www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Pitcairninseln

www.infos-aus-germanien.info



Die Pitcairninseln (engl.: Pitcairn Islands Group) sind eine Inselgruppe im Pazifik auf 130°W und 25°S und bestehen aus den Inseln Pitcairn, Ducie, Henderson und Oeno. Es handelt sich um die letzte verbliebene britische Kronkolonie im Pazifik. Die Inseln sind hauptsächlich berühmt wegen ihrer Einwohner: Die ersten Siedler waren Meuterer von der Bounty und einige Tahitianer(innen), die sie mitbrachten. Pitcairn ist das Land mit der kleinsten Bevölkerungszahl auf der Welt.

Die Inselgruppe wurde am 2. Juli 1767 von Robert Pitcairn entdeckt und ist seit 1838 britische Kronkolonie.


(Details) (Details)
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Adamstown
Staatsform Britisches Überseegebiet
Staatsoberhaupt Elizabeth II.
Gouverneur Richard Fell
Fläche 47 km² (alle Inseln)
Einwohnerzahl 46 (Stand Juli 2004)
Währung Neuseeland-Dollar
Zeitzone UTC -8
Nationalhymne God Save the Queen
Kfz-Kennzeichen  
Internet-TLD .pn
Vorwahl  


Inhaltsverzeichnis

Geografie


Die 4,5 km große Insel liegt isoliert im Südpazifik, bei 25° 03’ Süd und 130° 05’ West. Die nächstgelegenen bewohnten Inseln sind im Osten die Osterinsel in 2.000 km Entfernung und im Westen die Gambierinseln in 500 km Entfernung.

Picairn ist ein Monolith vulkanischen Ursprunges, dessen steile Klippen sich unmittelbar aus dem Meer erheben. Im Gegensatz zu vielen andern Inseln des Südpazifiks fehlt der umgebende Korallensaum, sodass eine starke Brandung ungeschützt die Küste erreicht.

Das Profil ist sehr ausgeprägt, es gibt auf der Insel keine größeren, zusammen hängenden Ebenen. Die höchste Erhebung liegt 347 Meter über dem Meeresspiegel.

Vulkanische Schlacke verursacht die auffallend rote Färbung des Bodens. Die Erde ist fruchtbar und das tropische Klima mit ergiebigen Regenfällen begünstigt ein üppiges Wachstum. Im Sommer (d.h. im mitteleuropäischen Winter) gibt es aber auch gelegentliche Trockenperioden. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt 1.800 mm (zum Vergleich: Köln 700 mm). Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen 19 und 24 °C.

Flüsse, Bäche und Seen fehlen, sodass die Einwohner zur Wasserversorgung auf Zisternen angewiesen sind.

Die einzige Ansiedlung ist das oberhalb der Bounty-Bay gelegene Adamstown, in dem sämtliche, derzeit 46 Einwohner der Insel wohnen.

Flora und Fauna


Die Fauna an Land beschränkt sich auf Insekten und Eidechsen. Alle anderen Tiere sind von den Europäern eingeführt. Eine große Plage sind inzwischen die Ratten geworden. Für den Menschen gefährliche Tiere gibt es nicht.

Auf Pitcairn, insbesondere auf den vorgelagerten steilen Klippen, nisten alle Arten von Seevögeln. Eine vollständige Bestandsaufnahme steht noch aus.

Durch das Fehlen eines Korallenriffes überwiegen in der Umgebung Pitcairns die Hochseefische. Die unregelmäßig erscheinende Inselzeitung "The Pitcairn Miscellany" listet akribisch auf, welche und wie viele Fische die Bewohner gefangen haben. Darunter sind hauptsächlich Haie, Doraden, Barracudas, Tunfische und gelegentlich ein Marlin. Einmal im Jahr kommen Buckelwale auf ihrem Zug durch den Pazifik vorbei, jedes Mal eine große Attraktion für die Schulkinder.

