Radio-Feature
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ist neben dem Hörspiel die zweite originäre Kunstform, die der Hörfunk hervorgebracht hat. Während sich das Hörspiel stärker an fiktionalen Texten orientiert, hat das Radio-Feature in der Regel eher dokumentarischen Charakter.
Im Gegensatz zum Hörspiel, das sich mit Hilfe von formalen und institutionellen Kriterien leicht eingrenzen lässt, ist die Abgrenzung des Features zu verwandten Funkformen wie Reportage und Bericht nicht eindeutig. Die am häufigsten zitierte Definition des Features stammt von Alfred Andersch. 1953, in seiner Zeit als Leiter des Abendstudios des Hessischen Rundfunks, charakterisierte er das Feature als „Montage-Kunst par excellence“.
Noch drei Jahrzehnte später, 1984, stellt der Medienwissenschaftler Knut Hickethier fest: „Wer nach einer eindeutigen Definition dieser Programmform fahndet, wird erfolglos bleiben“. Die Aufgabe des Features sieht Hickethier darin, „die Welt als zu hörenden Raum, als akustische Zeit im Radio ästhetisch erlebbar und erfahrbar zu machen“.
Geschichte
1937 wurde bei der BBC die Experimental Hour eingeführt. Formal nicht gebunden, überwogen vom Inhalt her Sendungen mit dokumentarischem Charakter. Es bildete sich eine neue Präsentationsform heraus, für die sich ab 1939 der Ausdruck „Feature“ einbürgerte. Nach Ende des 2. Weltkriegs kam mit der britischen Besatzungsmacht auch die neue Sendegattung nach Deutschland.
Einen herausragenden und international beachteten Platz in der Geschichte des Radio-Features nimmt das Programm des ehemaligen SFB (heute RBB) ein. Am 1. Juni 1954 übernahm der SFB das Berliner NWDR-Studio. Mitte der 60er-Jahre wurden hier das „geschriebene“ Feature zum „Akustischen Feature“ weiterentwickelt. Die Arbeit mit Originaltonaufnahmen und das Stereoverfahren haben diese Entwicklung entscheidend geprägt.
Während das Feature in Westdeutschland seit 1945 zum festen Bestandteil des Radioprogramms zählt, kommt der Begriff im Rundfunk der DDR bis Anfang der 60er-Jahre nicht vor. Erst im Januar 1963 wird in Berlin (Ost) eine eigene Feature-Abteilung gegründet, die bis zur Abwicklung der ehemaligen DDR-Sender im Dezember 1991 bestehen blieb.
Heute werden in alle neun Rundfunkanstalten der ARD und den beiden nationalen Hörfunkprogrammen des DeutschlandRadios Features produziert, die teilweise auch als Hörbücher im Handel erhältlich sind.
Literatur
- Andersch, Alfred: „Versuch über das Feature. Anläßlich einer neuen Arbeit Ernst Schnabels.“ Rundfunk und Fernsehen, Jg. [1], H. 1 (1953): S. 94-97.
- Auer-Krafka, Tamara: Die Entwicklungsgeschichte des westdeutschen Rundfunk-Features von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Braumüller, 1980. ISBN 3-7003-0258-4
- Conley, Patrick: Features und Reportagen im Rundfunk der DDR. Tonträgerverzeichnis 1964-1991. 2. Aufl. Berlin: Askylt, 1999. ISBN 3-9807372-0-9
- Hickethier, Knut: „Die Welt als Hör-Raum in der Zeit. Zur Geschichte der Programmform ‚Feature’.“ epd Kirche und Rundfunk, Jg. [36], H. 53 (7.7.1984): S. 4-7.
- Zindel, Udo u. Wolfgang Rein [Hrsg.]: Das Radio-Feature. Ein Werkstattbuch. Konstanz: UVK Medien, 1997. ISBN 3-89669-227-5
Weblinks
- weitere Weblinks
- Feature-Portal* HördatWiki: Radio-Feature
- Suche nach Radio-Feature Infos mit: Yahoo
