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Reichsgerichtsgebäude

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Das Reichsgerichtsgebäude ist als Gerichtsgebäude für das Reichsgericht entworfen und gebaut worden und dient heute dem Bundesverwaltungsgericht als Sitz. Es liegt in unmittelbarer Nähe des Neuen Rathauses am Rande des Leipziger Stadtzentrums.

Inhaltsverzeichnis

Architektur



Das Gebäude wurde in 7-jähriger Bauzeit zwischen 1888 und 1895 nach Plänen von Ludwig Hoffmann (1852-1932) und Peter Dybwad (1859-1921) errichtet. Es ist in den Formen des späten Historismus gebaut und knüpft an italienische Renaissancebauten sowie Bauten des französischen Barock an.

Auf dem imposanten Gebäude thront eine hohe Außenkuppel, die mit der Skulptur Die Wahrheit verziert ist. Das Hauptportal des Gebäudes zeigt nach Osten auf den nach dem ersten Präsidenten des Reichsgerichts Eduard von Simson (1810–1899) benannten Platz. Die Nordseite schmücken Skulpturen von auch heute noch als bedeutend angesehenen Personen der deutschen Rechtsgeschichte Eike von Repgow (Sachsenspiegel), Schwarzenberg (CCB), Moser, Svarez (ALR), Feuerbach und Savigny.

Das Innere des Gebäudes ist sowohl funktional als auch gestalterisch voll auf die ursprünglich angestrebte Nutzung als Reichsgericht ausgelegt. Die Skulpturen, Plastiken und aufwändigen Wandmalereien beschäftigen sich mit den Themen Untersuchung, Urteil, Vollstreckung und Gnade. Besonders prachtvoll gestaltet ist der Große Sitzungssaal, an dessen Wänden Sinnbilder und Wappen aller damaligen Bundesstaaten prangen. Die Bleiglasfenster dort zeigen die Wappen aller Städte, die Sitz eines Oberlandesgerichts waren.

Nutzung

Das Gebäude diente von 1895-1945 seiner eigentlichen Bestimmung zur Beherbergung des Reichsgerichts. Außerdem hatte hier die Reichsanwaltschaft ihren Sitz, die als historischer Vorläufer der Bundesanwaltschaft oberste Anklagebehörde (siehe: Staatsanwaltschaft) war.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt. Nach erfolgter Sanierung zog im Mai 1952 das Museum der bildenden Künste ein, dessen eigenes Museumsgebäude zerstört worden war. Im Großen Sitzungssaal wurde eine Ausstellung über den Reichstagsbrandprozess mit dem Titel "Georgi-Dimitroff-Museum" eingerichtet. Im Laufe der Jahre wurden weitere Räume von verschiedenen Institutionen genutzt, so von der Leipziger Außenstelle des Landeshauptarchivs Sachsens, vom Geographischen Institut, der Geographischen Gesellschaft und der DEFA.

Von Mitte 1998 bis Oktober 2001 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Um dem Platzbedarf des Bundesverwaltungsgerichtes Rechnung zu tragen, wurde auf das Dach ein weiteres Obergeschoss aufgesetzt, das jedoch soweit hinter die Dachbalustrade zurückgesetzt ist, dass das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes nicht gestört wird. Vor dem Gebäude wurde der Fluss Pleiße wieder ans Tageslicht geholt, er floss hier lange Jahre unterirdisch.

Am 26. August 2002 wurde der Sitz des Bundesverwaltungsgerichts vom Berliner Gebäude des Preußischen Oberverwaltungsgerichts ins Reichsgerichtsgebäude nach Leipzig verlegt.

Tourismus

Die Eingangshalle einschließlich der Umgänge und der prachtvolle Große Sitzungssaal stehen allen Besuchern offen. An Führungen durch weitere Teile des Gerichtsgebäudes kann nach vorheriger Anmeldung teilgenommen werden.

Weblinks








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