Ursprünglich waren die höheren Bereiche von dichtem Regenwald bedeckt, der mittlerweile jedoch weitgehend Kulturflächen zum Opfer fiel. Eine botanische Studie der James-Cook-University ergab die recht hohe Zahl von 11 seltenen, endemischen Pflanzen, darunter den sog. "Sharkwoodbaum", der bislang außerhalb Pitcairns völlig unbekannt war. Daher wurde die Insel von der UNESCO zur World Heritage Site ernannt.


Geschichte


Die Vorgeschichte Pitcairns liegt weitgehend im Dunkeln. Man nimmt heute an, dass Pitcairn von der nordwestlich gelegenen Insel Mangareva aus besiedelt wurde. Im kleinen Museum neben der Schule in Adamstown sind sorgfältig gearbeitete Steinwerkzeuge ausgestellt, die eine zumindest zeitweilige Besiedlung vor Ankunft der Bounty-Meuterer belegen. Es wird erzählt, dass die ersten europäischen Ankömmlinge im Osten der Insel oberhalb der Bounty-Bay steinerne Standbilder - vergleichbar mit denen der Osterinsel - aufgefunden hätten. Die Statuen seien jedoch zerstört worden. Bei Down-Rope, einem nur schwer zugänglichen Küstenabschnitt im Süden, sind einige Felsritzungen mit Darstellungen von Tieren und Männern erhalten.

Das erste europäische Schiff, das Pitcairn erreichte, aber nicht dort landen konnte, war 1767 HMS Swallow, eine Sloop von 278 Tonnen, unter Kapitän Philip Carteret. Er benannte die bis dahin unbekannte Insel nach seinem Fähnrich Robert Pitcairn, Spross einer aus Schottland stammenden deutschen Kaufmannsfamilie aus Memel, der sie als erster gesichtet hatte. Carteret verrechnete sich jedoch bei der Positionsbestimmung beträchtlich. Infolge dessen war die Insel auf allen Seekarten weit ab von ihrer tatsächlichen Position eingezeichnet.

Capitän James Cook hatte den Bericht von Carteret gelesen und begab sich bei seiner zweiten Südsee-Expedition (1772 bis 1775) auf die Suche nach Pitcairn, die er jedoch wegen eines Ausbruchs von Skorbut auf seinem Schiff abbrechen musste.

Die Geschichte der Meuterei auf der HMS Bounty ist allgemein bekannt. Der Anführer der Meuterer, Fletcher Christian, hatte von der Insel Pitcairn gehört und hielt sie für einen geeigneten Zufluchtsort. Fletcher Christian, acht weitere Besatzungsmitglieder (Edward Young, John Mills, William Brown, Isaac Martin, William McCoy, Matthew Quintal, John Williams and John Adams) sowie sechs Männer und zwölf Frauen aus Tahiti machten sich mit der Bounty auf die Suche nach der vergessenen Insel.

Die Meuterer kamen am 15. Januar 1790 auf Pitcairn an. Auf dem unzugänglichen Felsen wuchsen Kokospalmen und Brotfruchtbäume und die Nahrungsmittelversorgung auf der fruchtbaren Insel schien durch die mitgebrachten Schweine, Ziegen, Hühner, Yamswurzeln und Süßkartoffeln gesichert. Die Meuterer siedelten sich im Bereich des heutigen Adamstown an.

Nach anhaltenden Debatten unterband Matthew Quintal jede Möglichkeit der Rückkehr, indem er die vor Anker liegende Bounty kurzerhand in Brand steckte.

Einige Jahre nach der Ankunft auf Pitcairn starb Fletcher Christian. Seine Nachfolge als Führer der kleinen Gemeinschaft trat der Midshipman Edward Young an. Die mitgekommenen tahitianischen Männer wurden als Sklaven gehalten und es kam zu Streitereien um die Frauen. Der Konflikt eskalierte in Mordtaten, sodass 1794 nur noch Young, Adams, Quintal und McCoy, zehn Frauen sowie einige Kinder am Leben waren.

