www.infos-aus-germanien.infoBy Germanien | Startseite | Impressum | Sitemap | Webtips
 

Primaten

www.infos-aus-germanien.info



Primaten

Die Menschenähnlichkeit im Körperbau und mehrere Angewohnheiten haben oft zu mythischen Vorstellungen beigetragen. Zu diesen Angewohnheit zählen das morgendliche Aalen in der Sonne, das als religiöse Sonnenverehrung gedeutet wurde, die Schreie und Gesänge und die vermutete eheliche Treue mancher Arten.

In verschiedenen Religionen wurden manche Arten zu Heiligen Tieren erklärt. Der altägyptische Gott Thot wurde manchmal in Gestalt eines Pavians dargestellt. Im ägyptischen Totenbuch wird von den Pavianen berichtet, sie sitzen am Bug der Todesbarke und der Tote kann sich an sie wenden und um Gerechtigkeit im Totenreich bitten. Paviane genossen deshalb Schutz und wurden sogar mumifiziert. In Indien gelten der Rhesusaffe und der Hanuman-Langur als heilig. Im Ramayana, dem indischen Nationalepos, helfen Hanuman-Languren, die nach dem Affengott Hanuman benannt sind, dem Prinz Rama bei der Befreiung seiner Gattin aus den Fängen des Fürsten der Dämonen. Diese beiden Arten bevölkern indische Städte und Tempel in großer Zahl und dürfen unbehelligt Marktstände und Gärten plündern. In verschiedenen Regionen der Erde genossen gewisse Primaten aufgrund mythischer Vorstellungen Schutz vor der Bejagung, so zum Beispiel der Indri auf Madagaskar. In China wurden die Duettgesänge der Gibbons mit der angeblichen Melancholie dieser Tiere in Verbindung gebracht, was sich in Gedichten und Gemälden niedergeschlagen hat.

Inhaltsverzeichnis

1 Weblinks

Primaten als Haustiere

Die ältesten Belege über Primaten als Haustiere stammen aus dem Alten Ägypten, wo Bilder zeigen, wie Paviane an der Leine geführt wurden und mit Kindern spielten. Aus aus dem alten China sind Gibbons als Haustiere bekannt. Über Jahrtausende hinweg wurden Primaten als Haustiere gehalten, auch heute ist dies noch mancherorts üblich. Gehalten werden vor allem kleinere Arten wie Totenkopfaffen und Menschenaffen - bekannt war der Schimpanse Michael Jacksons. Problematisch ist dabei, dass diese Tiere selten gezüchtet werden, sondern meistens als Jungtiere gefangen, was meist mit der Tötung der Mutter einhergeht. Aus dem Aspekt des Tierschutzes werden Primaten als Haustiere generell abgelehnt, da eine artgerechte Haltung kaum möglich ist und es auch zur Übertragung von Krankheiten - in beide Richtungen - kommen kann.

Primaten als Nutztiere

Im Bereich der medizinischen Forschung und der Erprobung von Kosmetika werden Primaten vielfach für Tierversuche verwendet. Am bekanntesten ist wohl die Entdeckung des Rhesusfaktors, der 1940 am Rhesusaffen entdeckt wurde. Früher hat die Suche nach Versuchstieren die Populationen zum Teil drastisch dezimiert, heute stammen die Tiere für diese Zwecke meist aus eigener Züchtung. Der Sinn und Nutzen der Tierversuche ist heftig umstritten und die Diskussion darüber wird äußerst kontrovers geführt.

Ein weiterer Verwendungszweck von Primaten war die Raumfahrt. Der erste war 1958 "Gordo", ein Totenkopfaffe, der an Bord einer Redstone-Rakete ins All befördert wurde. Es folgten weitere Totenkopfaffen, Rhesusaffen und Schimpansen in den Raumfahrtsprogrammen der USA, Frankreichs und der Sowjetunion.

Bedrohung

Das größte Artensterben in jüngerer Vergangenheit hat auf Madagaskar stattgefunden. Die Insel, die erst vor rund 1500 Jahren von Menschen besiedelt wurde, ist Heimat zahlreicher endemischer Tierarten, darunter fünf Primatenfamilien. Mindestens acht Gattungen und fünfzehn Arten sind seither dort ausgestorben, höchstwahrscheinlich aufgrund der Bejagung, möglicherweise gekoppelt mit klimatischen Veränderungen. Zu den dort ausgerotteten Primaten zählen vorrangig größere, bodenlebende Arten, darunter der Riesenlemur Megaladapis und der gorillagroße Archaeoindris.

Global betrachtet ist die Situation vieler Primatenarten besorgniserregend. Als vorrangig waldbewohnende Tiere sind sie den Gefahren, die mit den großflächigen Abholzungen der Wälder einhergehen, drastisch ausgeliefert. Die Verbreitungsgebiete vieler Arten machen nur mehr einen Bruchteil ihres historischen Vorkommens aus. Die Jagd tut ein Übriges: Gründe für die Bejagung sind unter anderem ihr Fleisch, das verzehrt wird, und ihr Fell. Hinzu kommt die Tatsache, dass sie Plantagen und Felder verwüsten, sowie die - weitgehend illegale - Suche nach Haustieren. Dabei werden meist die Mütter erlegt, um halbwüchsige Tiere einfangen zu können. Obwohl die International Union for Conservation of Nature keine Primatenart als in den letzten 200 Jahren ausgestorben listet, gilt eine Reihe als stark gefährdet. Zu den bedrohtesten Primaten zählen beispielsweise der Spinnenaffe und die Löwenäffchen Südamerikas, der auf Java endemische Silbergibbon, mehrere Stumpfnasenarten und die sumatranische Unterart des Orang-Utan.

Weblinks




  • Datenbank mit Detailinformationen zu über 200 PrimatenartenPrimate Info Net (englisch)The Primata - Fakten und Links zu zahlreichen Arten (englisch)Entwicklung der Primaten== Literatur ==
  • Bonis, Louis de: Vom Affen zum Menschen, Spektrum der Wissenschaft 2004, ISBN 3936278709
  • Geissmann, Thomas: Vergleichende Primatologie, Spriger-Verlag 2002, ISBN 3540436456
  • Groves, Colin: Primate Taxonomy, Smithsonian Inst Press 2001, ISBN 156098872X
  • Paul, Andreas: Von Affen und Menschen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1998, ISBN 3534138694
  • Swindler, Daris: Introduction to the Primates, University of Washington Press 1998, ISBN 0295977043





  • Suche nach Primaten Infos mit: Yahoo



Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Primaten aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.