Regel
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Einordnung: Begriff
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Englisch - Französisch - Italienisch - Niederländisch und Schwedisch sowie Spanisch
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Eine Regel (von lat.: regula) ist
- eine Übereinkunft, an die man sich nach allgemeiner Auffassung halten sollte (Konvention),
- ein Gesetz, das jemand aufgestellt (oder entdeckt) hat und nach dem man sich mehr oder minder streng zu richten hat,
- eine Richtschnur für das eigene Verhalten (Maxime)
- in der Informatik im Zusammenhang mit regelbasierten Systemen ein formalisierter Konditionalsatz der Form "Wenn A dann B".
Regeln werden vom Menschen festgelegt. Es gibt sie z.B. in der Kunst und im moralischen Sinne, nicht aber in der Natur.
Speziell in der Ethik ist noch der Sonderfall von Gesetzen bekannt, die gültig sind, ohne dass sie jemand aufstellen musste. Das allgemeine Sittengesetz ist nach Kant beispielsweise a priori gültig für alle vernünftigen Wesen. Es ist ein Naturgesetz.
Aus soziologischer Sicht spricht man häufig von der Reproduktion von Regeln oder Normen, die dadurch dass sie befolgt werden immer weiterleben. Aus dieser Sichtweise gehören Regeln eng mit Menschen zusammen, die diese befolgen.
Wer sich an Regeln hält, muss sich nicht rechtfertigen (oder bleibt im Rennen). Dies ist relevant bei jeglicher Art von Wettbewerb und Beurteilung fachgerechten Vorgehens. Die Frage ist nur, wo Regeln herkommen bzw. wer sie erlässt (und ob sie anerkannt werden). Diese Frage untersucht Jean Piaget am Besipiel des Murmelspiels (siehe: "Das Moralisch Urteil beim Kinde", Erstes Kapitel). Er beobachtet Kinder beim Spielen uns läßt sich von ihnen nicht nur die Regeln erklären, sondern auch woher sie kommen und ob sie sich verändern lassen. Die Geltung und Befolgung der Regeln führt Piaget auf das Problem der Achtung vor der Gruppe und die Achtung vor sich selbst zurück. Dieser Gedanke paßt zu der nüchternen Feststellung Niklas Luhmanns, für den moralische Kommunikation darin besteht, daß man seinem Gegenüber die Bedingungen mitteilt von denen man die Zuteilung von Achtung abhängig macht.
In der Linguistik wird mit dem Regelbegriff seit Noam Chomsky folgendes Problem markiert. Sein Verständnis sezt die Figur des kompetenten Sprechers voraus, das Mitglied einer Sprachgemeinschaft ist. Diese Gemeinschaft verfügt über einen hinreichend großen Wortschatz und die Regeln (besser: Anweisungen) zur Bildung sinnvoller Sätze. Das Merkwürdige an der Sprache ist nun, daß sich mit einem endlichen Wortschatz (zwischen zwei bis zehntausend Worten) und einer endlichen Anzahl von grammatischen Vorschriften zur Satzbildung unendlich viele verschiedene Sätze bilden lassen. Chomskys "generative Transformationsgrammatik" ist nun der Versuch, zu erklären, wie es möglich ist, daß man als "kompetenter Sprecher" in der Lage ist, völlig unbekannte Sätze darauf hin zu beurteilen, ob sie sinvoll sind oder nicht, wobei Chomsky zurückhaltender von "Wohlgeformtheit" spricht. Das beudeutet, daß wir einen Satz nicht unbedingt (sofort) verstehen müssen und ihn dennoch als wohlgeformt beurteilen können. Ein Sonderfall dieses Problems ist die Frage, wie es möglich ist, daß ein Sprechen lernendes Kleinkind aus den (wenigen) von den Eltern gehörten Sätzen das implizite (Regel-)Wissen entnimmt, das es ihm ermöglicht, völlig neue Sätze zu erfinden, die den Kriterien der "Wohlgeformtheit" entsprechen. Zur Erklärung dieses Problems ist die Annahme basaler universeller Regeln notwendig, und die Aufgabe der Linguistik ist es, diese zu beschreiben. Wer den Unterscheid zwischen Natur und Kulur darin sieht, daß letztere vom Handeln des Menschen abhängt und verändert werden kann, wird seine Schwierigkeiten mit der Einsicht haben, daß diese basalen Regeln zur Erzeugung wolgeformter Sätze ihren "Anwendern", also den kompetenten Sprechern weder bewußt sein müsen, noch von ihnen verändert werden können, selbst wenn die Linguistik jemals in der Lage sein sollte, sie in einer Sprache zu beschreiben, die für alle verständlich ist. Die Annahme der Existenz solcher universeller Regeln führt zum Begriff der Kompetenz, der ebenfalls auf Chomsky zurückgeht (Kompetenz/Performanz). Als Einführung in Chomskys Theorie noch immer empfehlenswert: John Lyons: Noam Chomsky, dtv, München 1971.
Beispiele
- Wikipedia (bzw. www.infos-aus-germanien.info)-Regeln (Neutralität, ...)
- mathematische Regeln (Punktrechnung vor Strichrechnung, ...)
- Grammatik und Rechtschreibung (nach kurzen Vokalen wird das "ß" zum "ss", ...)
- (Koch-)Rezepte (man nehme...)
- Spielregeln (gewonnen hat, wer...)
- Richtlinien / Vorschriften / Normen (die Tragfähigkeit ist so auszulegen, dass...)
- Verkehrsregeln (rechts vor links, Backbord vor Steuerbord, ...)
- Benimm-Regeln (begrüße zuerst die anwesenden Damen, ...)
- Ablauf- und Kommunikations-Regeln in der Politik und Datenübertragung (meist bezeichnet als Protokoll)
Zitat
Die beste Bestätigung eines Gedankens ist es, wenn er zum Verständnis nicht nur der Regel, sondern auch der Ausnahme beiträgt. - José Ortega y Gasset (Aufbau und Zerfall Spaniens)
Andere Bedeutung: die Periode der Frau, siehe Menstruation.
- Suche nach Regel Infos mit: Yahoo