McCoy, der einmal in einer Schnapsbrennerei gearbeitet hatte, fand eine Methode, aus der Wurzel der Keulenlilie (cordyline terminalis) Alkohol zu destillieren. Young und Adams töteten Quintal. McCoy ertrank im Alkoholrausch. Young starb an Asthma. Im Jahr 1800, zehn Jahre nach Ankunft der Meuterer, war John Adams der einzige überlebende Mann auf der Insel.

Die Ereignisse hatten den einst sehr gewalttätigen Adams geläutert. Young hatte ihn das Lesen gelehrt und die Schiffsbibel der Bounty (heute noch zu besichtigen in der Kirche in Adamstown) wurde seine bevorzugte Lektüre. Er entwickelte sich zum respektierten und geehrten Führer der kleinen Gemeinschaft und starb vierzig Jahre nach der Meuterei, am 5. März 1829.

Es gab verschiedene Versuche der britischen Admiralität, die Meuterer ausfindig zu machen. Die Fregatte Pandora unter Kapitän Edward Edwards konnte die auf Tahiti verbliebenen Bounty-Meuterer gefangen nehmen, fand aber die Insel Pitcairn nicht. Allerdings entdeckte er bei der Suche 1791 das zur Pitcairn-Gruppe gehörende Atoll Ducie.

Mathew Folger, ein amerikanischer Walfänger und Seehundjäger, besuchte im Jahr 1808 mit dem Schiff Topaz als erster die isolierte Kolonie. Adams überreichte ihm als Lebenszeichen für die übrige Welt eine Abschrift des Logbuches und den Schiffschronometer der Bounty (heute im British National Maritime Museum in Greenwich). Folgers Bericht hatte zunächst keine Auswirkungen, da Großbritannien mit dem Krieg gegen Napoleon beschäftigt war.

Am 17 September 1814 kamen die beiden britischen Kriegsschiffe Brite und Targus vor Pitcairn an. Die Kapitäne Staines und Pippon waren beeindruckt von der friedvollen und gottesfürchtigen Gemeinschaft. Sie schrieben an die Admiralität, dass es ein Akt von großer Grausamkeit wäre, Adams gefangen zu nehmen.

In den Folgejahren gab es einige weitere Besuche. Die isolierte Gemeinschaft wurde von frommen Spendern mit Bibeln, Gesang- und Gebetbüchern, aber auch mit Nützlichem wie Messern, Werkzeug und Geschirr versorgt.

1823 blieb als erster Siedler nach den Pitcairn-Meuterern der Schiffszimmermann Warren Buffet auf der Insel, 1828 George Nobbs, der angeblich uneheliche Sohn eines Marquis.

1831 wurden alle Bewohner nach Tahiti evakuiert. Nachdem dort etliche Pitcairner an Infektionskrankheiten gestorben waren, kehrten 65 Überlebende bereits im September 1831 auf ihre isolierte Insel zurück.

Auf der Suche nach Schutz gegen die Übergriffe vorbeifahrenden Walfänger strebten die Bewohner die Eingliederung in das britische Königreich an. Am 30. November 1838 unterzeichneten sie die Insel-Verfassung auf dem zufällig vorbeikommenden britischen Walfänger Fly. Die Verfassung war zuvor mit Unterstützung des Kapitäns Elliot formuliert worden und regelte u.a. den damals offenbar konfliktträchtigen Umgang mit Hunden, Katzen und Ziegen. Dieser Schritt hatte den - erst jetzt als Folge des Pitcairn-Vergewaltigungsprozesses auch gerichtlich anerkannten - Status einer britischen Kolonie zur Folge.

1845 hatte Pitcairn 156 Einwohner, 1856 bereits 194 mit zunehmender Tendenz. Da man nach einigen Naturkatastrophen befürchten musste, die inzwischen beträchtlich angewachsene Inselgemeinde könne sich nicht mehr selbst ernähren, wurden die Bewohner 1856 erneut evakuiert, dieses Mal auf die 6.000 Kilometer westlich gelegene, zu Australien gehörende Norfolkinsel.

1858 kehrten 16 Emigranten unter der Führung von Moses und Mayhew Young zurück, 1864 folgten vier weitere Familien.

