Raumplanung
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Einordnung: Raumplanung
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| Inhaltsverzeichnis |
Aufgaben der Raumplanung
Die Aufgabe der Raumplanung ist es, räumliche Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen Ebenen (Stadtteil, Stadt, Region, Land, Staat, Kontinent) und in Bezug auf unterschiedliche Aspekte (Verkehr, Umwelt, Bevölkerung) zu untersuchen. Das Ziel ist es, Konflikte bei der Nutzung des Raumes zu vermeiden und Lösungsstrategien bei der Erschließung des Raumes zu finden. Die Bezeichnung ist nicht verbindlich definiert, sondern stellt einen Oberbegriff dar, der alle planerischen Maßnahmen mit räumlichen Auswirkungen – von der Quartiersplanung über die Stadt- und Regionalplanung bis hin zur Landesplanung und Raumordnung – umfasst. Dabei schließt die Raumplanung sowohl die formellen, in Gesetzen geregelten Planungsverfahren (etwa die Bauleitplanung nach dem Baugesetzbuch oder die Regional- und Landesplanung nach den Landesplanungsgesetzen) als auch informelle Planungsprozesse (zum Beispiel Rahmenplanungen) ein.
Ebenen der Raumplanung in Deutschland
Je nach Größe des zu beplanenden Raumes hat der deutsche Gesetzgeber verschiedene Planungsebenen vorgesehen. Dementsprechend sind Aufgaben, Maßstäbe und mögliche Aussagetiefe der Planwerke unterschiedlich. Es wird dabei nach einem hierarchischen Prinzip vorgegangen, nach dem eine untergeordnete Planung der übergeordneten nicht widersprechen darf, gleichzeitig aber die Belange der untergeordneten Ebenen bei der Aufstellung der übergeordneten Pläne und Programme zu berücksichtigen sind (sog. "Gegenstromprinzip"). Die Planungsträger, also die Auftraggeber, sind die Verwaltungseinheiten der öffentlichen Hand, also – in hierarchischer Ordnung – der Bund, ein Bundesland, Regierungsbezirke, Landkreise bzw. kreisfreie Städte und Gemeinden.
Förmliche, also auf gesetzlichen Regelungen basierende Instrumente der räumlichen Planung sind:
- Auf der Ebene des Bundes: Raumordnungspolitischer Orientierungsrahmen, Raumordnungsbericht
- Auf der Ebene der Länder: Landesentwicklungsprogramm, Landesentwicklungplan
- Auf der Ebene der Regierungsbezirke (oder mehrerer Kreise): Regionalplan
- Auf kommunaler Ebene: Flächennutzungsplan, Bebauungsplan
Hinzu kommt als übergeordnetes Planwerke auf europäischer Ebene das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK)
Aus- und Weiterbildung
Studium der Raumplanung in Deutschland
Raumplanung kann in Deutschland in speziellen Planungs-Studiengängen studiert werden, wobei die Benennung dieser Studiengänge nicht einheitlich ist. Darüber hinaus gibt es andere Studienfächer, etwa Architektur, Geographie oder Vermessungswesen, in denen Raumplanung als Vertiefungsrichtung angeboten wird. Auch wenn die Raumplanung als querschnittsorientierte Disziplin gilt, schließt das Studium in der Regel mit dem akademischen Grad Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.).
