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Pazifikflotte

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Die Pazifikflotte bzw. Rotbanner-Pazifikflotte ist eine Teilstreitkraft der sowjetischen bzw. russischen Flotte und dient der Sicherung der östlichen Seegrenzen der UdSSR bzw. Rußlands.

Die Geschichte der Pazifikflotte reicht bis in das Jahr 1647 zurück, dem Jahr der Gründung von Ochotskij Ostrog, des ersten russischen Hafens an der Küste des Pazifik. In der folgenden Zeit waren ständig russische Marineeinheiten im Pazifik stationiert. Während des Krimkrieges schlugen Angehörige der russischen Marine 1853 den Angriff eines britisch- US-amerikanischen Geschwaders auf Petropawlowsk (Kamtschatka) zurück. Während des Russisch-japanischen Krieges von 1905 führten die Einheiten des damaligen Pazifischen Geschwaders Kampfhandlungen gegen die japanische Flotte durch . Zwischen 1905 und 1907 kam es in der Flotte zu zahlreichen revolutionären Erhebungen gegen das Regime des Zaren, die jedoch z. T. brutal unterdrückt wurden. Während des Bürgerkrieges in Sowjet-Rußland kämpften zahlreiche Angehörige der Flotte auf Seiten der Bolschewiki. Beim Abzug aus der russischen Pazifikregion um Wladiwostok hatten konterrevolutionären Weißgardisten und die mit ihnen verbündeten ausländischen Interventen (USA, Japan, Großbritannien, Frankreich alle noch kampffähigen Schiffe der Pazifikflotte ins Ausland verbracht und die Küstenbefestigungen entwaffnet.

Aber bereits 1923 gelang es der Sowjetregierung in Wladiwostock eine Schiffsabteilung aufzustellen. Kurz darauf wurden die sowjetischen Seestreitkräfte des Fernen Ostens geschaffen, zu der auch die Amur-Flottille gehörte. Ihre Feuertaufe erhielten die Angehörigen der Flotte 1929 während des bewaffneten Konflikts gegen Japan um die Ostchinesische Eisenbahn. Die steigende Kriegsgefahr machte in den Folgejahren eine Stärkung der Fern-Ost-Flotte notwendig. Zu diesem Zweck wurden tausende Menschen aus den westlichen Landesteilen in den Fernen Osten der UdSSR geschickt. Schiffe, Waffen und technische Ausrüstung wurden zerlegt und ebenfalls in den dort hin geschickt. Gleichzeitg begann man in auf z. T. neu errichteten Werften in der pazifischen Region mit dem Bau von Kampfschiffen so dass die Fern-Ost-Flotte schon bald über zahlreiche Kampf- und Hilfsschiffe, U-Boote, Marineflieger und Truppen der Küstenverteidigung verfügte. 1932 wurde die Amur-Flottille aus der Fern-Ost-Flotte ausgegliedert und bildete eine eigene Flottenformation. Im Januar 1935 erhielten die “Seestreitkräfte des Fernen Osten� den Namen Pazifikflotte. Von 1937 bis 1938 kam es erneut zu bewaffeneten Auseinandersetzungen mit Japan, die 1938 in dem japanischen Einfall auf sowjetisches Territorium am See Chasan gipfelte. Der Roten Armee gelang es zusammen mit der Pazifikflotte, die auch Landformationen stellte, den Angriff zurückzuschlagen.

Da Japan mit dem Deutschen Reich verbündet war, war es für die UdSSR erforderlich, mit Ausbruch des 2. Weltkrieges starke Truppen- Flieger- und Flottenkräfte zum Schutz der östlichen Landesteile bereit zuhalten. Trotzdem entsandte die Pazifikflotte nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR zahlreiche Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie Kampftechnik an die deutsch-sowjetische Front. Im Jahr 1943 überstellte die Pazifikflotte auf Befehl des Staatlichen Verteidigungskomitees 1 Großzerstörer, 2 Zerstörer und 1 U-Boot-Abteilung an die sowjetische Nordflotte. Während des 2. Weltkrieges kämpften 143000 Angehörige der Pazifikflotte an den Landfronten und nahmen u.a. an den Kämpfen um Leningrad, Odessa, Sewastopol und Stalingrad teil. Ein Offizier der Pazifikflotte führte das Bataillon, das 1945 den Berliner Reichstag erstürmte.

Mit dem Ende des Krieges gegen Deutschland trat die UdSSR am 9. August vertragsgemäß an Seite der Alliierten in den Krieg gegen Japan ein. Die Pazifikflotte unternahm zahlreiche Landungsoperationen gegen Häfen und Stützpunkte im japanisch besetzten Nord-Korea. Außerdem war die Pazifikflotte mit Schiffen, Marinefliegern und Landungstruppen an den Kämpfen um die ebenfalls japanisch besetzten Kurilen-Inseln und den japanischen Südteil der Insel Sachalin beteiligt.

Nach dem Ende der Kampfhandlungen am 2. September 1945 erhielten alle an den Kämpfen beteiligten Angehörige der Pazifikflotte die Medaille für den Sieg über Japan. Mehr als 30000 Angehörige der Pazifikflotte wurden im 2. Weltkrieg mit Orden und Medaillen ausgezeichnet, davon 52 mit dem Titel Held der Sowjetunion. 18 Schiffe und Truppenteile erhielten den Gardetitel und 16 wurden mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet. 15 weitere Einheiten erhielten Ehrentitel

Mit dem Kalten Krieg kam es ab Mitte der fünfziger Jahre zu einer massiven Aufrüstung der sowjetischen Seestreitkräfte. So wurden der Pazifikflotte zahlreiche moderne Kriegsschiffe zugeführt. Dazu gehörten ua. Atom-U-Boote und Lenkwaffen-Schiffe sowie moderne Spionagetechnik. Im Jahr 1972 waren Einheiten der Rotbannerflotte auf Bitten der Regierung von Bangladesch an der Minen- und Wrackräumung im und vor dem Hafen von Tschittagong beteiligt. Im Rahmen dieser Aktion wurden 23 Schiffe gehoben bzw. abgeschleppt und eine Fläche von 1500 km² beräumt. Auf Bitten Ägyptens führte die Pazifikflotte 1974 die Minenräumung im Golf von Suez durch. Dabei wurde 1 Schiff durch einen Minentreffer schwer beschädigt. Im Jahr 1975 halfen 3 im Indischen Ozean der Republik Mauritius bei der Bewältigung der Schäden, die durch einen verheerenden Orkan angerichtet wurden.

Die Pazifikflotte war in ständigem Einsatz im Pazifik und im Indischen Ozean zur Durchsetzung der sowjetischen Interessen. Daneben wurden zur Repräsentation auch Flottenbesuche in anderen Staaten durchgeführt. Weiterhin oblag der Pazifikflotte die Sicherung der östlichen Seegrenzen der UdSSR.

Mit dem Zusammenbruch der UdSSR änderte sich auch für die Pazifikflotte die Situation. Wegen fehlender technischer und finanzieller Mittel hat die Einsatzbereitschaft und Kampfkraft der nunmehr russischen Pazifikflotte abgenommen. Durch die veränderte politische Lage ist die auch die Aufrechterhaltung der maritimen nuklearen Abschreckung gegenüber den USA nicht mehr nötig. Trotzdem bemüht sich Russland weiter um eine starke Flotte im pazifischen Raum.






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