Die sehr frommen Einwohner hatten die Schriften, die ihnen von den Siebenten-Tags-Adventisten zugesandt wurden, eifrig gelesen. Daher war ein im Jahre 1890 ankommendes amerikanisches Missionsschiff sehr willkommen. Sämtliche Einwohner ließen sich taufen.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gab es auf der Insel eine Zeitung, eine Schule und einen Kindergarten.

Mit der Öffnung des Panama-Kanales 1914 endete die Isolation, denn Pitcairn lag auf der Schiffsroute nach Neuseeland. Nahezu jede Woche besuchte ein Schiff die Insel.

Im Zweiten Weltkrieg stationierte die britische Marine Funkbeobachter auf Pitcairn.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Interessen Großbritanniens in anderen Bereichen der Welt, sodass, in Ermangelung eines Hafens und eines Flugplatzes, eine erneute relative Isolierung einsetzte. Heute wird Pitcairn durchschnittlich vier- bis sechsmal im Jahr von einem Containerschiff angefahren, das die lebensnotwendigen Güter und Post überbringt. Gelegentlich kommt auch ein Kreuzfahrtschiff zu Besuch.

Im November 2004 wurde erstmals eine Frau zur Bürgermeisterin von Pitcairn gewählt: Branda Christian, eine direkte Nachfahrin von Fletcher Christian, dem Anführer der Bounty-Meuterer. Seit dem 15. Dezember 2004 ist Jay Warren Bürgermeister.

Pitcairn heute


Politik

Pitcairn ist die letzte britische Kolonie im Südpazifik. Die Bewohner wehren sich seit Jahren erfolgreich, diesen Status zu ändern, denn nur so ist ihr Verbleib auf der Insel gesichert. Nach außen wird Pitcairn vom britischen Gouverneur in Neuseeland vertreten, die Verwaltung erfolgt durch einen High-Kommissioner in Auckland.

Intern wird Pitcairn von einem Magistrat und einem Bürgermeister bzw. einer Bürgermeisterin verwaltet. Ein Inselrat aus fünf gewählten Personen bestimmt die Grundsätze des Zusammenlebens und koordiniert insbesondere die Gemeinschaftsarbeiten.

Das Haushaltsvolumen der Insel beträgt rund 500.000 Neuseeland-Dollar im Jahr


Wirtschaft

Die Bewohner sind überwiegend Selbstversorger. Hauptnahrungsmittel sind Fische. In den Haushalten werden auch Ziegen und Hühner gezüchtet. Der fruchtbare Boden ermöglicht den Anbau von Ananas, Kokospalmen, Zuckerrohr, Yams, Taro, Brotfrucht, Bananen und Zitrusfrüchten. Die Orangen von Pitcairn, so behaupten die Einwohner, seien die besten der Welt. In jedem Fall sind sie die exklusivsten.

Haupteinnahmequelle ist der Vertrieb der schön gestalteten und bei Sammlern begehrten Briefmarken, die in Neuseeland gedruckt werden. Kürzlich sind auch Telefonkarten hinzu gekommen. Der Pitcairn-Dollar wird als Sammlermünze in Gold und Silber (in Deutschland) geprägt.

Honig, Trockenfrüchte, Schnitzereien und in Asien hergestellte T-Shirts werden an die Kreuzfahrttouristen verkauft und in geringem Umfang auch exportiert. Der Vertrieb erfolgt über die "Pitcairn Island Producers Cooperative" (kurz: PipCo).

Den wesentlichen Beitrag zum Staatshaushalt leisten jedoch die Subventionen von Großbritannien und der EU.


Infrastruktur

In Ermangelung von offenen Gewässern hat Pitcairn keine Wasserversorgung. Die Wasservorräte sind in Zisternen gespeichert, die Häuser verfügen über Wassertanks. Als großen Fortschritt haben die Einwohner die 2003 erfolgte Installation von Toiletten mit Wasserspülung – auch öffentliche für die gelegentlichen Kreuzfahrer - empfunden. 

