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Postzugraub (England)

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Der große Postzugraub (engl. The Great Train Robbery) war die Bezeichnung eines Eisenbahnzugüberfalls, der sich am 8. August 1963 bei der Bridego Eisenbahnbrücke in Ledburn nahe Mentmore in der Grafschaft Buckinghamshire in England ereignete.

Der königliche Postzug von Glasgow nach London wurde durch ein manipuliertes Zugsignal an einer einsamen Stelle zum Stehen gebracht, der Lokführer Jack Mills durch einen Schlag auf seinen Kopf bewußtlos gemacht und das überraschten Zugpersonal festgesetzt. Die 15köpfige Bande, die durch Bruce Reynolds geleitet wurde und u.a. aus Ronald Biggs, Charlie Wilson, Jimmy Hussey, Hohn Wheater, Brian Field, Jimmy White, Tommy Wisbey, Gordon Goody und Buster Edwards bestand, stahlen £ 2,63 Mio. (ca. 15 Mio. DM).

Obwohl bei dem minutiös vorbereiteten Überfall keine Schußwaffe eingesetzt wurden, schlug ein Bandenmitglied dem Lokführer mit einer Eisenstange auf den Kopf. Der erholte sich nie wieder vollständig von dem Überfall und kehrte nicht wieder zu seiner Arbeit zurück. 1970 starb er.

Lange Zeit suchte die Polizei vergeblich nach einem Ansatzpunkt für Ermittlungen, weil sie bei dem Überfall Handschuhe und Masken trugen und die Beute schnell zu einem abgelgenen Bauernhof abtransportierten, der nahe genug zur Überfallstelle lag, um ihn vor dem Einrichten von Polizeisperren erreichen zu können. Außerdem waren weder die Familien, noch alle Bandenmitglieder in alle Details eingeweiht.

Dennoch wurden dreizehn der Bandenmitglieder geschnappt, als die Polizei ihre Fingerabdrücke in dem abgelegenen Bauernhof in der Grafschaft Oxfordshire entdeckte. Die Räuber wurden angeklagt, verurteilt und inhaftiert. Nach 15 Monaten flohen Biggs und Reynolds aus dem Gefängnis.

Auch Charlie Wilson floh und lebte außerhalb Montreals in Rigaud Mountain in Kanada in einer gehobenen Mittelklasse-Nachbarschaft, wo große, isolierte Grundstücke mit Bäumen ihn schützten. Wilson war nur ein weiterer Bewohner, der sich seiner Privatsphäre erfreute. Nur seine Ehefrau machte den Fehler, ihre Eltern in England anzurufen, so daß Scotland Yard seine Spur verfolgen konnte.

Trotz der Verletzung des Lokführers wurden der Raubzug und die Flucht von Vielen als modernes Robin-Hood-Abenteuer aufgefasst und Ronnie Biggs wurde in der britischen und deutschen Boulevardpresse entsprechend als Held dargestellt.

Ronnie Biggs floh über Paris, wo er sich mit gefälschten Papieren versorgte und sein Gesicht verändern ließ, nach Australien mit seiner Ehefrau Charmian und seinen zwei Söhnen. Von dort gelang ihm erneut die Flucht nach Rio de Janeiro, Brasilien, wo er mit den letzten £ 200 ankam. Als man ihn schließlich auch dort 1974 nach Jahren der Flucht ausfindig machte, konnte er den britischen Strafverfolgungsbehörden nicht ausgeliefert werden, weil die brasilianische Staatsbürgerin, die Nachttänzerin Raimunda de Castro ein Kind von ihm erwartete. Der inzwischen völlig mittellose Biggs, der wegen seines Status als Verbrecher auch in Brasilien nicht arbeiten konnte, nutzte seine vorübergehend wiederkehrende Popularität für den Verkauf von T-shirts und Kaffeebechern mit seinem Konterfei. Für $ 60 gewährte er das stimulierende Vergnügen, mit einem echten Verbrecher zu frühstücken. Zeitweilig trat er mit den Sex-Pistols mit dem Lied No one is innocent auf.

Nach mehreren Schlaganfällen und Herzinfarkten erklärte sich Biggs im Alter von 71 Jahren im Mai 2001 bereit, nach England zurückzukehren, selbst wenn dies seine erneute Inhaftierung bedeute. Nachdem die Zeitung The Sun ihm seinen Rückflug, £ 20.000 und verschiedene Auslagen gezahlt hatte, kehrte er nach England zurück und wurde zum Vergnügen seiner Familie erneut inhaftiert.

Die Geschichte Buster Edwards, der nach Mexico floh, sich aber später den Behörden ergab, wurde 1988 im Film Buster verarbeitet, in dem Phil Collins die Hauptrolle übernahm.

Einer der beteiligten Postzugwaggons wird nun im Birmingham Railway Museum präsentiert.

Die Beute wurde nie gefunden, wobei angenommen werden muß, daß Biggs, Reynolds, Edwards und Wilson einen großen Teil ihres Anteils für ihre aufwendigen Fluchtpläne ausgegeben haben.

1966 wurde der Postzugraub in Deutschland unter dem Titel Die Gentlemen bitten zur Kasse mit Horst Tappert als Michael Donegan, Hans Cossy und Günther Neutze in einem Dreiteiler verfilmt.






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Postzugraub (England) aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.