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Quanteninformation

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Unter Quanteninformation versteht man die in quantenmechanischen Systemen vorhandene Information, die nicht mit den Gesetzen der klassischen Informationstheorie beschrieben werden kann.


Die Theorie der Quanteninformation liefert die Grundlage fĂŒr Quantencomputer und Quantenkryptographie. Außerdem besteht die Hoffnung, mit ihrer Hilfe die Quantenmechanik besser zu verstehen.

Grundlagen

Quantenmechanische Systeme haben einige Eigenschaften, die sie grundlegend von klassischen Systemen unterscheiden.

Die VerschrĂ€nkung von ZustĂ€nden ist letztlich eine Folge der Anwendung des Superpositionsprinzips auf zusammengesetzte Systeme: Wenn das System 1 im Zustand |Zustand 1a> und das System 2 im Zustand |Zustand 2a> ist, dann ist das kombinierte System im Zustand |System 1 in Zustand 1a und System 2 in Zustand 2a>, oder kurz |1a,2a>. Im Formalismus der Quantenmechanik ist dies ein Produkt der beiden ZustĂ€nde (nĂ€mlich das Tensorprodukt). Analog kann das Gesamtsystem auch im Zustand |1b,2b> sein. Das Superpositionsprinzip fordert nun aber, dass das auch a|1a,2a>+b|1b,2b> ein Zustand des Systems ist. Da dieser sich (fĂŒr a und b ungleich 0) jedoch nicht als Produkt schreiben lĂ€sst, kann man den Einzelsystemen keinen eigenstĂ€ndigen Zustand mehr zuschreiben.
Wird eine solche Observable gemessen, so wird der Wert der vorherigen Observable entsprechend unbestimmt. Eine wichtige Folge davon ist, dass wir durch Messung eines einzelnen Quantensystems unmöglich den exakten Zustand herausfinden können, in dem es sich vor der Messung befunden hat.
Beispiel:
FĂŒr ein Spin-1/2-System kann eine Spinkomponente in beliebiger Raumrichtung gemessen werden. Die möglichen Werte sind stets entweder <math>+\hbar/2<math> ("Spin up") oder <math>-\hbar/2<math> ("Spin down").
FĂŒr das Spin-1/2-System sind die Spin-Komponenten in x-, y- und z-Richtung zueinander komplementĂ€r. Kennt man den z.B. Spin in z-Richtung, so kann man keinerlei Voraussage ĂŒber den Spin in x-Richtung machen, beide Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich.
Misst man hingegen z.B. in einem Winkel von 60° zur z-Richtung, so erhÀlt man mit Wahrscheinlichkeit 3/4 denselben Wert, den das System vor der Messung in z-Richtung hatte, und mit Wahrscheinlichkeit 1/4 den anderen Wert.
Misst man bei bekanntem Spin in z-Richtung den Spin in x-Richtung, so ist danach der Spin in x-Richtung bekannt, der Spin in der komplementÀren z-Richtung wird aber durch die Messung unbestimmt. Eine erneute Messung des Spins in z-Richtung wird mit gleicher Wahrscheinlichkeit beide Werte liefern; der vorherige Wert in z-Richtung ist "gelöscht".
Von zwei Observablen, deren Werte gleichzeitig definiert sein können (also das Gegenteil von komplementĂ€ren Observablen) sagt man, sie vertauschen bzw. kommutieren. Das bezieht sich zwar eigentlich auf eine Eigenschaft der mathematischen Objekte (Operatoren), mit denen sie in der Quantenmechanik beschrieben werden, man kann es aber auch auf die Tatsache beziehen, dass fĂŒr diese, und nur fĂŒr diese, die Reihenfolge, in der man sie misst, egal ist, man also die zugehörigen Messungen vertauschen kann.
ZustÀnde, in denen der Wert einer Observablen eindeutig festgelegt ist, nennt man EigenzustÀnde der Observablen, und den zugehörigen Wert der Observablen Eigenwert.
|neuer Zustand> = a|Zustand 1> + b|Zustand 2>
schreiben lĂ€sst. Hierbei fĂŒhrt ein gemeinsamer Faktor bei a und b zum selben Zustand, amsonsten gehört zu jedem Paar von a und b ein anderer Zustand.
Falls |Zustand 1> und |Zustand 2> verschiedene EigenzustĂ€nde einer Observablen mit unterschiedlichem Eigenwerten w1 und w2 sind (solche ZustĂ€nde nennt man orthogonal), so ist im Zustand |neuer Zustand> die Wahrscheinlichkeit, bei Messung der Observablen den Wert w1 zu erhalten, gerade |a|ÂČ, und die Wahrscheinlichkeit, den Wert w2 zu erhalten, |b|ÂČ.
Beispiel:
FĂŒr ein Spin-1/2-System ergeben die Superpositionen der ZustĂ€nde |Spin up in z-Richtung> und |Spin down in z-Richtung> gerade alle ZustĂ€nde der Form |Spin up in Richtung n> und |Spin down in Richtung n>, wobei n die Richtung angibt.

