Peer für Einsatzkräfte
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Einordnung: Feuerwehr | Hilfsorganisation
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Als Peer (englisch: gleichrangig) werden Funktionen in Einsatzorganisationen bezeichnet, die Einsatzkräften nach psychisch belastenden Einsätzen helfen, diese Ereignisse oder den Stress leichter zu bewältigen. Ein Peer ist immer jemand mit entsprechender Einsatzerfahrung, um durch die gleiche Basis einen Zugang zu schaffen. Ein externer Therapeut oder Psychologe ist kein Peer.
In Rettungsdiensten, Rettungshundestaffeln, Feuerwehren, THW und bei den Hilfsorganisationen gibt es Peers seit Anfang der 1980er. Hat man zuerst in der Notfallseelsorge nur den Opfern bei schweren Ereignissen auch psychologisch geholfen, so bietet man jetzt diese Hilfe auch den Helfern an. So stehen Einsatzkräfte durch eine professionelle Ausbildung rationaler zu negativen Ereignissen als "Laien", doch können sich gerade bei Profis auch schwere Folgen einstellen. Da die Helfer keine Maschinen sind, haben diese oft nach belastenden Einsätzen lange damit zu kämpfen, die Eindrücke psychisch zu verarbeiten.
| Inhaltsverzeichnis |
Erlebnisse die zu Psychotraumata führen können
Beispielhafte Erlebnisse mit möglichen Folgen sind:
- stark verstümmelte oder verbrannte Menschen, sterbende Menschen
- erfolglose Reanimation von Kindern und Erwachsenen, plötzlicher Kindstod
- Opfer sinnloser Gewalt und Folgen von Kriminalität
- Massenunfälle
- Suizidenten
- die Tatsache, dass die Hilfe trotz aller Anstrengungen zu spät kommt
- extremen Witterungseinflüssen
- Gefahr für die eigene Gesundheit
Mögliche Folgen für Helfer
Mögliche Folgen für den Helfer sind:
- PTSD (PTBS) - PostTraumatische BelastungsStörung
- Burnout-Syndrom - Psychische und physische Dauererschöpfung
Hilfeteams für Helfer
Zur "Hilfe für den Helfer" werden sogenannte PSU-Teams (Psychosoziale Unterstützung) herangezogen ((auch (synonym): CISM-Teams, OPEN-Teams, SbE-Teams)). Alle diese "Hilfeteams" bestehen aus "Peers" und "Psychosozialen Fachkräften" die eine gemeinsame (zusätzliche) Ausbildung in "Critical Incident Stress Management (CISM)" erhalten haben und sich organisiert haben.
Als Psychosoziale Fachkräfte werden oft Geistliche, aber auch Ärzte herangezogen, die zumindest eine Zusatzausbildung zum Feuerwehrmann oder ähnliches besitzen
Als Peers werden Mitarbeiter der o.a. Einsatzorganisationen herangezogen. Diese Mitarbeiter müssen neben persönlicher Eignung, viel Erfahrung in ihrem Fachbereich mitbringen.
Entwicklung in Deutschland
In Deutschland werden nach einer Entwicklung der Jahre 2003 und 2004 die PSU-Teams jetzt einheitlich ausgebildet und über die AGBF (Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren) koordiniert. PSU-Teams können von jeder "Organisation" angefordert werden, der Einsatz ist immer kostenfrei.
Wie arbeiten PSU-Teams in Deutschland?
Auch eine normale Nachbesprechung eines psychisch anstrengenden Einsatzes kann oft schon den Betroffenen weiterhelfen, das Geschehene zu verarbeiten. Hier setzen die Peers an, sie sind sozusagen erster Ansprechpartner "vor Ort". Peers gelingt es dann häufig traumatische Erlebnisse der Einsatzkräfte, mit ihnen zusammen, aufzuarbeiten und ein Psychotrauma zu verhindern. In weiteren (klar definierten) Schritten können dann (im Bedarfsfall) weitere "Besprechungen" zusammen mit einem PSU-Einsatz-Team (Je nach Gruppengröße, 1-2 Psychosoziale Fachkräfte und 2-6 Peers) anberaumt werden.
In Deutschland bestehen die PSU-Teams aus "Psychosozialen Fachkräften", wie Ärzten, Seelsorgern, Sozialarbeitern und aus Peers verschiedener Organisationen. Im besten Fall sind in einem PSU-Team Peers aus DRK (oder anderen HiOrgs), Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, Rettungshundestaffeln, Krankenhäusern, Polizei, etc. vorhanden.
Die eigentlichen "Einsatzteams" werden je nach "anfordernder Einheit" und "belastender Einsatzart" zusammengestellt, um ein Optimum an "Nähe zum Helfer" zu erreichen.
Situation in Österreich
Die Peers gehören meist jeweils der eigenen Einsatzorganisation an. Meist sind die Peers Personen, die ihre psychologischen Kenntnisse in ihrem Beruf ausüben. In diesen Einsatzfällen führen sie ihre Tätigkeit aber meist in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der jeweiligen Organisation aus. So sind Peers bei der Feuerwehr genauso Feuerwehrkameraden, genauso wie die Peers bei den Rettungsdiensten ebenfalls freiwillige Helfer bei der jeweiligen Organisation sind. Somit haben diese Helfer auch die notwendigen Fachkenntnisse, die bei der Aufarbeitung von Geschehenem wesentlich beiträgt.
Wichtige Hinweise
- Psychosoziale Unterstützung ist keine Psychotherapie Sie gehört zu den "präventiven Maßnahmen". Sollte sich in "Nachbesprechungen" herausstellen, daß bereits ein (mögliches) Psychotrauma vorliegt, so vermitteln die PSU-Teams professionelle Hilfe.
- Alle Informationen zu "Organisationsformen" beruhen auf dem deutschen System, im deutschsprachigen Ausland kann das PSU-System anders aufgebaut sein.
PSU - Weiterführende (interne) Links
Weblinks
- weitere Weblinks
- PSU-Team: SauerlandEinsatzkräfte sind keine MaschinenSbE e.V.Notfallseelsorge DeutschlandPsychotraumatologie
- Suche nach Peer für Einsatzkräfte Infos mit: Yahoo