Die Stromversorgung erfolgt durch zwei Dieselgeneratoren, die jedoch zeitweilig abgeschaltet werden. Eine 24-Stunden-Versorgung ist nicht gewährleistet. Eine wesentlicher Kostenfaktor für die kleine Gemeinde ist der Treibstoff für die Generatoren, sodass ein gelegentlich von einem Kreuzfahrtschiff als Gastgeschenk überreichtes Fass Diesel hochwillkommen ist.

Die Häuser sind mit Inseltelefon über UKW verbunden. Seit eine kürzlich installierte Erdbebenwarte die Übertragung von Daten notwendig machte, ist auch der E-Mail- und Telefonverkehr über Immarsat möglich. Die Radiostation der Insel hält den amtlichen Funkverkehr aufrecht. Es gibt aber auch private Kurzwellenverbindungen mit Picairn auf 21348 und 14181 Kilohertz (Rufname: VP6TC) oder auf 21325 und 21348 Kilohertz (Rufname: VP6YL).

Pitcairn hat keinen Flugplatz und keinen Hafen. Die Versorgung mit Gütern erfolgt mit einem Postschiff, i.d.R. ist das ein Containerschiff auf dem Weg von Neuseeland zum Panamakanal. Das Schiff liegt für einige Stunden auf Reede und die ausgeladenen Güter werden mit den beiden Aluminium-Booten "Moss" und "Tub" an Land gebracht.

Die Insel hat für die Handvoll Kinder eine recht fortschrittlich mit Computer, Video und DVD-Player ausgestattete Schule. Die Lehrerin wird für zwei Jahre i.d.R. aus Neuseeland verpflichtet. Kinder, die auf weiterbildende Schulen gehen möchten, besuchen Internate in Neuseeland.

Erst vor einigen Jahren wurde die Krankenstation modernisiert. In dem neu errichteten Gebäude unterhalb des Dorfes sind ein Behandlungszimmer mit Röntgeneinrichtung, ein Zahnbehandlungsraum, Labor und Medikamentendepot sowie ein Krankenzimmer untergebracht. Die Insel hat keinen Arzt. Die Krankenschwester ist in der Regel die Ehefrau des australischen Pfarrers. Inzwischen hat sich aber auch Meralda Warren, eine "eingeborene" Pitcairnerin, als Krankenschwester ausbilden lassen.

In einem Coop-Laden können die Inselbewohner diejenigen Güter kaufen, die sie nicht selbst herstellen. Allerdings ist das Angebot sehr beschränkt, insbesondere, wenn das Versorgungsschiff ausgeblieben ist.


Tourismus

Pitcairn ist schwierig zu erreichen, da die Insel über keinen Flugplatz und keinen Hafen verfügt. Die Postschiffe nehmen i.d.R. keine Touristen mit. Einige Male im Jahr wird Pitcairn von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, das dürfte die zur Zeit beste Möglichkeit sein, dorthin zu gelangen. Allerdings ist das Anlanden wegen der rauen See häufig nicht möglich, sodass die meisten Kreuzfahrtschiffe keine Passagiere absetzen, sondern nur um die Insel herumfahren. Für das Betreten der Insel ist die Erlaubnis des Inselrates erforderlich, die Kreuzfahrttouristen problemlos erteilt, Besuchern, die länger bleiben wollen, jedoch in der Regel verweigert wird. In Adamstown gibt es ein Regierungs-Gästehaus, das offiziellen Besuchern vorbehalten ist.


Sehenswürdigkeiten

Die Hauptattraktion dürfte die Insel selbst mit ihren Bewohnern sein und das Bewusstsein, zu dem weltweit sehr kleinen und exklusiven Kreis der Menschen zu gehören, die Pitcairn je betreten haben.


Weitere Inseln

Die Inseln Oeno, Henderson und Ducie wurden 1902 auf Befehl des britischen Konsuls in Tahiti in das britische Königreich eingegliedert, als ein britisches Missionsschiff nach Picairn entsandt wurde und dabei auch die unbewohnten Inseln aufsuchte.


Oeno


Oeno ist ein ringförmiges Korallenriff bei 23° 65’ West und 130° 46’ Süd, von dem nur die etwa 2,5 mal 0,5 km große, wie ein Schlüsselloch geformte Hauptinsel Oeno und die winzige Sandbank Sandy Island über die Meeresoberfläche ragen.

