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Regelkreis

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--InfoG 17:30, 24. Mär 2005 (CET)

Unter einem Regelkreis versteht man ein System, dessen Ausgangsgröße, die Regelgröße (Istwerte x), möglichst gut seiner Eingangsgröße, der Führungsgröße (Sollwerte w), folgen soll. Kennzeichnend für einen Regelkreis ist der geschlossene Wirkungskreis. In einem Regelkreis müssen mindestens zwei Teile unterschieden werden:


Inhaltsverzeichnis

Regelstrecke und Regler = Regelkreis

In der Regelungstechnik werden im Regelkreis sieben Teile unterschieden, welche Teil der Regelstrecke oder der Regeleinrichtung sein können:



1. Messglied

2. Regler

3. Verstärkungsglied

4. Vergleichsglied

5. Steller

6. Stelleinrichtung

7. Stellglied

Das Messglied ist sowohl Teil der Regelstrecke, wie auch der Regeleinrichtung. Von der Regelstrecke nimmt er die Regelgröße (x) als Eingangsgröße auf und verarbeitet sie zur Rückführgröße (r) weiter, welche er an die Regeleinrichtung leitet.

Aus den beiden Größen Rückführgröße (r) und Führungsgröße (w) bildet das erste Glied des Reglers, das Vergleichsglied, die Regeldifferenz e nach der Formel

e = w-r

Die Regeldifferenz e verstärkt das Verstärkungsglied zur Hilfsstellgröße (yr).

Die Stelleinrichtung ist wie die Messeinrichtung sowohl Teil der Strecke, wie auch der Regeleinrichtung. Deren erstes Glied, der Steller, verarbeitet die Hilfsstellgröße (yr) zur Stellgröße (y) und leitet sie an das Stellglied weiter.


Das Stellglied bewirkt durch Stellungsänderung eine Veränderung der Regelgröße (x) und der Regelkreis ist geschlossen.

Beispiele

Aus der Technik

Aus der Biologie

Die Regelung des Pulses, des Blutdrucks und des Sauerstoffgehaltes des Blutes sind nicht unabhängig voneinander.

Mathematische Beschreibung

Regelkreise können mathematisch mit Hilfe einer speziellen Systemtheorie beschrieben werden, die zusammen mit der Regelungstechnik entwickelt wurde. Diese Theorie vermag sowohl zeitkontinuierliche als auch zeitdiskrete Systeme und Signale zu beschreiben.

Signal

Unter Signal wird die Darstellung einer physikalischen Größe in Abhängigkeit der Zeit verstanden. Signale sind mathematisch gesehen kontinuierliche oder diskontinuierliche Funktionen.

z. B. eine Sinusspannung

s(t) = A*sin(wt)

System

Unter System wird ein mathematisches Modell verstanden, das in sehr allgemeiner Weise zur Beschreibung und zur Untersuchung technischer Prozesse verwendet werden kann. Ein System kann daher ein Regelkreis sein. Aber auch die Bestandteile (Regler, Regelstrecke ...) selbst sind wiederum Systeme. Es ist charakteristisch für Systeme, daß sie Ein- und Ausgangssignale besitzt. Dabei hängen alle Ausgangsgrößen ursächlich von den Eingangssignalen ab.

Die Eingangssignale von Systemen werden durch die Eigenschaften des Systems in Ausgangsgrößen transformiert. Dieser Sachverhalt wird mathematisch folgendermaßen allgemein beschrieben:

Eingangsgröße:  x(t)
Ausgangsgröße:  y(t)
Transformation: T
         
y(t) = T{x(t)}

Systemverhalten (Transformation)

Die Transformation T (das Systemverhalten an sich) kann durch die sog. Übertragungsfunktion - das System an sich - ersetzt werden

y(t) = g(t) gefaltet mit x(t)

Da die Systeme und Signale mathematisch durch Differentialgleichungen im sog. Zeitbereich beschrieben werden, ist die rechentechnische Handhabung bekanntlich schwierig. Zudem erschwert die mathematische Operation der Faltung das Rechnen erheblich.

