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Pole-Position

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Als Pole-Position oder verkürzt Pole (engl. = Stange, Pfahl) bezeichnet man beim Rennsport - z.B. bei Autorennen - den Startplatz, der am vorteilhaftesten ist.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft, Allgemeiner Sprachgebrauch

Der Ausdruck stammt ursprünglich vom Pferderennen, wo die ovale Rennbahn nach innen mit einem Geländer aus Holzstangen (poles) abgegrenzt ist. Wer vom Platz direkt neben dieser Abgrenzung (aus der pole position) starten kann, hat die kurze Innenbahn für sich; die anderen Starter müssen zum Überholen eine längere Außenbahn nehmen und sind dadurch etwas benachteiligt. Da diese Poles auch bei den frühen Autorennen, wie z.B. in Brooklands, zu finden waren, hat sich im Motorsport, insbesondere in der Formel 1, der Begriff bis heute gehalten.

Im allgemeinen Sprachgebrauch steht der Ausdruck im übertragenen Sinn für einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern um die gleiche Sache.

Formel 1

In der Formel 1 ist die Pole-Position der erster Platz in der Startaufstellung, der in der Regel auf der saubereren Fahrbahnhälfte liegt und dem so genannten Pole-Setter eine bessere Traktion erlaubt. Dieser wird üblicherweise im Qualifikationstraining am Samstag vor dem sonntäglichen Rennen herausgefahren.

Modus bis 2002

Bis Ende 2002 bestand dieses sogenannte Qualifying aus einer einstündigen Session, bei der sowohl die Spritmenge als auch der Zeitpunkt des Einsatzes allen Teams freigestellt war.

Dadurch konnten die Teams jeweils die Schwächen ihrer Monoposti kompensieren. Manche Chassis lagen aufgrund ihres Schwerpunkt mitunter mit mehr Benzin an Bord besser, als mit einer eigentlich zu erwartenden geringen Menge. Bis Anfang der 1990er-Jahre waren sogar spezielle "weiche" Gummimischungen der Reifen durch die damaligen Hersteller Goodyear, Pirelli oder Michelin erstellt, die zwar "nur" drei bis vier Runden hielten, aber für eine gezeitete Runde vollkommen ausreichten. Ebenso üblich war lange Zeit entweder der Einsatz von besonderen Ausbaustufen der Motoren, die über das im Renneinsatz übliche Drehzahllimit bewegt werden durften, oder noch nicht voll am Teststand geprüfter Aggregate, die für den Renneinsatz jedoch wieder durch die bewährteren Triebwerke ersetzt wurden.

Auswirkungen

Nach und nach stellte man diese technischen Varianten im Sinne der Kostenreduzierung ein. Eine Besonderheit des Qualifyings sollte jedoch lange bestehen. Da jede Rennstrecke zum Beginn des Rennwochenendes sehr schmutzig bzw. rutschig ist, da der erforderliche Reifenabrieb für die einstigen Slicks oder die heutigen Rillenreifen zum Erreichen der optimalen Zeiten noch nicht ausreichend war, vermieden es die Topteams stets zu Anfang des Trainings ihre drei bis vier Turns bei den erlaubten 12 Gesamtrunden zu absolvieren. Dadurch waren gewissermaßen meist die kleineren Teams gezwungen den "Staubsauger" für die großen Stars zu spielen, die dann in der Regel erst nach 20-30 Minuten in das Geschehen eingriffen.

Folgerichtig war dann das Gedränge in den letzten 10 Minuten einer Session so groß, dass es manchem Piloten schwer fiel bei einem dutzend Rennern auf der Piste eine ideale Runde zu fahren. Andererseits konnte ein Teamkollege bei manchen Grand Prix seinem Kameraden durchaus einen Windschatten "spendieren", was zwar nicht gerne gesehen, aber dennoch vom Reglement her erlaubt war.

Neuer Modus ab 2003

Seit der Formel-1-Saison 2003 sind die Teams verpflichtet, genau jene Menge Sprit, die beim Start des Rennens sich in den Tanks befindet, bereits beim Qualifikationstraining im Innern des Wagens bereit zu halten. Ein Nachtanken oder Ablassen des Treibstoffs, wie eine Veränderung des Set-ups, also der grundsätzlichen Einstellungen über Querlenker, Spoilereinstellungen und Fahrwerksdämpfer etc. ist verboten und wird nur in Ausnahmefällen, wenn z.B.starke differierende Wetterverhältnisse die Sicherheitsbedenken in den Vordergrund treten lassen oder ein entsprechendes Chassisteil beschädigt wird, erlaubt. Ein Motorenwechsel ist jedoch untersagt und führt dazu, dass das Fahrzeug um zehn Plätze in der Startaufstellung nach hinten gereicht wird.

Mit Beginn der Formel-1-Saison 2004 entscheidet nicht mehr das Klassement des vorigen Rennens oder der vorangegangen Saison über die umgekehrte Startreihenfolge, sondern ein so genanntes Prequalifying, bei dem noch der umgekehrte Modus eingesetzt wird, d.h. der Gewinner muss als erster auf die dreckige Piste und findet dort die schlechtesten Verhältnisse vor. Der bei diesem ersten Teil des Qualifikationstrainings bestplatzierte Fahrer darf dann im eigentlichen Qualifying als letzter zu seiner schnellsten Runde starten.

Vor - und Nachteile

All diese Modi fanden stets ihre Befürworter und Gegner. Tatsache ist, dass man sich bei dem alten Verfahren insbesondere von Zuschauer- und TV-Seite beklagte, in der ersten halben Stunde kaum etwas geboten zu bekommen, und nun sich die Stimmen mehren, dass jenes neue Verfahren unübersichtlich und langweilig sei. Allerdings ist es gerade für die kleineren Teams interessant, da nun auch ihre Sponsoren formatfüllend präsentiert werden.

Gerade im Zusammenhang mit dem Grand Prix von Suzuka 2004, als wegen eines Taifun das Samstags-Qualifying auf den Sonntag verlegt wurde, kamen Stimmen, wie die von Jean Todt von Ferrari auf, die aus Kostengründen die Verkürzung eines Rennwochenendes auf zwei statt bisher drei Tage erwogen. Im Interesse der örtlichen Veranstalter könnte dies jedoch kaum liegen.

In Anbetracht der geringen Überholmöglichkeiten bei vielen Rennkursen in der heutigen Ära des Motorsports wird dem Erreichen der Pole-Position ein hoher Stellenwert eingeräumt, da es quasi als "halbe Miete" für einen eventuellen Sieg angesehen wird.






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Pole-Position aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.