Reichsflotte
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Einordnung: Deutsche Geschichte | Militärgeschichte | Marine
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Die erste gesamtdeutsche Marine wurde während der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 am 4. Juni 1848 von der Nationalversammlung in Frankfurt am Main gegründet. Für sie sind mehrere Bezeichnungen überliefert. Der Beschluss der Nationalversammlung in der Paulskirche vom 14. Juni 1848 spricht einfach von der "deutschen Marine". Der Marineminister von Duckwitz schreibt 1849 einen Bericht über "die Gründung der Deutschen Kriegsmarine". In der Ernennungsurkunde für Admiral Bromme heißt es wiederum "Reichs-Marine". Da alle drei Begriffe inzwischen für deutsche Marinen anderer Zeitabschnitte verwendet werden, ist unter Historikern der Begriff Reichsflotte gebräuchlich geworden.
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Vorgeschichte
Deutschland, organisiert als Staatenbund, hatte sich nach dem Wiener Kongress 1815 eine föderale Verteidigungsstruktur geschaffen. Die Mitgliedsstaaten stellten die Streitkräfte des Deutschen Bundes. Bei den Seestreitkräften verließ man sich auf drei Bundesfürsten, die als Monarchen fremder Staaten große Flotten besaßen. Der König von Hannover war zugleich König von Großbritannien, der Großherzog von Luxemburg war König der Niederlande und der Herzog von Holstein war König von Dänemark. Preußen besaß als kontinental orientierte Landmacht keine eigene Marine, Österreich eine kleine Flotte im Mittelmeer.
Während des Schleswig-Holsteinischen Krieges (1848-1851) zeigte sich das Scheitern der deutschen Seeverteidigung, weil die Könige von Großbritannien und der Niederlande nicht mehr deutsche Bundesfürsten waren und Dänemark Kriegsgegner wurde. Innerhalb weniger Tage brachte die dänische Marine den deutschen Seehandel in Nord- und Ostsee zum Erliegen.
Geschichte der Reichsflotte
Angesichts dieser Situation beschloss die erst am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche zusammengetretene Nationalversammlung schon am 14. Juni des gleichen Jahres in einer ihrer ersten Entscheidungen, eine deutsche Flotte aufzustellen und dafür 6 Millionen Reichsthaler bereitzustellen. Die Reichsflotte stand von 1848 bis 1849 unter dem Kommando von Prinz Adalbert von Preußen. Nach dessen Abberufung durch den König von Preußen übernahm Konteradmiral Karl Rudolf Bromme, genannt Brommy, das Kommando. Die Flotte bestand bis 1852 aus 2 Segel-Fregatten, 3 Dampf-Fregatten, 6 Dampf-Korvetten und mehreren Ruder-Kanonenbooten. Sie kam im Seegefecht bei Helgoland am 4. Juni 1849 zu ihrem ersten und einzigen Einsatz, übrigens dem bis heute einzigen Seegefecht unter schwarz-rot-goldener Flagge.
Nach dem Scheitern der Revolution und der Herstellung der alten Bundesversammlung wurde am 2. April 1852 die Auflösung der Reichsflotte beschlossen. Das Personal wurde entlassen, 2 Dampffregatten erhielt Preußen, die übrigen Schiffe wurden meist unter Wert im Ausland versteigert.
Siehe auch: Deutsche Marine (Geschichte)
Literatur
1. Schulze-Wegener, Guntram; Deutschland zur See / 150 Jahre Marinegeschichte; Hamburg, Berlin, Bonn 1998 2. Duppler, Jörg; Germania auf dem Meere /Bilder und Dokumente zur Deutschen Marinegeschichte 1848 - 1998; Hamburg 1998
Weblinks
- weitere Weblinks
Homepage der Deutschen Marine, Geschichte
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