An folgenden deutschen Universitäten werden Vollstudiengänge im Fach Raumplanung angeboten:
- Universität Dortmund (Raumplanung)
- Universität Kaiserslautern (Raum- und Umweltplanung)
- Technische Universität Berlin (Stadt- und Regionalplanung)
- Brandenburgische Technische Universität Cottbus (Stadt- und Regionalplanung)
- Technische Universität Hamburg-Harburg (Stadtplanung)
- Universität Kassel (Stadt- und Landschaftsplanung)
Darüber hinaus existieren weitere Universitäten und Fachhochschulen, an denen Raumplanung als Aufbau- oder Vertiefungsrichtung angeboten wird (hier eine beispielhafte Auswahl):
- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Architektur/Städtebau)
- Universität Bayreuth (Geographie/Raumplanung)
- Universität Bonn (Vermessungswesen/Städtebau)
- Technische Universität Darmstadt (Architektur/Städtebau, Bauingenieurwesen/Umwelt- und Raumplanung)
- Universität Hannover (Architektur/Städtebau)
- Technische Universität München (Architektur/Städtebau)
- Fachhochschule München (Vermessungswesen/Geoinformatik)
- Universität Stuttgart (Architektur/Städtebau)
- Technische Fachhochschule Stuttgart (Architektur/Städtebau/Stadtplanung)
- Bauhaus-Universität Weimar (Architektur/Städtebau/Europäische Urbanistik)
Das Planungsrecht als Teildisziplin der Raumplanung ist aber auch Bestandteil des juristischen Studiums, weshalb an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster das der Rechtswissenschaftlichen Fakultät nahe Zentralinstitut für Raumplanung gegründet wurde.
Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland
Nach erfolgreichem Studienabschluss besteht mit dem städtebaulichen Referendariat die Möglichkeit der beruflichen Weiterqualifikation für Raumplanerinnen und Raumplaner. Das Referendariat ist einerseits ein Vorbereitungsdienst für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst, andererseits eine umfassende praxisorientierte Zusatzausbildung. Ziel des Referendariats ist die Vermittlung umfassender Kenntnisse auf den Gebieten Verwaltung, Recht, Planung, Betrieb und Menschenführung, die weit über das im Studium vermittelte Wissen hinausgehen.
Die Ausbildung gliedert sich in informatorische Tätigkeiten und praktische Mitarbeit bei unterschiedlichen Dienststellen der öffentlichen Verwaltung, wobei der Schwerpunkt in der Planungs- und Bauverwaltung liegt. Daneben bestehen überlicherweise regelmäßige wöchentliche Arbeitsgemeinschaften der Referendare, bei denen in Form von Vorträgen, Referaten und Fachexkursionen umfangreiches Fachwissen vermittelt wird. Ergänzt wird die Ausbildung durch verschiedene längere Fachlehrgänge. Zum Abschluss des zweijährigen Referendariats sind mündliche und schriftliche Prüfungen abzulegen, danach sind die Absolventen berechtigt, den Titel "Bauassessor" bzw. "Bauassessorin" zu tragen.
Einige öffentliche und private Planungsträger, zum Beispiel Stadtverwaltungen oder Projektentwicklungs-Gesellschaften, bieten zur Weiterqualifizierung von Raumplanungsabsolventen auch eigene Trainee-Programme an. Ähnlich dem Referendariat erhalten die Kandidaten dabei die Gelegenheit, Verwaltungsabläufe kennenzulernen, Fachwissen zu vertiefen und sich praxisnah einzuarbeiten.
Studium der Raumplanung in Österreich und der Schweiz
In Österreich kann Raumplanung an der Technischen Universität Wien studiert werden. In der Schweiz ist das Studium der Raumplanung an zwei Hochschulen möglich: als Nachdiplom-Studium an der ETH Zürich oder an der HSR Hochschule Rapperswil.
Berufsverbände/Interessenvertretung
In Deutschland konkurrieren zwei Berfufsverbände um die Mitgliedschaft und Interessenvertretung von Raumplanerinnen und Raumplanern:
- Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL)
- Informationskreis für Raumplanung e. V. (IfR)
Mitglieder der SRL erhalten kostenlos die Zeitschrift "PlanerIn", das Gegenstück des IfR heißt "RaumPlanung". Beide Fachzeitschriften genießen hohes Ansehen in der PlanerInnenszene.
Siehe auch: Landschaftsplanung, Informationskreis für Raumplanung e. V.
Weblinks
- weitere Weblinks
- planungsstudium.netZentralinstitut für Raumplanungn der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
- Österreichisches Institut für Raumplanung (ÖIR)Informationskreis für Raumplanung (IfR) e.V.Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL e.V.)
- Suche nach Raumplanung Infos mit: Yahoo