Die flache, von Sandstränden umgebene Insel ist mit Kokospalmen, stellenweise mit Mangroven und Pandanusbäumen bewachsen. Einmal im Jahr steuern die Pitcairner mit ihren beiden offenen Aluminiumbooten die ansonsten unbewohnte Insel an, um dort einige Erholungstage mit Baden und Fischen zu verbringen, da es auf Pitcairn selbst keinen Sandstrand gibt. Die Einwohner von Pitcairn haben auf der Hauptinsel einige offene, palmblattgedeckte Hütten zum Kochen und Wohnen errichtet.

Oeno ist die Heimat zahlreicher Seevögel, wie zum Beispiel: Murphy´s Petrel (pterodroma ultima), Rußseeschwalbe (sterna fuscata), Noddy Seeschwalbe (anous stolidus) u.a.

Obwohl bereits 1819 Kapitän Henderson von HMS Hercules die Insel sichtete, erhielt sie ihren Namen von dem amerikanischen Walfänger Oeno, dessen Kapitän George B. Worth sie am 26. Januar 1824 aufsuchte.

Zahlreiche Schiffe wurden Opfer des scharfkantigen Korallenriffs. Die dramatischste Geschichte ist die des amerikanischen Klippers Wild Wave unter Kapitän Josiah Knowles, der 1858 auf Oeno strandete. Das Segelschiff war mit einer wertvollen Ladung, u.a. Goldmünzen im Wert von 18.000 USD, unterwegs von San Franzisko nach Valparaiso. Um Mitternacht am 5. März 1858 kollidierte der Klipper mit dem Korallenriff von Oeno und lief innerhalb weniger Minuten voll Wasser. Die 30 Crew-Mitglieder und 10 Passagiere konnten sich mit einigen lebensnotwendigen Dingen auf Oeno retten. Als sie bemerkten, dass sie auf einem unbewohnten Eiland abseits jeglicher Schifffahrtslinien gestrandet waren, segelten Kapitän Knowles und sechs Mannschaftsmitglieder mit einem kleinen Beiboot nach Pitcairn. Bei dem Versuch der Landung wurde ihr Boot durch die gewaltige Brandung zerschmettert. Außerdem mussten sie feststellen, dass Pitcairn entvölkert war, die Einwohner hatte man 1856 nach Norfolk gebracht. Die Schiffbrüchigen bauten aus vorhandenem Material ein neues Boot. Die Beschlagteile und Nägel entfernten sie aus den verlassenen Hütten, das Segel flickten sie aus zurück gelassenen Stoffteilen zusammen. Am 23. Juli verließ Kapitän Knowles mit zwei Männern Pitcairn, die anderen blieben zurück. Er erreichte die über 2.000 km entfernte, zu den Marquesas gehörende Insel Nuku Hiva. Dort erhielten sie Hilfe von dem zufällig anwesenden US-Kriegsschiff Vandalia, das die restlichen Schiffbrüchigen auf Oeno (einer war inzwischen gestorben) und Pitcairn rettete und nach Tahiti brachte.

Das Maritime Museum in San Franzisko hat dem Abenteuer von Kapitän Knowles eine eigene Ausstellung gewidmet.


Henderson


Die 10 km lange und 5 km breite Insel Henderson gehört zum Pitcairn Archipel und liegt bei 24° 22’ Süd und 128° 19’ West. Sie ist nicht vulkanischen Ursprunges wie Pitcairn, sondern ein aus dem Meer ragendes Korallenriff. Über einem stellenweise mit Kokospalmen und Pandanusbäumen bewachsenen Strand erhebt sich ein bis zu 30 Meter hohes Plateau aus porösem Kalkstein, das mit Buschwerk und Kriechpflanzen nahezu undurchdringlich bewachsen ist. Eine Bestandsaufnahme der Pflanzenwelt im Jahr 1997 durch den Kurator des Trinity College Botanic Garden in Dublin ergab die Zahl von 63 Arten, davon neun, die nirgendwo sonst vorkommen.