Aus diesen quantenmechanischen Grundlagen folgen u.a. die folgenden wichtigen Aussagen:

Anwendungen der Quanteninformation

Die besonderen Eigenschaften der Quanteninformation fĂŒhren dazu, dass sie fĂŒr einige Anwendungen sehr interessant ist.

Die Quantenkryptographie nutzt vor allem das KomplementaritĂ€tsprinzip: Wenn der Lauscher nicht weiß, in welcher Basis ein Qubit codiert ist, ist es fĂŒr ihn praktisch unmöglich, dieses auszulesen. Zudem wird durch seinen Lauschversuch die Information zerstört, so dass unbemerktes Lauschen nicht möglich ist. Zudem geben Quantensysteme gute Zufallszahlengeneratoren fĂŒr die Generierung von SchlĂŒsseln fĂŒr klassische Verfahren.

In Quantencomputern werden vor allem das Superpositionsprinzip und die VerschrÀnkung verwendet, um effizienter zu rechnen ("QuantenparallelitÀt").

Über die Menge der Information

Klassisch wird die Informationsmenge in Bit angegeben. In vielerlei Hinsicht Ă€quivalent dazu ist in der Quanteninformation das Qubit. Jedoch ist die Frage, wieviel Information ein Qubit enthĂ€lt, nicht letztgĂŒltig geklĂ€rt.

WĂ€hrend ein klassisches Bit sozusagen 'eindimensional' ist, also nur eine Ja-Nein-Alternative, ist das Qubit 'dreidimensional'. Am einfachsten ist das bei Spin-1/2-Systemen zu sehen, bei denen die Superpositionen direkt den Raumrichtungen entsprechen, in denen das Ergebnis einer Spinmessung festliegt, es gilt aber fĂŒr jedes Qubit. So kann z.B ein Photon

  1. linkszirkular oder rechtszirkular,
  2. horizontal oder vertikal und
  3. 45° oder -45° polarisiert sein.

Diese drei Polarisationen bilden, wie die drei zueinander senkrechten Spinkomponenten des Spin-1/2-Teilchens, drei jeweils zueinander komplementĂ€re Observable. Entsprechend sind beim Photon auch alle Überlagerungen dieser ZustĂ€nde möglich. Ein Photon kann nicht nur links- oder rechtszirkular polarisiert sein, sondern auch zu 90% linkszirkular und zu 10% rechtszirkular (elliptische Polarisation). Das heißt: Von vielen Photonen, die so polarisiert sind, erscheinen bei einer Messung der zirkularen Polarisation 90% linkszirkular polarisiert. Vor der Messung trĂ€gt aber jedes einzelne Photon die Eigenschaft der Überlagerung (siehe Schrödingers Katze).

Um den Zustand eines Photons exakt anzugeben, reicht also ein Bit, also eine Wahl zwischen 1 und 0, nicht aus. Vielmehr mĂŒssen beide Anteile angegeben werden, was einer reellen Zahl, also unendlich vielen Bits entspricht. Um ein Photon exakt nach Vorschrift zu prĂ€parieren, ist unendlich viel klassische Information nötig. Diese Beobachtungen legen nahe, dass ein Qubit unendlich viel Information enthĂ€lt.

Andererseits ist es völlig unmöglich, diese Information aus einem einzelnen Photon wieder herauszukriegen. Denn wenn in einer Richtung die Polarisation bestimmt wird, wird gleichzeitig der Zustand des Photons zerstört, so dass keine Aussage ĂŒber die ursprĂŒngliche Wahrscheinlichkeitsverteilung gemacht werden kann. Bei der Messung des Photons erhĂ€lt man also immer genau ein klassisches Bit Information. Zudem gibt es fĂŒr unverschrĂ€nkte Qubits immer genau eine (wenngleich bei Unkenntnis des Zustands unbekannte) Observable (z.B. beim Spin-1/2-Teilchen: eine Messrichtung fĂŒr den Spin), deren Ergebnis durch den Zustand vollstĂ€ndig festgelegt wird; fĂŒr die dazu komplementĂ€ren Observablen (Spin-1/2: fĂŒr die dazu senkrechten Messrichtungen) ist dann das Ergebnis der Messung völlig unbestimmt, der Zustand des Qubits enthĂ€lt also keinerlei Information darĂŒber, welches Ergebnis die Messung dieser Observablem ergeben wird. Diese Beobachtungen legen nahe, dass die Information eines Qubits gerade ein klassisches Bit betrĂ€gt.

Der Begriff der Information hÀngt eng mit den Begriffen Entropie, Energie und Temperatur zusammen und scheint in der Physik Àhnlich fundamental zu sein.







Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Quanteninformation aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.

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