Rechtschreibreform
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Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
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Eine Rechtschreibreform ist eine mehr oder weniger eingreifende Änderung der Rechtschreibung (Orthographie) einer Sprache. Für die aktuell im deutschen Sprachraum diskutierte Reform von 1996 siehe unter Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996.
Rechtschreibreformen in verschiedenen Sprachen
Im deutschen Sprachraum fanden zwei orthographische Konferenzen mit dem Ziel einer Vereinheitlichung der deutschen Orthographie statt:
- 4. bis 15. Januar 1876: „Konferenz zur Herstellung größerer Einigung auf dem Gebiet der deutschen Orthographie“ (I. Orthographische Konferenz in Berlin);
- 17. bis 19. Juni 1901: „Konferenz zur Erzielung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung“ (II. orthographische Konferenz in Berlin).
Danach wurden zwei Reformen mit dem Ziel der Vereinfachung der Rechtschreibung geplant:
- die Rechtschreibreform von 1944, die schon gedruckt vorlag, aber nicht umgesetzt wurde;
- die Rechtschreibreform von 1996.
Zwischenzeitlich gab es bereits einige Änderungen der deutschen Rechtschreibung, für die aber keine formale Reform erforderlich war.
Reformen der Rechtschreibung gab es unter anderem auch in folgenden anderen Sprachen:
In einigen anderen Sprachen ist es dagegen sehr unwahrscheinlich, dass es jemals zu einer Rechtschreibreform kommen wird, da es an einer Instanz fehlt, die eine solche Reform beschließen und durchsetzen könnte oder weil kein ausreichender Wille dazu zu erkennen ist. Dazu zählt insbesondere die
Die Rechtschreibung der englischen Sprache hat sich zwar, auch ohne dass es einer formalen Reform bedurfte, seit dem 16. Jahrhundert in gewissem Maße verändert, weitergehende Reformversuche scheiterten jedoch größtenteils. Die einzige bedeutende Ausnahme bildeten die Vorschläge von Noah Webster, von denen sich einige in Nordamerika vollständig durchsetzten und auf die ein Großteil der heutigen Unterschiede zwischen amerikanischer und britischer Rechtschreibung zurückgehen.
Zu den weiteren Reformversuchen zählt u.a. die Kampagne der 1908 in England gegründeten Simplified Spelling Society (SSS), welche sich das Ziel setzte, die Unregelmäßigkeiten der englischen Rechtschreibung zu reduzieren. Viele Persönlichkeiten schlossen sich dieser Kampagne an, darunter George Bernard Shaw und Isaac Pitman. In den USA hatten unter anderem Benjamin Franklin, Samuel Morse und später Mark Twain Schritte zur Vereinfachung der Rechtschreibung der englischen Sprache vorgeschlagen. Insbesondere der Amerikaner William Thornton, geboren auf den Westindischen Inseln, hat sich seit 1785 mit der Vereinfachung der englischen Rechtschreibung beschäftigt, die von seiner Absicht ausging, das Leben der Sklaven zu verbessern, die zumeist Analphabeten waren.
Wenig oder gar kein Reformpotential und -bedarf besteht in Sprachen, die traditionell phonologisch geschrieben werden:
In wenigen Sprachen wurde einmal eine radikale Rechtschreibreform mit Umstellung von einem etymologischen auf ein phonologisches Regelsystem durchgeführt:
oder umgekehrt:
- slowakische Sprache (1851)
Eigentlich nicht als Rechtschreibreform kann man die Vereinfachung eines Ideogrammsystems bezeichnen...
...ebenso wenig einen Wechsel von einer Schrift zu einer anderen:
Inhalt einer Rechtschreibreform
Eine Rechtschreibreform kann in Form einer Wortliste beschlossen werden, wie in Frankreich üblich (1990, als sich der öffentliche Protest auf eine einzige Änderung konzentrierte: ognon statt oignon; 1878 als, ebenfalls unter öffentlichem Protest, poëte sein Trema verlor, bis zurück ins Jahr 1740, als die Académie française mit ihrem Wörterbuch die Schreibweise mehrerer tausend Wörter änderte). Eine Rechtschreibreform kann aber auch die Änderung von Rechtschreibregeln umfassen, wie zuletzt 1996 in Deutschland, als unter anderem neue Regeln zur Verwendung von Doppel-s und ß, zu Dreifachkonsonanten, zur Groß- und Kleinschreibung, zur Schreibung von Fremdwörtern, zur Auseinanderschreibung zusammengesetzter Wörter und zur Zeichensetzung (Interpunktion) sowie zur Worttrennung am Zeilenende erlassen wurden.
Verfügungsgewalt über die Rechtschreibung
Der deutsche Bundestag beschloss am 26. März 1998: „Die Sprache gehört dem Volk!“ Eine Rechtschreibreform setzt demnach voraus, dass eine Mehrheit der Schreibenden eine Reform wünscht und die Beschlüsse eines demokratisch eingesetzten wissenschaftlichen Sprachrates dem Sprach- beziehungsweise Schreibgebrauch entsprechen. Sie sollten demzufolge so überzeugend sein, dass sie von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert werden. Die längste Tradition als eine solche Instanz hat die Académie française, die zwar als nationale französische Institution konstituiert ist, aber im gesamten französischen Sprachraum anerkannt wird. Dagegen gibt es keine übergeordnete Instanz, die über die Schreibung des Englischen verfügen könnte; eine solche Instanz hat es historisch nie gegeben. Das Deutsche nimmt zwischen diesen beiden Extrema eine Mittelstellung ein.
Juristisch betrachtet stellt das, was man gemeinhin als "Rechtschreibung" bezeichnet, nichts Anderes als eine Verwaltungsvorschrift dar. Sie ist nur im Bereich der öffentlichen Verwaltung (Bund, Länder, Gemeinden) verbindlich.
Damit in allen Teilen der öffentlichen Verwaltung dasselbe Regelwerk gilt und in der täglichen Verwaltungspraxis angewandt wird, müssen der Bund (i.d.R. der Bundesinnenminister) sowie jedes einzelne der 16 Bundesländer die deutsche Rechtschreibung formal als Verwaltungsvorschrift erlassen.
In der Staatspraxis sieht es so aus, dass die Kultusministerkonferenz auf dem Gebiete der Rechtschreibung Beschlüsse fasst, die dann sowohl von Seiten der Bundes- als auch der Landesverwaltung als Verwaltungsvorschrift erlassen werden.
Tatsächlich gesellschaftlich durchgesetzt wird die Rechtschreibung überwiegend mittels der Schulen, da diese im staatlichen Innenverhältnis der Verwaltungsvorschrift Rechtschreibung unterliegen, sowie über die Medien und Verlage, die die gültige Rechtschreibung in ihrem Bereich praktizieren.
siehe auch: Geschichte der deutschen Rechtschreibung.
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