sind unbekannt. Sie sind vielleicht Nachkommen der nomadischen Saken, die sich im Laufe der Zeit mit vielen anderen Völkern der Region vermischt haben. Der Name Paschtun (auch Pakhtun ausgesprochen) hat seine Wurzeln wahrscheinlich im Wort Pactyan, dem Namen eines iranischen Stammes in der altpersischen Provinz Arachosien (das heutige Punjab). Jedoch läßt sich keine der beiden Aussagen eindeutig beweisen. Einige paschtunischen Stämme behaupten, sie seien die Nachkommen der 10 verlorenen Stämme Israels. So wollen sie die Stammesnamen Barakzai, Yossufzai, Ismailkhel, etc. in den ursprünglich hebräisch-jüdischen Namen (Barak, Ismail, Josef (Yossuf), etc) wiedererkennen. Eine Behauptung, die nach heutigen sprachwissenschaftlichen Analysen kaum haltbar und ohnehin nicht beweisbar ist.
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Kultur
Die Paschtunen sind überwiegend sunnitische Muslime. Ihre Gesellschaft wird hauptsächlich durch das Stammeswesen mit seinem strengen, stark vom orthodoxen Islam geprägten, Ehrenkodex Paschtunwali bestimmt.
Die bekanntesten Stämme sind:
- Afridi
- Swati
- Bangasch
- Baraksai
- Khattak
- Lodhi
- Mahsud
- Mohmand
- Marwat
- Niasi
- Oraksai
- Wasir
- Shinwari
- Kakar
- Mohamedsai
- Yousafsai
Die radikalislamischen Taliban wurden im von Paschtunen bewohnten Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gegründet, und rekrutierten ihre Kämpfer hauptsächlich aus ihren Reihen. Auch der heutige Übergangspräsident Afghanistans, Hamid Karzai, ist ein Paschtune.
Sprache
Die Sprache der Paschtunen ist Paschtu, die zur iranischen Sprachfamilie gehört. Jedoch lassen sich viele Wörter des Paschtu nicht auf die ursprünglichen iranischen Sprachen der Region zurückführen, was auch auf eine (teilweise) nicht-iranische Herkunft hindeutet.
Die ersten literarischen Werke des Paschtu stammen wohmöglich aus der Zeit der Islamisierung des Hindukusch. Als bekanntester Dichter dieser Sprache gilt der paschtunische Nationalheld Khuschal Khan Khattak (1613-1689).
Geschichte
Die Vorfahren der Paschtunen standen in der Antike unter der Oberherrschaft der Perser und wurden mit dem Perserreich von Alexander dem Großen besiegt und erobert. Mit dem Siegeszug der Muslime wurden auch sie zum Islam bekehrt. Es muss auch in dieser Zeit gewesen sein, in der sich das Volk der Paschtunen herausgebildet hat - hauptsächlich vereint durch ihre gemeinsame Sprache Paschtu.
Danach gab es in der Geschichte der Paschtunen viele Fremdherrscher und Invasoren, wie die einfallenden Turkstämme Zentralasiens, die Mongolen, die indischen Moghulen oder die persischen Safawiden.
Das erste paschtunische Königreich begründeten die Lodhi in Indien (1451-1526), mit der Hauptstadt Delhi. Doch mit dem Sieg des usbekischen Herrschers Babur (Begründer der Moghul-Dynastie) über Ibrahim, dem letzten Lodhi Sultan, endete auch die paschtunische Herrschaft in Indien. Nur noch ein einziges Mal widersetzen sich die Paschtunen unter der Führung von Scher Schah Suri der Moghulherrschaft, bevor sie von den Moghulen endgültig besiegt wurden.
Danach lebten die Paschtunen geteilt unter der Herrschaft der Moghulen und Safawiden, bis sich im 18. Jahrhundert der Stamm der Ghilzai, unter der Führung von Mir Wais Hotaki, gegen die Fremdherrschaft der Safawiden erhob. Der Aufstand der Ghilzai beendete mit dem Sieg Mir Mahmud Hotakis die Herrschaft der Safawiden im Iran. Jedoch konnten sich die Ghilzai nicht lange an der Macht halten, zum einen weil die Paschtunen in Persien keine annerkannten Herrscher waren, zum anderen weil die vielen paschtunischen Stämme unter einander zerstritten waren. Nur 4 Jahre später wurden die Ghilzai von Nadir Schah besiegt und wieder nach Kandahar verdrängt. Aber mit dem Tod Nadir Schahs zerfiel Persien wieder einmal in kleine Staaten, die sich selbst bekämpften. Es war in dieser Zeit, in der der einstige Leibwächter Nadir Schahs, Ahmad Schah, aus dem Stamm der Abdali, die vielen paschtunischen Stämme vereinen konnte, um für die Unabhängigkeit zu kämpfen. So begründete Ahmad Schah Abdali im Jahre 1747 das Königreich Afghanistan und das Herrschergeschlecht der Durrani, und erkämpfte für die Paschtunen ihre endgültige Unabhängigkeit.
Für weitere Informationen siehe: Afghanistan
Weblinks
- weitere Weblinks
- PaschtunistanPashtuns (Englisch)10 verlorene Stämme
- Suche nach Paschtunen Infos mit: Yahoo
