Pelletheizung
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Einordnung: Umweltschutz | Haustechnik
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Eine Pelletheizung verfeuert als Brennstoff kleine Presslinge aus unbehandelten Hobelspänen und Sägemehl, so genannte Pellets.
| Inhaltsverzeichnis |
Brennstoff
Holzpellets sind 6 mm breit und ca. 10 bis 30 mm lang. Sie haben die Form eines Holzdübels und werden gewonnen, indem Sägespäne unter hohem Druck durch einen Stahlmatrize gepresst werden. Dabei verbinden sich die Späne durch das holzeigene Lignin. Holzpellets unterliegen Normen. In Deutschland der DIN 51731 und DIN plus, in Österreich ÖNORM M 7135. Daten laut DINplus bzw. Ö-Norm:
- Heizwert Hi = 18 MJ/kg = 5 kWh/kg = 3,25 kWh/l
- Dichte 650 kg/m³
- bestehen zu 100 % aus Holz
- riesel- schütt- und einblasfähig, dadurch Lieferung im Tankwagen möglich
- gleichbleibende Qualität ist durch die DIN 51731 beschrieben
- benötigen auf Grund der geringeren Energiedichte ca. dreimal soviel Lagerraum wie z. B. ein Öltank mit gleichem Energieinhalt
- Kosten: laut Brennstoffspiegel 09/2004 kosteten 6100 kg Pellets 1998 ca. 1125 Euro, 2003 ca. 1250 Euro und im Juli 2004 ca. 1125 Euro
- im Jahr 2003 war der Preis für Pellets identisch mit dem Heizölpreis und ca. 30 % günstiger als Erdgas
Pellets werden als Brennstoff in automatisch beschickten Heizkesseln für Zentralheizungen verwendet. Die Beschickung erfolgt meist mit elektrischen Förderschnecken.
Bauarten von Pelletheizungen
Einige Pelletheizungen können auch mit eigenem Stückholz beschickt werden. Allerdings werden diese Anlagen in Deutschland oft nicht gefördert, weil der Wirkungsgrad geringer ist. Förderfähig sind im Moment Anlagen mit einem Wirkungsgrad von mindestens 88%. Für die Bewertung der Gesamteffizienz ist der Jahresnutzungsgrad wichtiger als der Wirkungsgrad. Der Jahresnutzungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen eingesetzter Brennstoffenergie und bereitgestellter Nutzwärme. Die Angabe des Jahres-Nutzungsgrads oder auch Norm-Nutzungsgrads berücksichtigt nicht nur die Verluste, die bei laufendem Brenner auftreten, sondern auch alle Verluste, die während des Brennerstillstands auftreten. Der Wirkungsgrad beinhaltet nur die Verluste bei laufendem Brenner. In einem Jahr werden jedoch nur Brennerlaufzeiten von ca. 1800 Stunden erreicht, die restliche Zeit steht der Brenner. Eine Wirkungsgradeangabe ist stets nur eine Momentanaufnahme, die sich auf Leistungen beszieht. Der Nutzungsgrad betrachtet jedoch die energetische Effizienz über einen bestimmten Zeitraum, z. B. ein Jahr.
Wirtschaftlichkeit
Ein Pelletofen mit Kessel kostet je nach Größe, Ausführung und Hersteller etwa zwischen 5.000 und 7.000 Euro, Komplettanlagen kommen auf Preise von 10.000 bis 12.000 Euro. In Deutschland wird die Anschaffung einer Pelletheizung mit bis zu 3.200 Euro bezuschusst: zur Zeit bundesweit mit 1.700 Euro (BAFA in Nordrhein-Westfalen (NRW) wird dieser Betrag je nach Größenordnung der Anlage von 1.500 Euro pro Anlage über 55 Euro pro kW auf bis zu 35 % der förderungsfähigen Ausgaben aufgestockt (Förderung nach der Richtlinie HAFö 2002 Durch die Bundes- und NRW-Förderung sollen die Mehrkosten bei Installation der Anlage aufgefangen werden.
Bei der Anlieferung kann für das Einblasen der Pellets in den Tank eine so genannte Einblaspauschale erhoben werden.
Für größere Anlagen zur Wärmeversorgung von z.B. Schulen, Schwimmbädern oder Wohnblöcken sind Hackschnitzel-Heizungen durch den geringeren Brennstoffpreis wirtschaftlicher.
Umweltverträglichkeit
Pelletheizanlagen sind umweltneutral. Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung freigesetzt wird, entspricht genau der Menge CO2, die beim Wachstum der Hölzer in diese eingebunden wurde. Inzwischen gibt es von mehreren Firmen Pelletheizkessel mit Brennwerttechnik, die die Energie besonders gut ausnutzen.
