Psammetich I.
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Psammetich I. (Wah-ib-Rê) (griechisch Psammetichos) war ein ägyptischer König (Regierungszeit: 664 v. Chr. - 610 v. Chr.). Er war der Begründer der 26. Dynastie (Saïten-Dynastie). Der Name Psammetich bedeutet "Der Glühwein-Verkäufer". Herodot erzählt in seinem Werk eine Legende über die Entstehung des Namens.
Leben
Psammetich I. war der Sohn Nechos I., des assyrischen Statthalters von Memphis und Sais, der 672 v. Chr. von Assurbanipal eingesetzt worden war. Er erhielt nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters 664 v. Chr. im Kampf gegen die letzten Pharaonen der 25. Dynastie von dem assyrischen König ebenfalls die Statthalterschaft über Ägypten.
Psammetich I. erhielt von Assurbanipal den Auftrag, das in einzelne assyrische Fürstentümer zersplitterte Nildelta zu vereinen. Um seinen Auftrag zu erfüllen, hob er ein starkes Heer aus, das sich aus Ägyptern und aus griechischen Söldnern zusammensetzte.
Als das assyrische Reich durch Rebellionen in Babylon und Elam ab dem Jahr 660 v. Chr. geschwächt wurde, befreite er mit Hilfe des Königs Gyges von Lydien und griechischer Söldner Ägypten bis zum Jahr 653 v. Chr. von der assyrischen Vorherrschaft. Wichtige Stationen dieses Kampfes waren:
- die Vereinigung der Fürstentümer Unterägyptens 657 v. Chr.
- die Vereinigung Ober- und Unterägyptens 656 v. Chr. nach dem Tod von Tanotamun, des letzten Pharaos der 25. Dynastie und die Besetzung der Stadt Theben
- die Verteidigung des Landes gegen Libyer und die die bereits besiegten Fürsten des Nil-Deltas im Jahr 654 v. Chr.
Psammetich I. begründete damit die 26. Dynastie ägyptischer Pharaonen.
Er konsolidierte die im Krieg gegen Assyrien entstandene Nordostgrenze des ägyptischen Reichs, indem er ionische und kaische Söldner bei Pelusion in permanent bestehenden Lagern stationierte und die Grenzen befestigen lies. Diese Befestigung erfolgte durch den Ausbau dreier großer Miltärgarnisionen (Daphnae, Marea, Elephantine). Er machte die Stadt Sais im Westen des Nildeltas zur neuen ägyptischen Hauptstadt. Die Akzeptanz der Priester aus Theben und damit der Ägypter gewann er, indem er seine Tochter Nitokris als Göttliche Anbeterin des Amun adoptieren ließ.
Einen im Jahr 628 v. Chr. beginnenden Versuch des erstarkenden neubabylonischen Reiches, Ägypten unter seine Kontrolle zu bringen, konnte er 627 v. Chr. abwehren. In den Jahren 616 v. Chr. und 610 v. Chr. unterstützte er mit Truppen das bereits sehr geschwächte Assur im Kampf gegen die Babylonier. Er sah in Babylon eine Gefahr für sein Reich und wollte Assyrien als eine Pufferzone erhalten. Nach seinem Tod 610 v. Chr. übernahm sein Sohn Necho II. das Amt des Pharaos.
Seine Amtszeit war durch einen Aufschwung des Handels und große kulturelle Blüte gekennzeichnet. Weiterhin wurde die ägyptische Armee und der Verwaltungsapparat des Landes reformiert. Seine Regierungszeit war der Beginn einer Epoche starken griechischen Einflusses in Ägypten.
Literatur
- Herodot, übers. v. Josef Felix: Historien, Artemis-Verlag 2004, ISBN 3760841112
- Pressl, Diana Alexandra: Beamte und Soldaten: Die Verwaltung in der 26. Dynastie in Ägypten (664-525 v. Chr.),Verlag Peter Lang in Frankfurt am Main 1998,ISBN 363132586X
- Friedrich Karl Kienitz: Die politische Geschichte Ägyptens vom 7. bis zum 4. Jahrhundert vor der Zeitwende, Akademie-Verlag Berlin 1953, Lizenz-Nr. 202*100/29/52
- Sir Alan H. Gardiner: Geschichte des Alten Ägypten, Weltbild-Buchverlag München 1993, ISBN 389350723X
- Eduard Meyer: Geschichte des Altertums - Dritter Band: Der Ausgang der altorientalischen Geschichte und der Aufstieg des Abendlandes bis zu den Perserkriegen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1975, 5. Auflage
- Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen: die altägyptischen Könige von der Frühzeit bis zur Römerherrschaft, Artemis-Verlag Zürich 1994, ISBN 3760811027
Siehe auch
- Suche nach Psammetich I. Infos mit: Yahoo
