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Plutonium

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Plutonium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Pu und der Ordnungszahl 94. Im Periodensystem der Elemente gehört es zur Gruppe der Actinoiden. Es wurde nach dem Planeten Pluto benannt, der auf den Planeten Neptun folgt (Plutonium folgt im Periodensystem auf Neptunium).


Eigenschaften
Neptunium - Plutonium - Americium
Sm
Pu  
 
 
 
[Rn]5f67s2
244
94
Pu
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Plutonium, Pu, 94
Serie Actinide
Gruppe, Periode, Block Ac, 7, f
Aussehen silbriges Metall
Atomar
Atommasse 244,0642
Atomradius (berechnet) 151 pm
Kovalenter Radius k. A.
van der Waals-Radius k. A.
Elektronenkonfiguration [Rn]5f67s2
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 32, 24, 8, 2
Oxidationszustände (Oxide) 5 (leicht amphoterisch)
Kristallstruktur monoklinisch
Physikalisch
Aggregatzustand (Magnetismus) fest (-)
Dichte, Mohshärte 19740 kg/m3, k. A.
Schmelzpunkt 914 K (641 °C)
Siedepunkt 3600 K (3327 °C)
Molares Volumen 12,32 · 10-4 m3/mol
Verdampfungswärme 325 kJ / mol
Schmelzwärme k. A.
Dampfdruck k. A.
Schallgeschwindigkeit k. A.
Verschiedenes
Elektronegativität 1,28 (Pauling-Skala)
Spezifische Wärmekapazität 130 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 6,7 · 105 1/(Ω m)
Wärmeleitfähigkeit 6,74 W/(m · K)
1. Ionisierungsenergie 544,5 kJ/mol
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
238Pu {syn.} 87,7 a α
SF 1,9 · 10-7 %
5,593
 
234U
 
239Pu {syn.} 24110 a α
SF 3 · 10-10 %
5,245
 
235U
 
240Pu {syn.} 6564 a α
SF 5,7 · 10-6 %
5,256
 
236U
 
241Pu {syn.} 14,4 a β
α 0,0025 %
SF 2 · 10-14 %
0,021
5,14
 
241Am
237U
 
242Pu {syn.} 376300 a α
SF 0,00055 %
4,984
 
238U
 
244Pu {syn.} 82,6 Mio a α 99,88 %
SF 0,12 %
4,666
 
240U
 
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen.


Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Plutonium ist ein radioaktives, silbriges Metall, das an der Luft schnell eine dunkle Oxidschicht bildet. Chemisch vergleichbar ist das Element mit Blei. Mit erhitztem Wasser oder Säuren reagiert es unter Freisetzung von Wasserstoffgas, was sich bei Störfällen in Kernreaktoren fatal auswirken kann.

Plutonium ist wie andere Schwermetalle giftig. Die für einen Menschen tödliche Dosis liegt wahrscheinlich im zweistelligen Milligrammbereich, laut eträgt die LD-50 - Dosis für Hunde 0,32 mg/kg Körpergewicht. Viel gefährlicher als die chemische Wirkung ist aber seine Radioaktivität, die Krebs verursachen kann. Zur Entstehung von Krebs reicht vermutlich eine Menge in der Größenordnung einiger Mikrogramm. Da die ausgesendete α-Strahlung durch die Haut abgeschirmt wird, ist Plutonium nur bei Inkorporation (beispielsweise Inhalation von Plutonium enthaltendem Staub) gesundheitsschädlich - dies aufgrund der langen Verweildauer im Körper wesentlich mehr als bei anderen α-Strahlern.

Kristallisationsphasen

Kristallisationsphasen bei Atmosphärendruck
Phasenbezeichnung stabiler Temperaturbereich Dichte (Temperatur) Kristallstruktur
α 0 K–395 K 19,84 g/cm3 (293 K) monoklin
β 395 K–479 K 17,8 g/cm3 (395 K) monoklin basiszentriert
γ 479 K–592 K 17,2 g/cm3 (479 K) orthorhombisch flächenzentriert
δ 592 K–730 K 15,9 g/cm3 (592 K) kubisch flächenzentriert
δ' 730 K–749 K 16,0 g/cm3 (730 K) tetragonal raumzentriert
ε 749 K–914 K 16,5 g/cm3 (749 K) kubisch raumzentriert
flüssig 914 K–3503 K 16,65 g/cm3 (K)


Bemerkenswert ist hier, dass die Dichte von Plutonium bei steigender Temperatur teilweise wieder größer wird, in der Regel sinkt die Dichte mit der Temperatur. Auch beim Schmelzen wird die Dichte größer, was auch bei Wasser auftritt.

Isotope

Vorkommen und Herstellung

Vorkommen

Plutonium kommt in der Natur sehr selten vor - in Uranvorkommen kann es durch Absorption natürlich freigesetzter Neutronen aus Uran entstehen, allerdings nur in winzigen Mengen. Größere Vorkommen entstanden auf natürlichem Weg in dem Naturreaktor Oklo. Durch Atombombenexplosionen wurden seit dem Zweiten Weltkrieg etwa 10 t freigesetzt.

Herstellung

Künstlich hergestellt wird Plutonium in Atomreaktoren. Darin wird das natürlich vorkommende 238U entsprechend obiger Formel durch Neutronenbeschuss zu 239Pu umgewandelt. Die weitere Umwandlung in 240Pu ist für die Herstellung von Plutonium für Atomwaffen unerwünscht, denn die hohe spontane Spaltungsrate von 240Pu kann zur vorzeitigen Zündung führen. Die weitere Umwandlung wird daher durch spezielle Reaktorbauarten beziehungsweise die frühzeitige Entnahme des Plutoniums verhindert. Bei weapon grade Plutonium liegt der Anteil von 240Pu bei unter 7 %, bei supergrade Plutonium sogar noch deutlich darunter. Plutonium aus Reaktoren der Energiewirtschaft (reactor grade) wird nicht auf einen geringen Anteil von 240Pu hin optimiert, der Anteil von 240Pu liegt bei über 20 %. Zur Erzeugung von 238Pu wird Neptunium aus verbrauchten Brennstäben extrahiert. Das Neptunium aus Brennstäben besteht fast nur aus dem Isotop 237Np; aus dem Neptunium werden dann eigene Stäbe gefertigt, die in einem Kernreaktor der starken Neutronenstrahlung ausgesetzt werden, wodurch nach obiger Reaktion 238Pu entsteht.

Verwendung

Geschichte

Plutonium wurde 1941 von dem Amerikaner Glenn T. Seaborg entdeckt. Etwa zur gleichen Zeit hatte in Deutschland Fritz G. Houtermans die Existenz von Transuranen in einem Geheimbericht "Zur Frage der Auslösung von Kern-Kettenreaktionen" theoretisch vorausgesagt. Im Rahmen des US-amerikanischen Manhattan-Projekts wurde Plutonium erstmals in größerem Maßstab hergestellt. Joseph Hamilton führte Plutonium-Verteilungsstudien an Versuchspersonen durch, die heute umstritten sind.

Siehe auch

Weblinks











Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Plutonium aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.