Bei Einberechnung der CO2-Freisetzung durch Waldbewirtschaftung, Rohholztransport, Aufbereitung, Pellettransport und nicht zuletzt der Anlagenerstellung ist die Bilanz sicher nicht ausgeglichen, dürfte aber unter der Freisetzung bei Verbrennung liegen - und auf jeden Fall günstiger als bei anderen fossilen Energieträgern.
Heizholz ist zudem ein minderwertiges Koppelprodukt höherwertiger Holznutzungen, durch die gegenüber der natürlichen Zersetzung eine CO2-Senke entsteht. Diese dürfte - bei nicht zu großen Transportentfernungen - die durch die Waldbewirtschaftung verursachte CO2-Freisetzung mehr als auffangen.
Betriebskosten
Pelletheizanlagen sind in der Anschaffung teurer als herkömmliche Öl- oder Gasheizanlagen.
Die Brennstoffkosten von Pelletheizungen und Ölheizungen sind vergleichbar, Erdgas ist in der Regel teurer. Zu beachten ist jedoch, dass sowohl Öl- als auch Gas-Brennwertgeräte höhere Jahres-Nutzungsgrade als viele Pelletheizungen aufweisen, d.h. die im Brennstoff enthaltene Energie wird bei modernen Öl- und Gas-Brennwertgeräten effektiver genutzt.
Herstellung/Standort
Holzpellets werden in der Regel in der Nähe des Verbrauchsortes hergestellt. Pellets bestehen nahezu ausschließlich aus Abfallprodukten der holzverarbeitenden Industrie und sind frei von Schadstoffen.
Die meist vorhandene Nähe des Herstellungsbetriebes läßt die Umweltbilanz noch besser ausfallen. Lange Transportwege entfallen.
Technik
Holzpelletheizungen arbeiten mit unterschiedlichen Techniken der Beschickung: Heute aktuell sind zumeist die Unterschubfeuerung oder der Einsatz eines Walzenrostsystems. Bei der Unterschubfeuerung werden die Pellets mittels einer Förderschnecke von unten in eine Art Brennteller gedrückt, verbrennen dort und die übrig bleibende Asche fällt über den Tellerrand in den darunterliegenden Aschebehälter. Beim Walzenrostsystem hingegen fallen die Pellets von oben auf mehrere, sich langsam drehende Stahlscheiben mit geringem Zwischenraum. Ein Abstreifkamm reinigt je Umdrehung die Zwischenräume, so dass ebenfalls die Asche ungehindert nach unten durchfallen und Verbrennungsluft nach oben zugeführt werden kann. Die heißen Verbrennungsgase werden danach über einen Wärmetauscher mit manueller oder automatischer Reinigung der Wirbulatoren in den Kamin geführt. Alle modernen Holzpelletheizungen sind mit einer Rückbrandsicherung ausgestattet, die einen Rückbrand in den Zubring-/Lagerbereich der Pellets unmöglich macht. Insgesamt sind moderne Pelletheizungen für einen sehr sicheren, nahezu vollautomatischen Betrieb ausgelegt, sodass lediglich noch regelmäßige Reinigungs- und Wartungsarbeiten im Abstand von Wochen oder Monaten notwendig sind.
Platzbedarf
Aufgrund der geringeren Energiedichte wird für die Lagerung der gleichen Energiemenge bei Pellets ca. zweimal mehr Platz benötigt, als bei Heizöl.
Entwicklung
Die Pelletheizungen wurden vor allem in Österreich und Skandinavien entwickelt. Dort gibt es bereits über 20 Jahre Erfahrungen mit dieser Heiztechnik. In Österreich liegt der Anteil von Pelletheizungen im Neubau nach Branchenberichten bei 35 %.
Prognose
Zukünftig werden die Kosten für Energie eher steigen als fallen. Im Gegensatz dazu blieben die Kosten für Holzpellets in den letzten Jahren relativ stabil.
Zu einer weiteren Preiserhöhung für Öl und Erdgas wird langfristig auch die Endlichkeit der Vorkommen und Förderbarkeit beitragen, was den Preis dieser Rohstoffe nicht verbilligen dürfte. Angesichts der Nutzungsdauer einer Heizungsanlage von ca. 20 Jahren ist dieser Effekt jedoch zu vernachlässigen, da sowohl Öl- als auch Gasvorkommen noch für Generationen reichen werden. Der immens steigende Rohstoff- und Energiebedarf seitens der wirtschaftlich stark aufstrebenden Länder China und Indien sollte in die Prognose mit einfließen, da dieser die Preise weiter in die Höhe treiben wird.
Siehe auch
Weblinks
- weitere Weblinks
- Landesinitiative Zukunftsenergien NRWPlanungshinweise zum Pelletslagerraum vom Deutschen Energie-Pellet-Verband e.V.Heizen mit Holzpellets: Aktiver Klimaschutz
- Suche nach Pelletheizung Infos mit: Yahoo