Die abgelegene, unbewohnte Insel ist einer der wenigen Plätze auf der Erde, deren Flora und Fauna sich ungestört vom Menschen entwickeln konnte. Henderson ist die Heimat seltener Vogelarten. Siebzehn Arten von Seevögeln sind katalogisiert. Alleine vier der vorkommenden Landvögel sind endemisch: Die Hendersonralle (nesophylax ater), ein unscheinbarer, flugunfähiger Vogel, die Henderson-Fruchttaube (ptilinopus insularis), der Hendersonlori (vini stepheni) und der Hendersoninsel-Rohrsänger (acrocephalus taiti). Die Strände werden von Meeresschildkröten zur Eiablage aufgesucht. Über die übrigen an Land vorkommenden Tiere ist wenig bekannt.

Die einzigartige, artenreiche Unterwasserwelt des umgebenden Korallenriffes könnte ein Paradies für Taucher und Schnorchler sein, wenn es leichter erreichbar wäre. 1987 gab es eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Korallen, es wurden 29 verschiedene Arten registriert.

Archäologische Funde belegen, dass Henderson zeitweilig von Polynesiern besiedelt war. Die Population dürfte aber nicht mehr als einige Dutzend Personen betragen haben. Als der Portugiese Pedro Fernandez de Quiros die Insel am 29. Januar 1606 für Europa eher zufällig entdeckte, fand er sie bereits unbewohnt vor. Er nannte sie San Juan Bautista. Die Insel geriet jedoch bald in Vergessenheit.

Am 17. Januar 1819 wurde sie von James Henderson, einem Handelskapitän der British East India Company, wieder entdeckt und erhielt ihren jetzigen Namen.

Auf Henderson landeten die Schiffbrüchigen des amerikanischen Walfängers Essex aus Nantucket, nachdem ihr Schiff 1820 von einem Wal in der Nähe der Marquesas gerammt worden war und sank. Sie fanden die Insel unbewohnbar und segelten mit ihren offenen Booten weiter in Richtung Südamerika. Nach einer Fahrt von 4.300 Meilen wurden sie gerettet. Die drei auf Henderson zurück gebliebenen Besatzungsmitglieder konnten 1821 von dem britischen Schiff Surrey noch lebend aufgefunden werden, nachdem sie mehr als 100 Tage auf der unwirtlichen Insel verbracht hatten. Das später veröffentlichte Tagebuch von Owen Chase, einem Besatzungsmitglied der Essex, bildetete die Vorlage für Hermann Melville s berühmten Roman Moby Dick.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gab es einige Versuche, auf Henderson Phosphat abzubauen, die sich aber schnell als unrentabel herausstellten.

Eine kuriose Geschichte, deren Wahrheitsgehalt umstritten ist, ereignete sich in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. 1937 hatte der britische Kreuzer HMS Leander Oeno, Ducie und Henderson aufgesucht. Um den Anspruch der britischen Krone zu erneuern, hisste man auf Henderson den Union Jack und hinterließ eine Plakette mit der Aufschrift: "Diese Insel gehört S.M König Georg IV. Sie wurde am 6. August 1937 von HMS Leander besucht. Gezeichnet: J.W. Rivers-Carnac, Kapitän R.N." Als Henderson im Dezember 1940 erneut aufgesucht wurde, war die britische durch die Hakenkreuzflagge ersetzt. Am Strand fand man eine Tafel mit der Aufschrift: "Mit besten Empfehlungen an König Georg IV., diese Insel ist jetzt Eigentum des Großdeutschen Reiches." Wer die Tafel und die Fahne hinterlassen hat, ist bis heute nicht geklärt.

In den achtziger Jahren gab es Pläne eines amerikanischen Firmenkonsortiums, auf Henderson einen Flugplatz, eine Farm und eine Siedlung anzulegen, die jedoch nicht umgesetzt wurden.

Heute ist Henderson Naturreservat und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Gelegentlich wird der Nordstrand der Insel von den Pitcairnern besucht, um dort Miro- und Tau-Holz für die Schnitzereien zu gewinnen.


