Reduktion
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Das Wort Reduktion (Zeitwort reduzieren) ist aus dem latein. reducere (= zurückführen) abgeleitet und bedeutet in der gehobenen Alltagssprache eine Verringerung des Ausmaßes einer Eigenschaft. Dies sich sowohl auf messbare Größen (zum Beispiel Anzahl, Umfang, Gewicht) als auch auf abstrakte Größen beziehen:
- „Man einigte sich auf eine Reduktion der Gehälter im Ausmaß von [...]“
- „Der Abgeordnete XY wurde auf seine normale Bedeutung reduziert.“
- „Der Transitverkehr reduziert die Lebensqualität der Anwohner merklich.“
- „Die Treibhausgas-Reduktion macht auch ökonomisch Sinn.“ (News 2001)
In einigen Wissenschaften hat das Wort Reduktion vielfach eine spezielle Bedeutung, deren Gemeinsamkeit in der Rückführung auf eine tiefere oder günstigere Stufe oder auf zugrundeliegende Tatsachen besteht:
- In der Mathematik die Verringerung des Grades von Gleichungen, von Polynomen usw. Siehe: Differenzialgleichungen
- in den Geowissenschaften die Bereinigung von Messwerten um modellierbare Einflüsse von Gelände, Medien, kleiner Achsfehler usw.
- Topografische Reduktion bei Schwereanomalien
- Neigungsreduktion bei astronomischen oder geodätischen Messungen, siehe Libelle oder Reduktion auf Horizont oder Geoid
- Reduktion physikalischer Laufzeiten wegen der Refraktion usw.
- in der Chemie das Maß der Fähigkeit chemischer Verbindungen zur Abgabe von Sauerstoffmolekülen in einer bestimmten Versuchsanordnung. Siehe: Reduktion (Chemie), Metallreduktion, Energiegewinnung, Oxidation, Reduktionsmittel
- in der Komplexitätstheorie (einem Teilgebiet der theoretischen Informatik) das Ausdrücken eines Problems als Instanz eines anderen Problems. Siehe: Reduktion (Theoretische Informatik)
- in den Geisteswissenschaften ganz allgemein
- die Erklärung eines Phänomens durch seine zugrundeliegenden Aspekte, was den Durchblick vereinfacht (Merkmal einer guten Theorie)
- die Rückführung der Gesetzmäßigkeit einer höheren auf eine niedere (fundamentalere) Ebene – „vom Besonderen zum Allgemeinen“
- in der Philosophie
- die Befreiung der Erfahrung von der natürlichen „Offensichtlichkeit“ – nach Edmund Husserl als transzendentale Reduktion bezeichnet
- eine neupositivistische Lehre (der Reduktionimus). Siehe: Reduktionismus_(Philosophie)
- in der Pädagogik und Anthropologie der Weg vom Beobachten von Details zum Ganzen und das dadurch vertiefte Verstehen (anthropologische Reduktion)
Das Wort Reduktionen bezeichnet die in Südamerika von Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert eingerichteten Schutzgebiete, um Indiovölker vor der Ausbeutung zu schützen. Siehe: Jesuitenreduktionen
Siehe auch:
- Reduktionstachymeter, von Komplexität zu Einfachheit
- Reduktionismus, sog. e, Antireduktionismus usw.
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