Vereinfachung der mathematischen Handhabung

Durch einen mathematischen "Kniff" läßt sich die Handhabung von Systemen bzw. Regelkreisen unter bestimmten mathematischen Prämissen wesentlich vereinfachen. Liegen sog. LTI-Systeme (Lineare zeitinvariante kausale) vor, können für die Signale und Systeme die sog. Laplace-Transformierten gebildet werden.

Der Regelungstechniker wendet die sog. Fourier- und Laplace-Transformationen an.

Die Funktionen des Zeitbereichs werden in Funktionen des Frequenzbereichs mit der imaginären Frequenz Omega transformiert. Symbolisch:

Zeitbereich            Frequenzbereich
Abhängig von t         Abhängig von w=2*Pi*f
x(t)             o-O   X(iw)   p = iw:    X(p)
y(t)             o-O   Y(iw)   p = iw:    Y(p)
g(t)             o-O   G(iw)   p = iw:    G(p)

In diesem Falle falle werden Integral- und Differentialoperatoren auf einfache Multiplikationen und Divisionen reduziert.

Eingangsgröße:                            X(p)
Ausgangsgröße:                            Y(p)
System / Übertragungsfunktion:        G(p)
Y(p) = G(p)*X(p)

Zusammenfassung

Grundsätzlich können Regelkreise also mit Hilfe von Funktionen in Abhängigkeit der Zeit oder von Frequenzen beschrieben werden. Ob im Zeit- oder Frequenzbereich gerechnet wird ist Geschmacksache und daher bleibt die Wahl jedem selbst überlassen.

Systemtheoretisch beschreiben also sog. Übertragungsfunktion oder Transferfunktion ein System genau.

Erst durch Schließen des offenen Regelkreises kann die Regelgröße geregelt werden (closed loop).

Grundsätzlich können alle Bestandteile des Regelkreises, wie zum Beispiel Regelstrecke, Regler, Eingangs-, Stör- und Ausgangsgrößen mathematisch durch eine Übertragungsfunktion beschrieben werden. Regelkreise können dabei mehr als eine Eingangs-, Ausgangs- und Störgrößen haben.

Die Mathematik untersucht grundsätzlich kontinuierliche und diskontinuierliche (diskrete) Systeme in der Regelungstechnik.

Stabilität

Das A und O der analogen oder digitalen Regelungstechnik ist jedoch stets die Stabilität des (geschlossenen) Regelkreises. Die Stabilität bezieht sich dabei auf das Verhalten der zu regelnden Ausgangsgrößen in Abhängigkeit der Führungs- (Eingangsgrößen) und Störgrößen des Systems. Geschlossene Regelkreise können immer einem der folgenden Stati zugeordnet werden:

Im stabilen Fall vermag der Regler der Führungsgröße zu folgen. Im labilen Fall geht der Regler in einen schwingungsfähigen Zustand über. Der instabile Fall wird dabei oft als Resonanzkatastrophe bezeichnet. Diese gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

Daher gibt es zahlreiche mathematische Verfahren zur Untersuchung der Regelkreisstabilität mit Hilfe von Übertragungsfunktionen und bestimmten Eingangsgrößen.

Siehe auch

Wichtige mathematische Stichworte sind unter anderen:

Simulation

Eine Vielzahl kommerzieller und freier Software erleichtert die Arbeit mit technischen Systemen und Regelkreisen auf dem Rechner. Mit Hilfe bestimmter Anwendungen lassen sich Regelkreise auf dem Computer graphisch modellieren.

Darüber hinaus kann über die Ausgabe von xt-Diagrammen, Übertragungsfunktionen, Frequenzgängen, Ortskurven und Wurzelortskuven das Verhalten der technischen Systeme graphisch dargestellt werden.

Die erstellten Modelle können auf Wunsch mit geeigneter Ausstattung kompiliert und auf eine Elektronik übertragen werden.

Siehe auch:






Info Hinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Ursprungsartikel Regelkreis aus der Wiki pedia und er steht unter der GNU-Lizenz link fuer freie Dokumentation, eine Autoren-Liste ist ebenfalls verfuegbar.