Ducie


Etwa 500 km östlich von Pitcairn liegt bei 24° 40’ Süd und 124° 47’ West das unbewohnte, sandige Atoll Ducie. Die Gruppe wird gebildet aus den Inseln Acadia Island, Westward Island, Pandora Island und Edwards Island. Die halbmondförmige, etwa 3,5 km lange Hauptinsel Acadia Island ist benannt nach dem britischen Dreimaster Acadia, der am 5. Juni 1881 mit einer Ladung Weizen hier Schiffbruch erlitt.

Das Atoll erhebt sich nur wenig über den Meeresspiegel. Die Vegetation besteht aus niedrigem Buschwerk und anderen Kriechpflanzen. Die tiefe Lagune hat eine artenreiche Unterwasserflora. Der Weißspitzenriffhai ist in der Umgebung von Ducie häufig.

Ducie wurde 1606 ebenfalls von Pedro Fernandez de Quiros entdeckt. Er nannte das Atoll Encarnacion (nach anderen Quellen: Luna Puesta). Ihren heutigen Namen erhielt die Inselgruppe 1791 von Kapitän Edward Edwards von dem britischen Kriegsschiff Pandora, das ausgesandt wurde, um nach den Bounty-Meuterern zu suchen. Edwards benannte das Atoll nach Thomas Moreton Reynolds, 2nd Lord Ducie of Tortworth (1733-1785).


Pitcairn-Vergewaltigungs-Prozess

Nachdem es zu Anschuldigungen wegen Kindesmissbrauchs gekommen war, dessen sich mehrere Männer über lange Zeit schuldig gemacht haben sollen, wurde eigens für den Prozess ein Gerichtsgebäude errichtet und Richter aus Neuseeland für den Prozess vereidigt. Die Bevölkerung der Insel bezweifelt die Gültigkeit britischen Rechts auf Pitcairn. Dennoch führte die Kolonialmacht den Prozess durch.

Die Staatsanwaltschaft legte sieben Beschuldigten 50 Missbrauchsfälle zur Last, die sich seit den 1960er Jahren ereignet haben sollen. Die Verteidigung sah die mutmaßlichen Vorfälle im Sinne eines Gewohnheitsrechts als legitim an. Einige Frauen sagten auch aus, dass sie zwar jung Sex gehabt hätten, aber nicht gegen ihren Willen. Andere Opfer sprachen hingegen von Vergewaltigung.

Im Oktober 2004 wurden sechs Bewohner - die Hälfte der erwachsenen Männer auf der Insel - der mehrfachen sexuellen Vergehen an Minderjährigen vom Gericht für schuldig befunden. Pitcairns Bürgermeister Steve Christian muss wegen fünf Vergewaltigungen für drei Jahre, sein Sohn Randy wegen Vergewaltigungen und sexueller Übergriffe für sechs Jahre ins Gefängnis. Ein weiterer Täter erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren, ein anderer zwei Jahre Freiheitsentzug. Zwei Beschuldigte wurden zum Ableisten gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Die Verteidigung hat Rechtsmittel gegen die Urteile eingelegt. Die Männer bleiben daher bis zum Entscheid durch die nächste Instanz in Freiheit.

Das Urteil wird auch Einfluss haben auf das Leben der restlichen Inselbewohner. Denn das Leben auf der Insel wird schwierig, wenn die Zahl der Bewohner noch weiter abnimmt. Um mit den Longboats die Insel verlassen oder auf ihr landen zu können sowie für das Anliefern von Versorgungsgütern und diverse Arbeiten an Land ist der Einsatz zahlreicher starker Männer notwendig. Die Pitcairner befürchten deshalb einen Zusammenbruch der Versorgung, wenn die Männer länger inhaftiert sind.

Eine Stellungnahme des Adventistischen Pressedienstes (APD) hierzu: www.apd.info/index.cgi?j=2004&m=10&r=1&a=1


Literaturhinweise


Weblinks











Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Pitcairninseln aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.